Pressemitteilung: 11.789-100/18

Urlaubseuro 2018: Starker Euro macht Überseereisen günstiger, weiterhin merkliche Kaufkraftvorteile im Osten und Süden Europas

Wien, 2018-05-24 – Aktuelle Berechnungen von Statistik  Austria über Preisniveaus und die damit verbundene Kaufkraft der Österreicherinnen und Österreicher im Ausland ergeben für April  2018 weiterhin merkliche Kaufkraftvorteile im Osten Europas und in den klassischen mediterranen Urlaubsdestinationen. Für 100 in Österreich verdiente Euro erhält man in Kroatien für einen vergleichbaren tourismusrelevanten Warenkorb Waren und Dienstleistungen im Wert von durchschnittlich 153  Euro, in Portugal 131 Euro, in Griechenland 129  Euro, in Spanien 123 Euro und in Italien, dem beliebtesten Reiseziel der Österreicherinnen und Österreicher, 108  Euro. Die mit Abstand teuersten Reiseziele sind weiterhin die Schweiz (74 Euro), Dänemark (76  Euro) und Schweden (84 Euro).

Weiterhin signifikantes West-Ost-Preisgefälle in Europa

In ausgewählten osteuropäischen Ländern erhält man wie in den Vorjahren für einen Wert von 100 Euro rund um die Hälfte mehr an vergleichbaren Produkten und Dienstleistungen als in Österreich. Bulgarien rangiert mit 213 Euro als preisgünstigste Destination vor Rumänien (191 Euro), Ungarn (165 Euro), Tschechien (164 Euro), Polen (154 Euro) und der Slowakei (144 Euro).

Die Türkei verzeichnete mit rund 11% Inflation im Jahresabstand einen starken Anstieg der Konsumentenpreise. Gleichzeitig verlor die türkische Lira massiv an Wert (rund 28%), was zusammen einen Gegenwert von derzeit 196  Euro ergibt (2017: 167 Euro). Das beliebte Urlaubsland Kroatien bringt für Reisende im Landesdurchschnitt einen Euro-Gegenwert von unverändert 153, in Slowenien beträgt der Kaufkraftvorteil immerhin noch rund ein Viertel (122 Euro).

Starker Euro macht vor allem Überseedestinationen attraktiver

Der starke Euro-Wechselkurs macht Reisen in bekannte Überseedestinationen günstiger: Für USA-Reisende bietet sich mit einem Gegenwert von 105 Euro (April  2017: 92 Euro) ein kleiner Kaufkraftgewinn, nicht zuletzt durch den fast 15-prozentigen Kursgewinn des Euro gegenüber dem US-Dollar im Jahresabstand. Ähnlich stark war der Kursgewinn des Euro von rund 12% gegenüber den Landeswährungen in Australien (der Gegenwert beträgt nunmehr 86 Euro gegenüber 76 Euro im Vorjahr) und in Mexiko (Euro-Gegenwert nunmehr 180 Euro gegenüber 160 Euro im Vorjahr). Auch der japanische Yen verbuchte einen zweistelligen Kursverlust; Japan liegt nunmehr bei einem Gegenwert von 109  Euro nach 96 Euro im Vorjahr.

Der starke Euro machte auch vor europäischen Währungen nicht Halt; trotz Kursverlusten gehören jedoch die Schweiz (74  Euro; 2017: 66 Euro) und Schweden (84 Euro; 2017: 78 Euro) zu den teuersten Destinationen im 28-Länder umfassenden Set.

Wenig Veränderung in der Eurozone

Aufgrund der gemeinsamen Währung und allgemein niedrigen Inflationsraten (zwischen -0,1% in Irland und 3% in der Slowakei; Österreich +1,8% im Jahresabstand) sind innerhalb der Eurozone nur geringfügige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Irland mit 92 Euro bzw. Belgien, Frankreich und die Niederlande mit 94 bis 96 Euro stellen weiterhin die teuersten Destinationen dar, während man in Deutschland mit 99  Euro im Landesdurchschnitt annähernd gleich viel an Gütern und Dienstleistungen wie in Österreich bekommt.

