Pressemitteilung: 12.305-145/20

Produktionsindex sank im Juni 2020 um 10,3% gegenüber Juni 2019

Wien, 2020-08-25 – Der arbeitstägig bereinigte Produktionsindex für den Produzierenden Bereich (ÖNACE 2008 B–F) ging nach Berechnungen von Statistik Austria im Juni 2020 im Jahresvergleich um 10,3% zurück. Seit März 2020 ist insbesondere die Produktion in der Metallbranche, im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Mineralölverarbeitung gegenüber dem Vorjahr rückläufig gewesen. Der Vergleich mit dem Vormonat zeigte jedoch eine beginnende Erholung einiger Branchen: Gegenüber Mai 2020 nahm der Produktionsindex saisonal bereinigt um 5,0% zu.

Monatsvergleich (saisonal bereinigt) gegenüber Mai 2020

Im Vergleich zu Mai 2020 stieg die Produktion in der Industrie (ÖNACE 2008 B–E) saisonal bereinigt (EU-harmonisiert) im Juni 2020 um 5,7%. Ein Vergleich der Verwendungskategorien mit dem Vormonat Mai 2020 zeigt folgendes Ergebnis: langlebige Konsumgüter +12,8%, Investitionsgüter +7,3%, Vorleistungsgüter +7,2%, kurzlebige Konsumgüter +3,8%, Energie +0,6%.

Jahresvergleich (arbeitstägig bereinigt) gegenüber Juni 2019

Der Produktionsindex in der Industrie (ÖNACE 2008 B–E) erreichte im Juni 2020 nach Arbeitstagen bereinigt (EU-harmonisiert) 102,4 Punkte und lag damit um 11,5% unter dem Ergebnis des Juni 2019. Die arbeitstägig bereinigte Produktion im Baugewerbe zeigte im Jahresvergleich ein Minus von 6,8%. Verglichen mit dem Vorjahresmonat Juni 2019 wiesen die Verwendungskategorien folgende Veränderungen auf: kurzlebige Konsumgüter -4,3%, langlebige Konsumgüter -5,9%, Energie -8,7%, Vorleistungsgüter -10,9%, Investitionsgüter -19,4%.

Nach starken Rückgängen im März und April zeichnete sich im Mai in einigen Produktionsbereichen eine Steigung des Produktionsindex im Vergleich zu den Vormonatswerten ab, die im Juni jedoch nur mehr moderat ausfiel oder erneut in eine leicht rückläufige Entwicklung umschlug. So erreichte beispielsweise der Maschinenbau an seinem bisherigen Tiefpunkt 2020 im April einen saisonal bereinigten Produktionsindex von 79,7 Punkten, während dieser im Mai 99,2 Punkte bzw. im Juni 98,7 Punkte aufwies. Ähnlich entwickelten sich die Textil- und Bekleidungsbranche sowie der Hochbau.

Die Metallbranche stagnierte im Mai weitgehend auf ihrem Wert vom Vormonat April und erfuhr im Juni einen deutlichen Anstieg. Die Herstellung von Kraftwagen wiederum ließ mit 32,5 Punkten im April einen kontinuierlich starken Zuwachs auf 65,5 Punkte im Mai und 91,5 Punkte im Juni erkennen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Produktionsindex finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Der Begriff Industrie entspricht hier dem Produzierenden Bereich ohne Bau (ÖNACE 2008 – Abschnitte B bis E) und beinhaltet auch Gewerbebetriebe. Somit ist dieser Begriff nicht ident mit dem Begriff Industrie laut Kammersystematik der Wirtschaftskammer Österreich. Die Produktionsergebnisse des Produktionsindex basieren auf der technischen Gesamtproduktion (diese setzt sich aus der Eigenproduktion für den Absatz bestimmt, den unternehmensinternen Lieferungen und Leistungen und der durchgeführten Lohnarbeit zusammen) bzw. auf der abgesetzten Produktion. 
Aufgrund der aktuellen Situation können Nachmeldungen und größere Revisionen nicht ausgeschlossen werden.

 

Tabelle 1: Produktionsindex Basis 2015 im Juni 2020 (EU-harmonisiert bereinigt) *
 Saisonal bereinigtSaisonal bereinigte Veränderung zum Vormonat in ProzentArbeitstägig bereinigtArbeitstägig bereinigte Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Insgesamt (B–F)103,75,0106,6-10,3
Industrie (B–E)100,55,7102,4-11,5
Bauwesen (F)115,23,1121,5-6,8
Verwendungskategorien 
Vorleistungen100,37,2104,1-10,9
Energie114,40,6102,4-8,7
Investitionsgüter94,17,399,2-19,4
Langlebige Konsumgüter101,112,8106,5-5,9
Kurzlebige Konsumgüter100,03,8100,3-4,3
Tabelle 2: Produktionsindex Basis 2015 im Mai 2020 (EU-harmonisiert bereinigt) *
 Saisonal bereinigtSaisonal bereinigte Veränderung zum Vormonat in ProzentArbeitstägig bereinigtArbeitstägig bereinigte Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Insgesamt (B–F)98,88,595,6-14,3
Industrie (B–E)95,17,592,0-16,1
Bauwesen (F)111,711,3108,0-8,7
Verwendungskategorien 
Vorleistungen93,62,995,1-16,8
Energie113,7-1,999,0-7,6
Investitionsgüter87,723,784,0-24,1
Langlebige Konsumgüter89,610,986,8-19,9
Kurzlebige Konsumgüter96,36,993,3-8,3

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Mag. Antonia FRÖHLICH-EGERER, Tel.: +43 (1) 71128-7586 bzw. antonia.froehlich-egerer@statistik.gv.at

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