Pressemitteilung: 12.390-230/20

Deutsche und einheimische Gäste prägen mehr als die Hälfte des Wintertourismus in Österreich; Tirol und Salzburg im Winter am beliebtesten

Wien, 2020-12-04 – In einer typischen Wintersaison entfallen mehr als die Hälfte der Nächtigungen in österreichischen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen auf deutsche und österreichische Gäste, wie Statistik-Austria-Daten der letzten von der Pandemie noch unbeeinflussten Wintersaison 2018/19 zeigen.

"Der Erfolg des österreichischen Wintertourismus basiert in hohem Maße auf ausländischen Gästen. Mehr als drei Viertel der Nächtigungen wurden im letzten Winter von Gästen aus dem Ausland gebucht. Der größte Anteil stammte dabei mit 36,9% aus Deutschland. Gäste aus dem Inland machten 22,7% der Nächtigungen aus", sagt Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Der Anteil deutscher Gäste an den insgesamt 72,9 Mio. Übernachtungen im Zeitraum November 2018 bis April 2019 lag bei 36,9%, gefolgt von Gästen aus Österreich (22,7%) und den Niederlanden (8,6%). Bleiben die deutschen Warnungen für Reisen nach Österreich (inkl. Quarantäneverpflichtung bei Zuwiderhandeln) bis Jänner 2021 aufrecht, könnte dies einen Rückgang von bis zu 12 Mio. Nächtigungen bedeuten. Besonders betroffen wären die Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg, hier sind die Anteile deutscher Gäste an den Nächtigungen überdurchschnittlich hoch. Fast die Hälfte (43,7%) aller insgesamt verzeichneten Nächtigungen im Winter 2018/19 entfiel auf die Monate November bis Jänner, rund ein Viertel auf Februar (24,5%), den wichtigsten Monat für den Wintertourismus.

Deutsche Gäste in westlichen Bundesländern als Tourismusmotor, in östlichen Bundesländern hauptsächlich einheimische Gäste

Mehr als die Hälfte aller Nächtigungen in der Wintersaison (2018/19: 59,5%) findet in den westlichen Bundesländern Tirol (37,6%) und Salzburg (21,9%) statt. Während diese Bundesländer – neben Vorarlberg (57,4% der Winternächtigungen in Vorarlberg) – in besonderem Maße von deutschen Gästen abhängen (Anteil deutscher Gäste an allen Winternächtigungen 2018/19 in Tirol 50,4%, in Salzburg 37,4%), dominieren österreichische Gäste in östlichen Landesteilen wie dem Burgenland (Nächtigungsanteil: 85,5%), Niederösterreich (67,7%), Oberösterreich (60,7%), aber auch in der Steiermark (56,1%) und in Kärnten (37,4%). In der Bundeshauptstadt Wien entfielen hingegen 63,9% aller Nächtigungen auf Gäste anderer Herkunftsländer als Deutschland oder Österreich.

Im Winter 2018/19 wurden mehr als die Hälfte (51,5% bzw. 13,8 Mio.) der Nächtigungen von Gästen aus dem wichtigsten Herkunftsland Deutschland in Tirol verbracht, gefolgt von Salzburg (6,0 Mio. bzw. 22,2%) und Vorarlberg (2,9 Mio.; 10,7%). Der nach Österreich drittwichtigste Herkunftsmarkt – die Niederlande – trug in der Wintersaison 2018/19 mit 6,3 Mio. Nächtigungen zum Gesamtergebnis bei. Deutlich mehr als 80% aller Nächtigungen niederländischer Gäste (85,4%) fanden in den Bundesländern Tirol (55,6%) und Salzburg (29,8%) statt. Gäste aus der Schweiz und Liechtenstein nächtigten besonders gern in Tirol (55,8% der Nächtigungen Schweizer Gäste) und Vorarlberg (25,4%; siehe Tabelle 1).

Salzburg und die Steiermark besonders beliebt bei Gästen aus dem Inland

Im Winter 2018/19 entfielen 16,5 Mio. Nächtigungen in Österreich auf inländische Gäste. Die beliebtesten Bundesländer der österreichischen Bevölkerung war dabei Salzburg und die Steiermark, jeweils ein Fünftel der Nächtigungen österreichischer Touristinnen und Touristen fanden in diesen Bundesländern statt (20,5% und 19,9%), gefolgt von Niederösterreich (12,0%), Oberösterreich (11,6%), Tirol (11,0%), Wien (8,7%), Kärnten (8,3%), Burgenland (5,3%) und Vorarlberg (2,6%; siehe Tabelle 1).

Ein Viertel der Winternächtigungen im Februar; ein Viertel der Nächtigungen deutscher Gäste im Jänner

43,7% aller insgesamt verzeichneten Nächtigungen der Wintersaison 2018/19 entfielen auf die erste Saisonhälfte (November bis Jänner), rund ein Viertel auf Februar (24,5%). Bei den österreichischen Gästen ist der Februar der wichtigste Monat (22,8% der Nächtigungen der inländischen Gäste), gefolgt von März und Jänner mit Anteilen von 17,4% und 17,0% an allen Nächtigungen im Winter. Eine ähnliche Verteilung ergibt sich bei den Gästen aus dem Ausland, wobei im Februar 25,0% der Nächtigungen ausländischer Gäste stattfinden, gefolgt von Jänner (21,9%) und März (21,5%). Bei den deutschen Gästen ist der Jänner mit 23,9% der Winternächtigungen deutscher Gäste (26,9 Mio.) der beliebteste Monat im Winter, gefolgt März (22,7%) und Februar (21,9% der Nächtigungen deutscher Gäste im Winter).

