Pressemitteilung: 12.159-225/19

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand Ende September 2019: 281,4 Mrd. Euro oder 71,1% des BIP

Wien, 2019-12-30 – Die Staatsverschuldung betrug zum Stichtag 30. September 2019 nach Berechnungen von Statistik Austria 281,4 Mrd. Euro oder 71,1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit lag sie um 7,2 Mrd. Euro unter dem Wert am Ende des Vorjahresquartals (Q3/2018); die Schuldenquote (öffentliche Schulden im Verhältnis zum BIP) fiel in diesem Zeitraum um 4,5 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Ende des Vorquartals (Q2/2019) fiel der öffentliche Schuldenstand um 274 Mio. Euro, die Quote reduzierte sich um 0,6 Prozentpunkte des BIP. Diese Reduktion in absoluten Zahlen kann vor allem dem Bundessektor zugeschrieben werden, der seine Verbindlichkeiten um etwa 635 Mio. Euro verringern konnte.

Da bei der Berechnung des öffentlichen Schuldenstands die Forderungen gegenüber anderen staatlichen Stellen abgezogen werden ("intergovernmentale Forderungen" bzw. "konsolidierte Darstellung"), sind bei der Interpretation der Veränderung des Schuldenstands sowohl die Entwicklung der Verbindlichkeiten als auch der intergovernmentalen Forderungen zu berücksichtigen. Das gilt sowohl für den Staat insgesamt als auch für die Beiträge der einzelnen Teilsektoren zum öffentlichen Schuldenstand. Im Bundessektor wurden im 3. Quartal 2019 einerseits die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket weiter reduziert, anderseits kam es bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten) insgesamt zu einem Rückgang an Verpflichtungen, was sich vor allem auf einen stärkeren Anstieg der Forderungen des Bundes und somit einen höheren Konsolidierungsbeitrag zurückführen lässt.

Darüber hinaus gab es einen leichten Anstieg an Verbindlichkeiten im Landessektor und im Gemeindesektor. In diesen beiden Teilsektoren konnten vermehrt Gläubigerwechsel von Finanzinstituten zur Kerneinheit Bund beobachtet werden. Wie bereits angemerkt, führte dies auch zu einem Anstieg der intergovernmentalen Forderungen des Bundes.

Ohne die Sondereffekte des Bankenpakets würde die Schuldenquote ab Ende des 2. Quartals 2019 erstmals seit Ende des 4. Quartals 2008 wieder unter 70% des BIP liegen.

Von der Art der Verschuldung entfielen 235,9 Mrd. Euro auf Anleihen, 43,9 Mrd. Euro auf Kredite und 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Staatsverschuldung finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik: Der öffentliche Schuldenstand wird in der EU-Verordnung Nr. 220/2014 definiert. Anknüpfungspunkt für die Klassifikationen in dieser EU-Verordnung ist dabei das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010, EU-Verordnung Nr. 549/2013). Die einzelnen Teilsektoren des Staates umfassen die Gebietskörperschaften ("Kerneinheiten") sowie die ihnen zugeordneten ausgegliederte Einheiten und Kammern. Der Beitrag der einzelnen Teilsektoren wird um die intergovernmentalen Forderungen bereinigt ("konsolidiert").

 

Tabelle 1: Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand Ende 3. Quartal 2018 bis Ende 3. Quartal 2019
Quartal/Jahrin Mio. Euroin % des BIPDifferenz zum Vorquartal
in Mio. Euroin Prozentpunkten
Q3/2018288.67075,7-752-0,8
Q4/2018285.28774,0-3.383-1,7
Q1/2019283.08172,7-2.207-1,2
Q2/2019281.70271,8-1.378-1,0
Q3/2019281.42871,1-274-0,6
Tabelle 2: Absolute und relative Veränderung vom Ende des 2. Quartals 2019 zum Ende des 3. Quartals 2019 nach Teilsektoren des Staates
Teilsektoren des StaatesÖffentlicher Schuldenstand in Mio. EuroVeränderung zum Vorquartal
Q3/2019
Q2/2019in Mio. Euroin Prozent
Staat insgesamt281.428281.702-274-0,1
Bundessektor244.040244.676-635-0,3
Landessektor20.97520.7642111,0
Gemeindesektor16.19716.0831140,7
Sozialversicherungsträger2161803619,8

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