Dies ist eine archivierte Pressemitteilung vom 4. Februar 2021. Sie gibt den Stand von damals wieder und wird an dieser Stelle nicht aktualisiert.  
Tabellen mit wöchentlich aktualisierten Zahlen zu Gestorbenen finden Sie auf unserer Website.

Pressemitteilung: 12.430-021/21

Dritte Kalenderwoche 2021: 12,7% mehr Sterbefälle als im Schnitt der letzten fünf Jahre

Wien, 2021-02-04 – In der 3. Kalenderwoche 2021 – von 18. bis 24. Jänner – starben in Österreich laut vorläufigen Daten von Statistik Austria 2.004 Personen, das sind um rund 12,7% mehr als der Durchschnittswert der gleichen Kalenderwoche der fünf vorherigen Jahre 2016 bis 2020. In den beiden vorangegangenen Wochen (2. Kalenderwoche von 11. bis 17. Jänner 2021 sowie 1. Kalenderwoche von 4. bis 10. Jänner) starben mit jeweils 1.950 Personen etwas weniger Menschen.

"In der dritten Woche des Jahres 2021 ist die Zahl der verstorbenen Personen leicht auf 2.004 gestiegen. Die überhöhte Sterblichkeit gemessen am Schnitt derselben Woche der vorherigen fünf Jahre erhöhte sich zum ersten Mal seit sieben Wochen, und zwar von 5,7% in der zweiten auf 12,7% in der dritten Kalenderwoche. Beim bisherigen Höchststand in der 49. Kalenderwoche des letzten Jahres lag dieser Wert noch bei 59%", so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Die altersstandardisierten Sterberaten, bei denen die Sterbefälle anhand einer Standardbevölkerung um die Altersstruktur der Bevölkerung bereinigt werden, zeigen, dass das Mortalitätsniveau in der 1. Kalenderwoche 2021 niedriger war als in der Vergleichswoche des starken Grippejahres 2017. Würde die Altersstruktur Österreichs der Standardbevölkerung von Eurostat entsprechen, wären in der 1. Kalenderwoche 2021 insgesamt 22 von 100.000 Menschen verstorben, 2017 wären in der 1. Kalenderwoche 27 von 100.000 Personen gestorben. Vergleiche mit länger zurückliegenden Jahren sind aufgrund des Anstiegs in der Lebenserwartung und den damit verbundenen sinkenden altersstandardisierten Sterberaten allerdings nur bedingt aussagekräftig.

Weitere Informationen zu Sterbefällen finden Sie auf unserer Webseite, wo auch eine interaktive Web-Applikation – der Atlas der Sterbefälle – die Entwicklung und regionale Verteilung grafisch anschaulich darstellt. Detaillierte Ergebnisse können im Open-Data-Bestand von Statistik Austria abgerufen werden.

 

