Pressemitteilung: 11.658-218/17

Inflation sinkt im Oktober 2017 auf 2,2%

Wien, 2017-11-16 – Die Inflationsrate für Oktober 2017 lag nach Berechnungen von Statistik Austria bei 2,2% (September +2,4%). Ausschlaggebend für diesen Rückgang war ein schwächerer Preisauftrieb insbesondere bei Treibstoffen sowie bei Flugtickets ins Ausland. Die Ausgaben für Wohnung, Wasser, Energie erwiesen sich als der bedeutendste Preistreiber, gefolgt von jenen für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat Oktober bei 103,7. Gegenüber dem Vormonat September stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,1%.

Ohne Wohnung, Wasser, Energie sowie Nahrungsmittel hätte die Inflation 1,5% betragen

Die Preise für Wohnung, Wasser, Energie stiegen im Jahresabstand um durchschnittlich 1,9% und beeinflussten die allgemeine Teuerung mit +0,38 Prozentpunkten. Dazu trugen vor allem Wohnungsmieten bei, die um 4,5% über Vorjahresniveau lagen (Einfluss: +0,23 Prozentpunkte). Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich durchschnittlich um 2,0% (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Haushaltsenergie verbilligte sich hingegen insgesamt um 0,9%. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren die um 5,2% niedrigeren Strompreise (Einfluss: -0,11 Prozentpunkte). Die Preise für Gas stiegen um 0,6%, für Fernwärme um 1,5%, für feste Brennstoffe um 4,5% und für Heizöl um 5,1%.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten um durchschnittlich 3,2% mehr (Einfluss: +0,37 Prozentpunkte), was hauptsächlich an den Nahrungsmitteln lag, die sich um insgesamt 3,4% verteuerten (Einfluss: +0,35 Prozentpunkte; Milch, Käse und Eier insgesamt +6,1%, Öle und Fette insgesamt +19,7%, davon Butter +42,5%, Fleisch +2,1%, Brot und Getreideerzeugnisse +1,6%, Fisch +8,9%, Gemüse +3,1%, jedoch Obst 0,0%). Alkoholfreie Getränke kosteten um 2,0% mehr.

Ausgaben für Freizeit und Kultur erhöhten sich um durchschnittlich 3,3% (Einfluss: +0,37 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren Freizeit- und Kulturdienstleistungen (insgesamt +2,4%; Einfluss: +0,11 Prozentpunkte) sowie Geräte für Audiovision, Fotografie und EDV (insgesamt +6,9%; Einfluss: +0,08 Prozentpunkte). Pauschalreisen verteuerten sich um durchschnittlich 3,5%, Zeitungen und Zeitschriften um 9,6% und Pflanzen um 7,3%.

Restaurants und Hotels verteuerten sich um durchschnittlich 2,9% (Einfluss: +0,30 Prozentpunkte). Dazu trugen fast ausschließlich teurere Bewirtungsdienstleistungen bei (insgesamt +3,1%; Einfluss: +0,29 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 0,6% mehr.

Die Preise für Verkehr stiegen um durchschnittlich 1,7% (Einfluss: +0,22 Prozentpunkte). Treibstoffe, verteuerten sich insgesamt um 3,3% (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte), deutlich weniger als im September mit +5,1% (Einfluss: +0,18 Prozentpunkte). Flugtickets ins Ausland kosteten um 9,4% mehr (Einfluss: +0,03 Prozentpunkte). Im September hatten sie noch um 16,9% zugelegt (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte). Die Preise für Reparaturen privater Verkehrsmittel stiegen um 2,1%.

Ausgaben für Nachrichtenübermittlung gingen um durchschnittlich 3,1% zurück (Einfluss: -0,07 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren billigere Telefon- und Telefaxdienste (insgesamt -3,2%).

Inflation Oktober 2017 gegenüber September 2017: +0,1%

Die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe (durchschnittlich +1,9%; Einfluss: +0,10 Prozentpunkte) erwiesen sich als Hauptpreistreiber im Monatsabstand. Hauptverantwortlich dafür war der nun vollständige Umstieg auf die neuen Herbst- und Winterkollektionen. Bekleidungsartikel verteuerten sich dadurch gegenüber September 2017 insgesamt um 2,3%, Schuhe um 1,0%.

Die Preise für Freizeit und Kultur verzeichneten durchschnittliche Rückgänge von 0,8% (Einfluss: -0,09 Prozentpunkte) und waren damit Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand. Vor allem saisonbedingt verbilligte Pauschalreisen (insgesamt -6,1%) schlugen hier durch.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Oktober 2017: +2,3%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Oktober bei 104,10 (September 103,90 revidiert). Die harmonisierte Inflationsrate betrug +2,3% (September +2,5% revidiert); der Unterschied zum VPI von +0,1 Prozentpunkten beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe methodische Informationen). Merkliche Preisanstiege für Restaurants und Hotels, für Flugtickets ins Ausland sowie für Bekleidungsartikel (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI gegenüber dem VPI deutlich. Teuerungen für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen, für Mieten sowie für Versicherungsdienstleistungen (jeweils geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) dämpften hingegen den HVPI gegenüber dem VPI.