Nach Bundesländern zeigt sich, dass der Februar in Salzburg am wichtigsten ist, wo 28,2% aller Winternächtigungen in diesem Monat stattfinden, gefolgt von Vorarlberg (27,4% der Winternächtigungen in Vorarlberg), Tirol (27,1%) und Kärnten (26,9%). Vergleichsweise gleichmäßig sind die Nächtigungen im Burgenland, in Niederösterreich, in Oberösterreich und in Wien über die Wintermonate verteilt (siehe Tabelle 2).

Weitere Informationen zur Beherbergungsstatistik finden Sie auf unserer Webseite unter "Ankünfte und Nächtigungen". Neben vorläufigen Bundesländerergebnissen (PDF, 33 KB) stehen auch Tabellen auf Gemeindeebene sowie Spezialauswertungen nach Herkunftsländern auf Gemeindeebene zur Verfügung.

Informationen zur Methodik: Im Rahmen der monatlichen Nächtigungsstatistik werden die Ankünfte und Nächtigungen in entgeltlichen Beherbergungsbetrieben in jenen Gemeinden erhoben, die mehr als 1.000 Nächtigungen im Jahr aufweisen. Von den insgesamt 2.095 österreichischen Gemeinden betrifft dies 1.566 Berichtsgemeinden, die monatlich Daten an Statistik Austria übermitteln. Die Erhebungseinheiten sind gewerbliche und private Beherbergungsbetriebe, die ihre Daten per statistischem Meldeblatt oder Betriebsbogen an die jeweilige Berichtsgemeinde übermitteln (weitere Details zur Methodik siehe Standarddokumentation).  
Die Wintersaison umfasst die Monate November bis April, die Sommersaison umfasst die Monate Mai bis Oktober.

 

Tabelle 1: Übernachtungen von Gästen aus den 15 wichtigsten Herkunftsländern in der Wintersaison 2018/19 (in Mio. und in % an den gesamten Nächtigungen sowie Bundesländeranteile)
HerkunftslandÖsterreich gesamtZielbundesland (in %)
in %in Mio.in %Bgld.Ktn.Sbg.Stmk.TVbg.W
Deutschland36,926,9100,00,33,20,92,222,23,951,510,75,1
Österreich22,716,5100,05,38,312,011,620,519,911,02,68,7
Niederlande8,66,3100,00,02,40,30,729,81,855,67,42,0
Vereinigtes Königreich3,32,4100,00,11,70,81,123,52,349,75,515,4
Schweiz und Liechtenstein3,12,3100,00,20,80,91,34,81,455,825,49,4
Tschechien2,61,9100,00,311,43,05,731,812,729,60,64,9
Belgien2,31,7100,00,02,50,40,723,32,660,45,44,7
Polen1,81,3100,00,49,84,74,223,16,742,31,07,9
Ungarn1,71,2100,01,221,37,94,616,232,38,00,77,8
Italien1,61,2100,00,411,53,22,410,23,427,01,640,3
Dänemark1,61,1100,00,11,30,30,451,76,534,91,73,2
Frankreich (einschl. Monaco)1,00,8100,00,10,91,61,66,41,743,212,432,1
Russland1,00,8100,00,21,91,81,118,21,842,31,631,1
USA1,00,7100,00,11,22,92,116,42,220,54,150,5
Rumänien0,90,7100,01,15,06,62,919,94,130,60,629,3
Sonstige9,97,2100,00,45,14,03,420,05,126,23,232,8
Ausland gesamt77,356,4100,00,34,11,72,222,34,645,48,111,3
Insgesamt100,072,9100,01,45,04,04,321,98,137,66,910,7
Tabelle 2: Übernachtungen von Gästen nach Monaten und Bundesländern in der Wintersaison 2018/19 (in % an den gesamten Nächtigungen in den Bundesländern)
MonateÖsterreich gesamtZielbundesland (in %)
in Mio.in %Bgld.Ktn.Sbg.Stmk.TVbg.W
November 20185,27,218,26,316,614,94,19,64,03,517,3
Dezember 201811,415,713,615,716,316,015,115,514,913,720,9
Jänner 201915,220,814,122,714,615,823,120,222,623,013,0
Februar 201917,924,513,926,915,618,228,224,327,127,412,3
März 201915,020,516,118,817,217,421,318,922,123,816,5
April 20198,311,424,29,619,617,88,211,59,38,720,1
Wintersaison 2018/19 gesamt72,9100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0100,0

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Dr. Peter LAIMER Tel.: +43 1 71128-7849 bzw. peter.laimer@statistik.gv.at
Mag. (FH) Jürgen WEIß, BA MA, Tel.: +43 1 71128-7974 bzw. juergen.weiss@statistik.gv.at und  
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