Informationen zur Methodik, Definitionen: Statistik Austria verarbeitet alle von den Personenstandsbehörden gelieferten Sterbefälle. Innerhalb der geplanten Veröffentlichungsfrist stehen Statistik Austria jedoch noch nicht alle Sterbefälle zur Verfügung. Daher werden die zu erwartenden Sterbefälle der jeweils aktuellsten zwei Wochen geschätzt. Dafür werden die Erfahrungswerte zurückliegender Jahre genutzt, um die verzögerten Meldungen in den Zahlen methodisch bestmöglich zu berücksichtigen. Das zugrundeliegende Schätzmodell wird regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst. Es handelt sich jedenfalls um vorläufige Ergebnisse, die einer Unsicherheit unterliegen, d. h. die endgültigen Werte der Sterbefälle in den jeweils aktuellsten beiden Wochen können sowohl geringfügig höher als auch geringfügig niedriger sein. Der Anteil an eingelangten Meldungen liegt aber in allen Wochen, für die Ergebnisse veröffentlicht werden, bei zumindest 90% aller Todesfälle für diese Woche. 
Sterbefälle von in Österreich wohnhaften Personen, die sich im Ausland ereignet haben, sind sowohl in den aktuellen vorläufigen Ergebnissen als auch in den Vergleichszahlen nicht enthalten. 
Die altersstandardisierte Sterberate gibt an, wie viele Sterbefälle aufgrund der jeweils herrschenden Sterblichkeitsverhältnisse auf 100.000 Lebende entfallen wären, wenn der Altersaufbau der Bevölkerung in der betreffenden Berichtsperiode dem einer sogenannten Standardbevölkerung entsprochen hätte. Um diese altersstandardisierten Raten zu berechnen, werden die rohen Sterberaten (Sterbefälle je 100.000 der Bevölkerung) der beobachteten Altersgruppe mit dem Anteil der Bevölkerung derselben Altersgruppe laut Europäischer Standardbevölkerung multipliziert. Für die Berechnung der hier dargestellten Raten wurde die 2013 von Eurostat festgelegte Standardbevölkerung verwendet; eine "künstliche Bevölkerung" mit einer geschätzten Altersstruktur für die europäische Bevölkerung. Die altersstandardisierten Sterberaten beziehen die Sterbefälle somit auf eine fiktive Bevölkerung, die über die Zeit im Hinblick auf die Personenzahl sowie ihre Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht unverändert belassen wird. Damit können Veränderungen, die sich nur aufgrund einer Zunahme der Einwohnerzahl ergeben (bei mehr Einwohnerinnen und Einwohnern sterben auch mehr Personen) oder durch das Aufrücken von mehr Personen in höhere Altersgruppen mit entsprechend höherer Sterbewahrscheinlichkeit, ausgeschlossen werden. Die Veränderung in der Lebenserwartung wird bei der Berechnung der altersspezifischen Raten nicht berücksichtigt. Die über die Zeit beobachteten Niveauunterschiede in der Sterblichkeit sind somit weitestgehend Konsequenz der steigenden Lebenserwartung und erschweren die Vergleichbarkeit mit weiter zurückliegenden Jahren. Da für die Berechnung eine fiktive Standardbevölkerung herangezogen wird, sind die altersstandardisierten Sterberaten nur im Vergleich zueinander interpretierbar, nicht jedoch in der Höhe ihrer einzelnen absoluten Werte.

 

Tabelle 1: Sterbefälle im Jahr 2020/2021 im Vergleich zum Durchschnitt der fünf Vorjahre nach Kalenderwoche und Geschlecht
KalenderwocheSterbefälle im Jahr 2020/2021Sterbefälle im Durchschnitt der letzten 5 Jahre (2015–2019 bzw. 2016–2020)Abweichung der Sterbefälle 2020/2021 gegenüber dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre in %
GesamtMännerFrauenGesamtMännerFrauenGesamtMännerFrauen
3. Kalenderwoche 2021*2.0049691.0351.77985492512,713,511,9
2. Kalenderwoche 2021*1.9509529981.8448789665,78,43,3
1. Kalenderwoche 20211.9509659851.7918399528,915,03,4
53. Kalenderwoche 20202.0039721.0311.53771682130,335,825,6
52. Kalenderwoche 20202.1291.0141.1151.73582491122,723,122,3
51. Kalenderwoche 20202.2631.0811.1821.65479086436,836,836,8
50. Kalenderwoche 20202.4791.2031.2761.60777683154,355,153,5
49. Kalenderwoche 20202.5481.2281.3201.60377682759,058,259,7
48. Kalenderwoche 20202.4421.2391.2031.54674080757,967,549,1
47. Kalenderwoche 20202.4141.2441.1701.53973780156,968,746,0
46. Kalenderwoche 20202.2871.1511.1361.55375080347,353,541,5
45. Kalenderwoche 20202.0071.0279801.51072878232,941,125,3
44. Kalenderwoche 20201.8969499471.51372978425,330,120,9
43. Kalenderwoche 20201.7808858951.50973177818,021,015,1
42. Kalenderwoche 20201.6198207991.5057277787,612,72,7
41. Kalenderwoche 20201.6248048201.5197247956,911,03,2
40. Kalenderwoche 20201.5877828051.5117217905,08,51,9
Tabelle 2: Altersstandardisierte Sterberaten* nach Kalenderwochen der Jahre 2015 bis 2021
 2015201620172018201920202021
1. Kalenderwoche20192720181822
53. Kalenderwoche19----22-
52. Kalenderwoche192619191824-
51. Kalenderwoche192219191825-
50. Kalenderwoche182018191927-
49. Kalenderwoche181919191828-
48. Kalenderwoche181918171827-
47. Kalenderwoche181818181727-
46. Kalenderwoche191917181725-
45. Kalenderwoche181817171722-
44. Kalenderwoche171718181721-
43. Kalenderwoche181817171720-
42. Kalenderwoche181917171718-
41. Kalenderwoche171818171818-
40. Kalenderwoche181717181718-

 

Rückfragen zum Thema beantwortet das Demographie-Team in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria: demographie@statistik.gv.at

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