Inflation für täglichen und wöchentlichen Einkauf deutlich höher als jene des VPI

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen und den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, erhöhte sich im Jahresabstand um 5,7% (September +5,3%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 3,4% (September +3,6%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Methodische Informationen, Definitionen: Für den VPI wird seit Jänner 2016 eine neue Indexperiode mit dem Basisjahr 2015 veröffentlicht. Jede Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Jahresmesszahl des neuen Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) wird für das Basisjahr 2015 auf 100,0 normiert. Der HVPI wird seit Jänner 2016 ebenfalls auf Basis 2015 veröffentlicht. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung). 
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunktes (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren.  
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI "Bekleidung und Schuhe" ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept).  
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen.  
ECOICOP: Die ECOICOP 5-Steller liegen auch für den HVPI-CT auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2014 vor. Weiters wurden in der Eurostat-Datenbank die ECOICOP 5-Steller für den HVPI auf Basis 2015 = 100 rückwirkend ab 12/2012 publiziert. Die weitere Ergänzung zurück bis 12/2005 wird mit einer der nächsten Publikationen erfolgen.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Michaela MAIER, Tel. +43 (1) 71128-7187 bzw. michaela.maier@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
Oktober 
2017/ 
Oktober 
2016
Oktober 
2017/ 
September 
2017
September 
2017/ 
September 
2016
Oktober 2017/ 
Oktober 
2016
Oktober 
2017/ 
September 
2017
Oktober 
20172)
September 
20173)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
Verbraucherpreisindex 2015 (gesamt)2,20,12,4--103,7103,6
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 5,70,95,3--107,8106,8
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) 3,40,63,6--103,8103,2
Index ohne Saisonwaren 20152,20,12,3--103,7103,64)
Index der Saisonwaren 20152,12,40,8--100,598,1
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20155)1,50,32,1--101,1100,8
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20156)2,30,22,5--104,10103,904)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20157)2,30,22,5--103,91103,714)
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015 
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke3,20,73,10,3720,080104,0103,3
02 Alkoholische Getränke und Tabak3,70,33,60,1500,011105,7105,44)
03 Bekleidung und Schuhe2,31,93,20,1180,095110,2108,14)
04 Wohnung, Wasser, Energie1,90,21,80,3840,050103,2103,0
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,00,60,80,0680,046102,9102,3
06 Gesundheitspflege1,90,71,00,1040,037104,0103,34)
07 Verkehr1,7-0,22,70,222-0,031101,1101,3
08 Nachrichtenübermittlung-3,1-0,3-2,7-0,067-0,00795,996,2
09 Freizeit und Kultur3,3-0,83,40,366-0,089103,7104,54)
10 Erziehung und Unterricht2,10,11,90,0260,002103,8103,74)
11 Restaurants und Hotels2,9-0,43,20,303-0,049106,0106,4
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen1,8-0,11,80,153-0,005103,3103,4

 

Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im Oktober 2017 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung gegenüber Oktober 2016Einfluss auf Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien4,50,228
Zigaretten4,30,094
Dieseltreibstoff3,50,073
Butter42,50,070
Betriebskosten, Mietwohnung2,10,043
Preissenker  
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Tag-6,9-0,114
Mobiltelefongerät-6,4-0,018
Küchenelement, Unterschrank-3,9-0,011
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Nacht -6,6-0,010
Bestseller, Kinderbuch -24,0-0,009
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Oktober 2017 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung gegenüber September 2017Einfluss auf Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Dieseltreibstoff1,70,036
Wohnungsmiete, alle Kategorien0,60,028
Wahlarzt, Zahnarzt5,60,013
Heizöl extra leicht, Großabnahme2,40,013
Vollwaschmittel
5,10,010
Preissenker  
Flugpauschalreisen-6,9-0,106
Flugticket Ausland-10,2-0,056
Übernachtung im Ausland-16,3-0,042
Städteflug-8,5-0,023
Bestseller, Kinderbuch-27,0-0,011

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate,  
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
Oktober 
2017/ 
Oktober 
2016
Oktober 
2017/ 
September 
2017
Oktober 
2017/ 
Oktober 
2016
Oktober 
2017/ 
September 
2017
Oktober 
20171)
September 
20172)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)2,20,1 - -103,7103,6
A,E,FGüter2,00,51,0690,298103,0102,5
A,EIndustriegüter und Energie1,60,60,5700,207102,5101,9
AIndustriegüter1,70,50,5000,155103,5103,0
A1Kurzlebige Industriegüter2,10,20,2280,030101,5101,3
A2Halbdauerhafte Industriegüter1,81,20,1580,107107,1105,8
A3Dauerhafte Industriegüter1,00,20,1140,018102,2102,0
EEnergie0,80,60,0700,05298,397,7
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme-1,90,3-0,0780,01097,597,2
E2Mineralölprodukte3,71,10,1470,04298,997,8
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol3,40,60,4990,091104,5103,9
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol3,80,50,3890,050104,9104,4
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)2,81,30,0590,031103,2101,9
F3Fleisch- und Wurstwaren2,10,40,0500,010103,8103,4
SDienstleistungen2,4-0,31,109-0,158104,5104,8
S1Verkehrsdienstleistungen2,0-0,70,135-0,054103,6104,3
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,80,30,3540,028105,5105,2
S3Reisen und Unterkunft2,4-5,50,077-0,18899,3105,1
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,90,20,4250,021106,5106,3
S5Kommunikationsdienstleistungen-2,70,2-0,0470,00396,095,8
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen2,30,40,1650,032104,5104,1

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