Pressemitteilung: 12.228-068/20

Pflanzliche Produktion im Wirtschaftsjahr 2018/19 leicht gesunken

Wien, 2020-04-29 – Die pflanzliche Produktion sank im Wirtschaftsjahr 2018/19 laut Statistik Austria im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 2%. Zwar war die Obstproduktion überdurchschnittlich hoch, bei Zuckerrüben wurde jedoch die seit 1995 niedrigste Menge produziert. Das geht aus den aktuellen Versorgungsbilanzen hervor, die für den Wirtschaftszeitraum vom 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 (Wein: 1. August bis 31. Juli; Zucker: 1. Oktober bis 30. September) das Aufkommen und die Verwendung der wichtigsten pflanzlichen Erzeugnisse darstellen.

Im Wirtschaftsjahr 2018/19 wurden in Österreich 4,8 Mio. t Getreide (-1%), 728.000 t Obst (+116%), 634.500 t Gemüse (-5%), 697.900 t Kartoffeln (+7%), 386.900 t Ölsaaten (+1%) und 2,15 Mio. t Zuckerrüben (-28%) geerntet. Die Weinproduktion belief sich auf 2,75 Mio. hl (+11%).

Zur Deckung des Inlandsbedarfs wurden insgesamt 2,68 Mio. t Getreide (-9%), 1,53 Mio. t Obst und Gemüse (+2%), 293.100 t Kartoffeln (-1%), 709.800 hl Wein (-6%), 659.600 t Ölsaaten (+11%) sowie 343.700 t pflanzliche Öle (+5%) importiert.

Insgesamt standen 2018/19 im Inland 5,55 Mio. t Getreide (-2%), 2,41 Mio. t Obst und Gemüse (+18%), 837.000 t Kartoffeln (+3%), 799.100 t Ölsaaten (+1%), 411.400 t Pflanzenöle (-1%), 2,55 Mio. hl Wein (+4%) und 9,49 Mio. hl Bier (+3%) als Nahrungs- und Futtermittel sowie als Rohstoff für die industrielle Verarbeitung (Food und Non-Food) zur Verfügung.

Aus der heimischen Landwirtschaft konnte der Bedarf an Wein zu 108%, an Getreide zu 87%, an Kartoffeln zu 83%, an Obst zu 59%, an Gemüse zu 54%, an Ölsaaten zu 48% und an pflanzlichen Ölen zu 28% gedeckt werden.

Agraraußenhandelsvolumen gestiegen

Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2017/18 erhöhte sich das Agraraußenhandelsvolumen für pflanzliche und tierische Produkte von 23,5 Mrd. auf 24,2 Mrd. Euro (+3%). Das entspricht einem Anteil von 7,8% am gesamten Außenhandelsvolumen (311,1 Mrd. Euro). Der Wert der Agrarimporte stieg von 12,1 Mrd. auf 12,4 Mrd. Euro (+2%) und jener der Exporte von 11,4 Mrd. auf 11,8 Mrd. Euro (+4%). Haupthandelspartner waren die Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit einem Anteil von 83% an den Importen und 75% an den Exporten.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zu den Versorgungsbilanzen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Versorgungsbilanzen stellen eine Zusammenschau quantitativer und qualitativer Informationen über die Landwirtschaft und den Nahrungsmittelsektor dar. Um die Gesamtheit eines Produktes zu erfassen, berücksichtigt die Versorgungsbilanz eines landwirtschaftlichen Grunderzeugnisses (z. B. Getreide und Zucker) auch die wichtigsten Verarbeitungsprodukte (z. B. Mehl, Stärke und zuckerhaltige Waren) – vorausgesetzt, dass diese nicht Gegenstand eigener Bilanzen sind. Nur so ist es möglich, eine Gesamtübersicht über den Außenhandel und die Versorgung mit einem Produkt zu bekommen.  
Die Versorgungsbilanzen werden unter Berücksichtigung der nationalen Gegebenheiten (Produktions- und Vermarktungsstrukturen der Landwirtschaft sowie des Nahrungsmittelsektors, differenzierte Datenlage und -verfügbarkeit, Ermittlung und Anwendung technischer Koeffizienten in Detailbilanzen, außenhandelstechnische Vorgaben etc.) für die wichtigsten Nahrungs- und Futtermittel berechnet. Sie werden in produktspezifischen Detailbilanzen als Aufkommens- und Verwendungsrechnung publiziert.

 

Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Nahrungsmittel
ProduktEinheit2016/172017/182018/19
Gemüsekg112,8114,9113,2
Obstkg70,773,580,3
Weizen- und Roggenmehlkg75,172,873,0
Kartoffeln, Kartoffelstärke (in Kartoffelwert)kg57,655,553,3
Zuckerkg33,033,333,4
Reiskg4,75,04,9
Ölsaatenkg6,87,27,4
Pflanzenölekg13,713,914,0
WeinLiter26,926,727,7
BierLiter105,3104,7107,1

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