Pressemitteilung: 12.185-025/20

Laufende Gesundheitsausgaben lagen im Jahr 2018 bei 10,3% des Bruttoinlandsprodukts

Wien, 2020-02-13 – Die laufenden Gesundheitsausgaben einschließlich der Ausgaben für Langzeitpflege lagen in Österreich 2018 bei 10,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Insgesamt betrugen 2018 die Ausgaben für Gesundheitsleistungen und -güter laut Statistik Austria 39.791 Mio. Euro. Im Vergleich zu 2017 erhöhten sich die Gesundheitsausgaben nominell (zu laufenden Preisen) um 1.444 Mio. Euro bzw. um 3,8%; der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP war im Vergleich zum Vorjahr (10,4%) leicht rückläufig.

Österreich auf Platz 10 im internationalen Vergleich der Gesundheitsausgaben 2018

Im OECD-Vergleich liegt Österreich mit einem Anteil der laufenden Gesundheitsausgaben am BIP von 10,3% auf dem zehnten Platz, somit im oberen Mittelfeld der 36 OECD-Mitgliedstaaten und nahezu gleichauf mit Belgien und Norwegen. Angeführt wird der OECD-Vergleich erneut von den USA mit laufenden Gesundheitsausgaben in der Höhe von 16,9% des BIP, gefolgt von der Schweiz mit 12,2%. Der OECD-Durchschnitt der laufenden Gesundheitsausgaben beträgt 8,8% des BIP, jener der 22 EU-Mitgliedstaaten in der OECD beläuft sich auf 8,4% des BIP.

Unterschiedlicher Finanzierungsmix der Gesundheitsausgaben

Für Krankenanstalten, Unfallkrankenhäuser und Kur- sowie Rehabilitationseinrichtungen wurden 2018 in Österreich 15.368 Mio. Euro ausgegeben, dies entspricht 38,6% der laufenden Gesundheitsausgaben. Der Großteil davon (90,7%) wurde öffentlich durch die Sozialversicherungsträger sowie durch Bund, Länder und Gemeinden finanziert. Die privaten Finanziers (private Haushalte und Versicherungsunternehmen sowie private Organisationen ohne Erwerbszweck) trugen hier nur 9,3% oder 1.431 Mio. Euro zur Finanzierung bei.

Im Jahr 2018 wurden pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter (z. B. Medikamente, Seh- und Hörbehelfe, orthopädische Hilfsmittel etc.) um 6.703 Mio. Euro (16,8% der laufenden Gesundheitsausgaben) erworben. Diese Güter wurden zu rund 60,0% von den Sozialversicherungsträgern finanziert; 40,0% entfielen auf Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherungsunternehmen.

Die Ausgaben für Langzeitpflege (gemäß System of Health Accounts, siehe Informationen zur Methodik) lagen bei 5.867 Mio. Euro bzw. 14,7% der laufenden Gesundheitsausgaben. Sie verteilten sich zu 54,3% auf die Versorgung in Pflegeheimen (3.187 Mio. Euro) und zu 45,7% auf die häusliche Pflege (2.679 Mio. Euro). Die öffentliche Finanzierung der Langzeitpflege betrug 4.349 Mio. Euro bzw. 74,1%. Die private Finanzierung (private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck) belief sich auf 25,9% bzw. 1.517 Mio. Euro.

Die Mittel zur zahnärztlichen Gesundheitsversorgung in Höhe von 2.298 Mio. Euro wurden mehrheitlich privat aufgebracht (53,2%). Die Ausgaben für Facharztpraxen beliefen sich auf 1.824 Mio. Euro, 77,1% davon wurden öffentlich finanziert, 22,9% privat.

Rund 11,9 Mrd. Euro an öffentlichen Mitteln wurden für Fondskrankenanstalten aufgewendet

Die öffentlichen Ausgaben für die Fondskrankenanstalten inklusive Spitalsambulanzen betrugen 2018 11.945 Mio. Euro. Den Großteil der Ausgaben trugen die Sozialversicherungsträger mit einem Ausgabenanteil von 45,0% (5.380 Mio. Euro), danach folgten die Bundesländer mit 33,1% (3.956 Mio. Euro) sowie der Bund mit 11,2% (1.333 Mio. Euro) und die Gemeinden mit 10,7% (1.276 Mio. Euro).