Weitere Informationen zu Kaufkraftparitäten und internationalen Preisniveauvergleichen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Kaufkraftparitäten (KKP) sind in ihrer einfachsten Form Preisrelationen in Landeswährung für identische bzw. vergleichbare Güter und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern (z. B. Preis für 1 Liter stilles Mineralwasser in Österreich in Euro in Relation zum Preis für 1 l stilles Mineralwasser in der Schweiz in Schweizer Franken – in Slowenien in Euro, etc.; 1 kg Reis, 1 Flasche Whisky, 1 Tagesticket für den öffentlichen Verkehr, 1 Paar Herrenschuhe, 1 Nächtigung im 4*-Hotel, 1 Portion Spaghetti Bolognese im Restaurant etc). Einzel-KKP werden für sämtliche Positionen eines vergleichbaren Warenkorbes (nach ECOICOP) ermittelt und zu Ausgabengruppen hochaggregiert. Die KKP stammen aus Erhebungen im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsvergleichsprogramms ("European Comparison Programme" – ECP) unter der Ägide von EUROSTAT und der OECD, das laufend Informationen über etwa 2.400 vergleichbare Güter und Dienstleistungen pro Land liefert. Für die Berechnung des "tourismus-relevanten Preisniveaus" wurde eine spezielle Gewichtung der einzelnen Ausgabenkategorien vorgenommen, die dem österreichischen Tourismus-Satellitenkonto (Statistik Austria) entnommen wurde. Das Hauptgewicht – rund 60 Prozent – entfällt auf die Bereiche "Beherbergung" sowie "Restaurants und Gaststätten". 
Zur Extrapolation der Daten auf den aktuellen Stand wurden die zuletzt verfügbaren Verbraucherpreisindizes und Wechselkursinformationen der einzelnen Länder herangezogen. Die eingesetzten KKP beziehen sich auf nationale Durchschnittswerte. Für flächenmäßig größere Länder und/oder Länder mit starken Preisdifferenzen in einzelnen Regionen (Stadt/Land, Norden/Süden, touristisches Zentrum/Hinterland) kann sich das Preisniveau an einem spezifischen Urlaubsort innerhalb des Landes anders darstellen als im Landesdurchschnitt. 
Preisniveauindex (PNI) = KKP / Wechselkurs x 100 
Euro-Gegenwert (zu 100 Euro) = 10.000 / PNI

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Werner EISENRAUCH, Tel.: +43 (1) 71128-7283 bzw. werner.eisenrauch@statistik.gv.at.

 

Touristenparitäten, Preisniveauindizes und Euro-Gegenwert, April 2018
LandTouristische KKP 
(AT=1)
Preisniveauindex1) 
(AT=100)
Euro-Gegenwert2) 
(AT= € 100)
Österreich1,0000100,0100
Belgien1,0633106,394
Bulgarien0,918547,0213
Dänemark9,8579132,476
Deutschland1,0133101,399
Frankreich1,0509105,195
Griechenland0,772377,2129
Irland1,0885108,992
Italien0,929693,0108
Kroatien4,851365,4153
Niederlande1,0451104,596
Polen2,720964,9154
Portugal0,765976,6131
Rumänien2,441052,4191
Schweden12,2937118,584
Schweiz1,5998134,574
Slowakei0,696469,6144
Slowenien0,818481,8122
Spanien0,813081,3123
Tschechien15,470461,0164
Türkei2,550151,0196
Ungarn189,149960,7165
Vereinigtes Königreich0,8851101,599
Zypern0,857085,7117
Australien1,8614116,586
Japan121,674992,1109
Mexiko12,507755,4180
USA1,173595,6105

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