Pressemitteilung: 12.482-073/21

Sparquote der privaten Haushalte 2020 auf 14,5% gestiegen

Wien, 2021-04-01 – Die österreichischen Haushalte sparten im Jahr 2020 laut Statistik Austria 14,5% ihres verfügbaren Einkommens. Sparen ist im Wesentlichen jener Teil des verfügbaren Einkommens, der nicht für den Konsum verwendet wird. Vor dem Hintergrund der COVID-19 Pandemie lag die Sparquote der privaten Haushalte weit über dem Niveau der Vorjahre (2017: 7,5%, 2018: 7,8%, 2019: 8,2%).

"Die Corona-Krise hat im Jahr 2020 zu einem deutlichen Anstieg der Sparquote auf 14,5% geführt. Trotz des historischen Rückgangs der Wirtschaftsleistung um 6,6 Prozent ist das reale verfügbare Einkommen aufgrund der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen lediglich um 2,9% gesunken. In Kombination mit der pandemiebedingten Verunsicherung, Einschränkungen der Konsummöglichkeiten und dem damit verbundenen Rückgang des realen Konsums um 9,6% führte dies beinahe zu einer Verdopplung der österreichischen Sparquote", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Verfügbares Einkommen österreichischer Haushalte 2020 gesunken

Insgesamt betrug das verfügbare Einkommen des Sektors "Private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck" im Jahr 2020 218,2 Mrd. Euro (2019: 222,3 Mrd. Euro). Dass der Rückgang des verfügbaren Einkommens deutlich geringer ausfiel als der Rückgang des BIP, lag vor allem an den staatlichen Unterstützungsmaßnahmen. Die Entwicklung der Einkommenskategorien Arbeitnehmerentgelt (-1,8%) und Selbständigeneinkommen/Betriebsüberschuss (-2,0%) wurde insbesondere durch Kurzarbeitsbeihilfe, Umsatzersatz und Fixkostenzuschuss stabilisiert. Sonstige staatliche Hilfen bzw. Leistungen (Arbeitslosengeld, Härtefallfonds) führten zu höheren monetären Sozialleistungen, diese stiegen um 8,9%. Die von privaten Haushalten entrichteten Steuern vom Einkommen sanken um 7,2% (Lohn- und Einkommensteuersenkung), stabil entwickelten sich die Sozialbeiträge (+0,2%).

Erweitert man das herkömmliche Einkommenskonzept um staatliche Sachleistungen, die einzelnen Personen zugutekommen - wie etwa Bildungs- und Gesundheitsleistungen - stellt sich die Situation ähnlich dar: Das so definierte "verfügbare Einkommen nach dem Verbrauchskonzept" betrug 268,7 Mrd. Euro und sank gegenüber 2019 um 1,1%.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die vierteljährlichen nichtfinanziellen Sektorkonten werden auf Grundlage der EU-Verordnung Nr. 549/2013 nach dem europäischen System für Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (ESVG 2010) erstellt. Gegenstand dieser Betrachtung sind laufende Transaktionen des Sektors private Haushalte einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbscharakter. Die Rechnung erfolgt zu laufenden Preisen ("nominell"), dargestellt wird die gleitende Summe über jeweils vier Quartale. Die Sparquote ist definiert als das Verhältnis von Sparen zu verfügbarem Einkommen (inkl. Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche). Sparen und verfügbares Einkommen werden netto, also unter Berücksichtigung der Abschreibungen, ausgewiesen.

 

Grafik 1: Sparquote der privaten Haushalte

Grafik 3

Tabelle 1: Einkommen und Sparen der privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck
 201520162017201820192020 *
Bruttoinlandsprodukt, in Mrd. Euro344,3357,6369,3385,4397,6375,6
     % zum Vorjahr3,33,93,34,33,2-5,5
     % zum Vorjahr, real1,02,02,42,61,4-6,6
Verfügbares Einkommen, in Mrd. Euro193,1201,3208,2215,4222,3218,2
     % zum Vorjahr1,34,23,43,53,2-1,9
     % zum Vorjahr, real-0,22,71,61,41,3-2,9
Verfügbares Einkommen, Verbrauchskonzept, in Mrd. Euro235,7245,5253,6262,6271,6268,7
Konsumausgaben, in Mrd. Euro181,4186,9193,9200,1205,5187,9
     % zum Vorjahr2,03,03,83,22,7-8,6
     % zum Vorjahr, real0,51,51,91,10,8-9,6
Sparen, in Mrd. Euro13,115,915,617,018,431,9
Sparquote, in %6,7%7,8%7,5%7,8%8,2%14,5%

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