Die höchsten öffentlichen Ausgaben für Fondskrankenanstalten im Jahr 2018 wurden mit 3.271 Mio. Euro in Wien, die niedrigsten im Burgenland mit 255 Mio. Euro verzeichnet. Dies spiegelt in erster Linie die unterschiedliche Einwohnerzahl der Bundesländer bzw. die Anzahl der versorgten Patientinnen und Patienten wider. Die Ausgaben stiegen zwischen 2017 und 2018 in den jeweiligen Bundesländern unterschiedlich stark: In Tirol (+7,2%) stiegen die Ausgaben am stärksten, die niedrigste Wachstumsrate gab es in Salzburg (+1,3%).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zu den Gesundheitsausgaben nach System of Health Accounts finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Gesundheitsausgabenrechnung folgt den Regeln des "System of Health Accounts" (SHA) und wird seit 2005 im Auftrag des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz erstellt. Dieses System von umfassenden, konsistenten und international vergleichbaren Gesundheitskonten wurde im Mai 2000 erstmals von der OECD in Form des Manuals "A System of Health Accounts" veröffentlicht. Inzwischen liegt eine von OECD, Eurostat und WHO revidierte Fassung des Manuals vor (A System of Health Accounts, 2011 Edition). 
Die laut Durchführungsverordnung der Europäischen Kommission (EU 2015/359) von den EU-Mitgliedstaaten verpflichtend zu erhebenden Daten umfassen die laufenden Gesundheitsausgaben, also jene Gesundheitsausgaben, welche keine Investitionen im Gesundheitsbereich beinhalten, untergliedert nach den drei SHA-Dimensionen Finanzierung (HF), Leistungserbringer (HP) sowie Gesundheitsleistungen und -güter (HC). Die Daten werden jährlich aktualisiert, von Statistik Austria publiziert und an OECD, EUROSTAT und WHO gemeldet und in deren Datenbanken und Publikationen veröffentlicht. 
Die laufenden Gesundheitsausgaben nach System of Health Accounts umfassen auch Ausgaben für Langzeitpflege. Unter Langzeitpflege gemäß SHA werden pflegerische Tätigkeiten sowie Unterstützung bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (sich bewegen, essen und trinken, sich waschen und ankleiden, etc.) verstanden. Hingegen werden u. a. Haushaltshilfe oder betreutes Wohnen als außerhalb der Gesundheitsversorgung betrachtet. 
Bei Fondskrankenanstalten handelt es sich um Akutkrankenanstalten in öffentlicher und privater Trägerschaft, welche über die neun Landesgesundheitsfonds (teil-)finanziert werden. Mit 87,3% (2018) der stationären Aufenthalte von Patientinnen und Patienten repräsentieren sie die wichtigste Gruppe der österreichischen Spitäler.

 

Tabelle 1: Laufende Gesundheitsausgaben in Österreich laut SHA1) 1990–2018, in Mio. Euro
Öffentliche und private laufende Gesundheitsausgaben2)19902000200520102015201620172018
Laufende Gesundheitsausgaben10.61619.66024.46030.24435.69237.02138.34739.791
Öffentliche Ausgaben7.89614.85018.09422.57626.43327.38128.36929.725
Private Ausgaben2.7204.8096.3667.6689.2599.6409.97910.066
Öffentliche Ausgaben, in % der laufenden Gesundheitsausgaben74,475,574,074,674,174,074,074,7
Private Ausgaben, in % der laufenden Gesundheitsausgaben25,624,526,025,425,926,026,025,3
Laufende Gesundheitsausgaben, in % des BIP7,89,29,610,210,410,410,410,3
Bruttoinlandsprodukt (BIP)136.135213.606254.075295.897344.269357.300370.296385.712
Laufende Gesundheitsausgaben für Langzeitpflege1.2932.5883.1694.4265.3025.5375.6795.867
Öffentliche Ausgaben für Langzeitpflege1.0502.1962.5473.4593.9664.0194.0674.349
Private Ausgaben für Langzeitpflege2433926239661.3361.5181.6121.517
Tabelle 2: Laufende öffentliche Gesundheitsausgaben für Fondskrankenanstalten 2018, in Mio. Euro
 BundLänderGemeindenSV-TrägerStaatWachstum Staat
2017 bis 2018
Österreich1.3333.9561.2765.38011.9454,0%
Burgenland2589111302553,6%
Kärnten77195984047754,1%
Niederösterreich2235724027431.9393,3%
Oberösterreich2125303799232.0435,3%
Salzburg84256743337471,3%
Steiermark168555247671.5134,1%
Tirol1202231584229237,2%
Vorarlberg47140792134794,7%
Wien3781.395511.4463.2713,2%

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