Pressemitteilung: 12.383-223/20

Erzeugerpreise des Produzierenden Bereichs sanken im Oktober 2020 um 1,5%

Wien, 2020-11-30 – Die Erzeugerpreise im Produzierenden Bereich waren im Oktober 2020 um 1,5% niedriger als vor einem Jahr, der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich (EPI 2015) lag laut Statistik Austria bei 100,7 Punkten (2015=100). Im September und August 2020 hatten die Jahresveränderungsraten noch -1,8% bzw. -1,9% betragen. Im Oktober schwächte sich der Preisrückgang auf Herstellerebene somit weiter ab. Im Vergleich zum Vormonat September 2020 erhöhte sich der Index um 0,2% (siehe Tabelle).

Energiepreise um 5,4% und Preise für Vorleistungsgüter um 1,6% unter Vorjahresniveau

Der Indexrückgang im Oktober 2020 (-1,5% gegenüber Oktober 2019) war vor allem auf die rückläufige Preisentwicklung in den Bereichen Energie (-5,4%) und Vorleistungsgüter (-1,6%) zurückzuführen. Im September und August 2020 lagen die Veränderungsraten zum Vorjahresmonat im Bereich Energie bei -5,4% bzw. -5,7% und für Vorleistungsgüter bei -2,2% bzw. -2,3%. Im Bereich Energie wirkten sich die hohen Preisnachlässe für Mineralölerzeugnisse dämpfend auf den Index aus. Die Preise für "elektrischen Strom und Dienstleistungen der Elektrizitätsversorgung" legten um 1,8% gegenüber Oktober 2019 zu. Bei den Vorleistungsgütern fiel im Oktober 2020 der Indexrückgang im Bereich "Metallerzeugung und -bearbeitung" (-2,5%) geringer aus als noch in den Monaten zuvor (September 2020: -4,5%, August 2020: -4,9%). Ausschlaggebend dafür waren Preisanstiege für "Nichteisen-Metalle und Halbzeug daraus", die um 1,1% gegenüber dem Vorjahresmonat anzogen (September 2020: -1,5%, August 2020: -1,1%). Die Preise für "Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen" fielen gegenüber Oktober 2019 um 6,1%, jene für "sonstige Erzeugnisse der ersten Bearbeitung von Eisen und Stahl" um 3,3%. Deutliche Preisrückgänge wurden des Weiteren für die Produktgruppen "chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform" (-10,2%) sowie für "Holz- und Zellstoff, Papier, Karton und Pappe" (-4,7%) beobachtet.

Die Preise für Investitionsgüter entwickelten sich in den vergangenen drei Monaten stabil (Oktober 2020: +0,6%, September 2020: +0,6%, August 2020: +0,6%). Teuerungen gab es für die Produktgruppen "land- und forstwirtschaftliche Maschinen" (+3,7%), "Karosserien, Aufbauten und Anhänger" (+1,8%) sowie für "Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse" (+1,1%). Die Preise für die Produktgruppe "Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige" stiegen im Vergleichszeitraum um 0,4%.

Die Preise für Konsumgüter wiesen im Vergleich zum Oktober 2019 eine Erhöhung um 0,6% aus (September 2020: +0,5%, August 2020: +0,7%). In erster Linie waren es die Preise für "pflanzliche und tierische Öle und Fette" (+5,4%), "Obst- und Gemüseerzeugnisse" (+4,2%) sowie für "Milch und Milcherzeugnisse" (+3,5%), die den Index für Konsumgüter im Oktober 2020 ansteigen ließen. Zum zweiten Mal in Folge fielen dagegen die Preise für "haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse" (Oktober 2020: -1,1%, September 2020: -1,3%).

Erzeugerpreise stiegen um 0,2% gegenüber September 2020

Gegenüber dem Vormonat September 2020 stieg der Erzeugerpreisindex insgesamt im Schnitt um 0,2%. Starke Preisanstiege registrierten die Preise in den Bereichen der "Metallerzeugung und -bearbeitung" (+1,3%), der "Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)" (+0,5%) sowie der "Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln" (+0,3%). Im Monatsabstand sanken hingegen die Preise in den Bereichen der "Herstellung von elektrischen Ausrüstungen" sowie der "Herstellung von Textilien" um jeweils 0,2%.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Index der Erzeugerpreise für den Produzierenden Bereich 2015 beträgt 100,0 im Jahr 2015.  
Die Indexwerte und Veränderungsraten für Wirtschaftszweige bzw. Gütergruppen mit weniger als drei auskunftsgebenden Meldern unterliegen der Geheimhaltung.

Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich1) (Gesamtindex)
 Basisjahr 2015% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2019Jänner102,90,11,6
 Februar102,90,01,6
 März102,8-0,11,5
1. Quartal 2019 102,9-0,51,6
 April
103,00,21,4
 Mai102,8-0,20,6
 Juni102,4-0,4-0,2
2. Quartal 2019 102,7-0,20,6
1. Halbjahr 2019 102,8-1,1
 Juli102,60,2-0,2
 August102,3-0,3-0,8
 September102,30,0-1,1
3. Quartal 2019 102,4-0,3-0,7
 Oktober102,2-0,1-1,5
 November102,40,2-1,1
 Dezember102,40,0-0,4
4. Quartal 2019 102,3-0,1-1,1
Jahresdurchschnitt 2019 insgesamt 102,6-0,1
2020Jänner102,60,2-0,3
 Februar102,2-0,4-0,7
 März101,3-0,9-1,5
1. Quartal 2020 102,0-0,3-0,9
 April100,5-0,8-2,4
 Mai100,1-0,4-2,6
 Juni100,30,2-2,1
2. Quartal 2020 100,3-1,7-2,3
1. Halbjahr 2020 101,2--1,6
 Juli 100,40,1-2,1
 August100,40,0-1,9
 September100,50,1-1,8
3. Quartal 2020 100,40,1-2,0
 Oktober*)100,70,2-1,5

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Ingrid VRABEC, Tel.: +43 1 71128-8103 bzw. ingrid.vrabec@statistik.gv.at

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