Pressemitteilung: 12.378-218/20

Energetischer Endverbrauch im Jahr 2019 um 1% gestiegen

Wien, 2020-11-27 – Der energetische Endverbrauch stieg laut Statistik Austria im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1% auf 1.139 Petajoule (PJ) und lag damit ungefähr auf dem gleichen Niveau wie 2017.

"Der Anstieg des Energieverbrauchs 2019 ist vor allem auf einen höheren Energieeinsatz im Verkehr und hier insbesondere im Flugverkehr sowie auf einen gestiegenen Verbrauch der privaten Haushalte zurückzuführen. Die Industrie benötigte hingegen etwas weniger Energie als 2018 und das bei gestiegener Produktion", sagt Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Energieeinsatz im Verkehrssektor gestiegen, in der Industrie etwas gesunken

Der Energieverbrauch im Verkehrssektor (413 PJ) sowie der Verbrauch der privaten Haushalte (281 PJ) stiegen um jeweils 2%. Die Entwicklung des Haushaltsverbrauchs übersteigt dabei jene der Heizgradsumme (+1%) beziehungsweise des Bevölkerungsstandes (+0,5%; siehe Information zur Methodik). Der Energieeinsatz des Dienstleistungssektors, der zu mehr als 60% zur Bereitstellung von Raumwärme dient, nahm um 3% auf 112 PJ zu, während der Energieeinsatz der Industrie (-2% auf 312 PJ) gegenüber dem Vorjahr geringfügig zurückging.

Der Anstieg des Energieeinsatzes im Verkehrssektor um 2% ist vor allem bedingt durch die Zunahme beim Flugverkehr um 15% auf 41 PJ. Der Energieverbrauch des Flugverkehrs ist in den vergangenen zehn Jahren um 50% gestiegen (Verbrauch 2009: 28 PJ). Wie bereits in den Vorjahren nahm auch der Energieverbrauch für den Straßenverkehr von 2018 auf 2019 zu (+1% auf 353 PJ), wobei diese Zunahme der Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes (+1%) im gleichen Zeitraum entspricht.

Nach Energieträgern betrachtet verzeichnete der energetische Endverbrauch von erneuerbaren Energieträgern und elektrischer Energie im Vergleich zum Vorjahr keine nennenswerte Änderung. Der Einsatz von kohlebasierten Energieträgern (+1% auf 17 PJ), Erdgas (+1% auf 198 PJ) und Fernwärme (+1% auf 72 PJ) zeigten hingegen eine Entwicklung, die jener der Heizgradsumme entsprach. Der Anstieg beim Einsatz von Erdölprodukten (+2% auf 439 PJ) ist im Wesentlichen durch die Entwicklung im Verkehrssektor bestimmt.

Erdgaslager sind gut befüllt

Infolge vermehrter Importe (+9% auf 492 PJ) und verringerter Exporte (-46% auf 98 PJ) von Erdgas sind die Erdgaslagerbestände entsprechend gestiegen (+106 PJ). Dieser Anstieg entspricht ungefähr einem Drittel des gesamten Jahresverbrauches (Endverbrauch inklusive Strom- und Fernwärmeerzeugung sowie stoffliche Nutzung, z. B. zur Erzeugung von chemischen Erzeugnissen wie etwa Düngemitteln).

Anstieg bei der Stromproduktion durch verringerte Importe und steigende Exporte ausgeglichen

Die Produktion von elektrischer Energie stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9% auf 255 PJ. Bei etwa gleichem Einsatz wie im Vorjahr erfolgte der Ausgleich zum annähernd gleichbleibenden energetischen Endverbrauch durch weniger Importe (-7% auf 94 PJ) und steigende Exporte (+20% auf 83 PJ).

Bei der inländischen Erzeugung von Rohenergie war bei den relevanten fossilen Energieträgern ein Rückgang zu beobachten (Erdöl: -5% auf 28 PJ, Erdgas: -10% auf 32 PJ), während bei den erneuerbaren Energieträgern die Erzeugung um 5% auf 430 PJ anstieg. Dabei waren vor allem bei Wasserkraft (+7% auf 146 PJ) sowie Windkraft (+24% auf 27 PJ) und Fotovoltaik (+17% auf 6 PJ) die höchsten Steigerungsraten zu beobachten.

Sowohl die Produktion als auch der Endverbrauch von Fernwärme zeigte entsprechend der Entwicklung der Heizgradsummen einen Anstieg von 1% (auf 85 PJ bzw. 72 PJ).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die endgültige Energiebilanz für Österreich wird im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) erstellt, die Bundeslandenergiebilanzen im Auftrag der Bundesländer.  
Heizgradsummen
errechnen sich aus der Summe der täglichen Differenzen zwischen Raumtemperatur und mittlerer Außentemperatur während der gesamten Heizperiode und sind somit ein Indikator für den Heizenergiebedarf. Weitere Faktoren, die die Entwicklung des Energieverbrauches bestimmen, sind die ständige Wohnbevölkerung sowie der Kraftfahrzeugbestand.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
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