Pressemitteilung:
Statistisches Jahrbuch für Migration & Integration 2015: Rund 20% der Bevölkerung Österreichs hat Migrationshintergrund
Wien, 2015
Menschen mit Migrationshintergrund stammen zu zwei Drittel aus Nicht-EU-Staaten
Von den 1,715 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund
kamen 39% bzw.
Geringere Bildungsbeteiligung von im Ausland geborenen Jugendlichen
Rund 77% der 15- bis 19-Jährigen befanden sich 2012 in Aus- oder Weiterbildung. Bei im Ausland geborenen Jugendlichen waren es allerdings nur 60%. Die Bildungsbeteiligung von im ehemaligen Jugoslawien, der Türkei und in den EU-Staaten vor 2004 geborenen Jugendlichen lag bei rund zwei Drittel. Spürbar niedriger war sie bei in anderen Drittstaaten (53%) sowie den ab 2004 beigetretenen EU-Staaten (56%) geborenen Jugendlichen.
Größerer Anteil von niedrigen Stundenlöhnen bei der im Ausland geborenen Bevölkerung
Im Durchschnitt der drei Jahre 2012 bis 2014 verdienten rund 14% aller Erwerbstätigen einen Stundenlohn von weniger als zwei Drittel des Medians, bei im Ausland geborenen Erwerbstätigen war der Anteil mit 28% hingegen doppelt so hoch. Im Niedriglohnsektor besonders stark vertreten waren in Nicht-EU-Staaten geborene Erwerbstätige (33%), während von den in der EU geborenen Erwerbstätigen 20% einen Niedriglohn bezogen.
Genau gegengleich war die Verteilung bei den höheren Stundenlöhnen, die um mehr als ein Drittel über dem Median liegen: Konnten sich 27% der in Österreich geborenen Erwerbstätigen über höhere Stundenlöhne freuen, waren es bei im Ausland geborenen Erwerbstätigen lediglich 13%. Nur 7% der in Nicht-EU-Staaten geborenen Erwerbstätigen verdienten mehr als 133% des Median-Stundenlohns.
Ausländische Staatsangehörige stärker von Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen
Die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsangehöriger lag im Jahr 2014 bei 12,1%, jene der Österreicherinnen und Österreicher bei 7,6%. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies eine Zunahme von 0,6 Prozentpunkten bei österreichischen Staatsangehörigen, jedoch von 1,5 Prozentpunkten bei Ausländerinnen und Ausländern. Besonders stark von Arbeitslosigkeit betroffen waren türkische Staatsangehörige (17,8%) sowie Personen aus anderen Drittstaaten außerhalb des ehemaligen Jugoslawiens (20,3%). Bei diesen beiden Gruppen war auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu 2013 mit 2,4 bzw. 3,1 Prozentpunkten am höchsten.
Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen finden Sie im Statistischen Jahrbuch für Migration und Integration 2015.
Methodische
Informationen, Definitionen: Das Statistische Jahrbuch für Migration
und Integration erscheint in der vorliegenden Form zum sechsten Mal.
Neben aktuellen Daten und Fakten rund um die Themen Migration und Integration
sind darin auch 25 im Nationalen Aktionsplan "Integration"
definierte Indikatoren zur Beurteilung von Integrationsprozessen enthalten
– von demographischen Aspekten über die sozioökonomische Situation
bis zum Thema Sicherheit. Durch die Einbeziehung von unterschiedlichen
Quellen sowie durch Anreicherung von vorhandenen Daten konnten quer
über alle Statistikbereiche aussagekräftige Informationen zusammengetragen
werden. Die in der Publikationen enthaltenen Informationen zum Integrationsklima
wurden im Rahmen einer im Frühjahr 2015 durchgeführten Erhebung von
GfK-Austria erfasst und von der Kommission für Migrations- und Integrationsforschung
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgewertet.
Einen Migrationshintergrund haben jene
Personen, deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Personen
mit einem in Österreich geborenen Elternteil haben somit keinen Migrationshintergrund.
Für die Zuordnung des Herkunftslandes ist das Geburtsland der Mutter
ausschlaggebend.
Für die Berechnung der Stundenlöhne
wurden die Brutto-Einkommen aller für mind. 12 Wochenstunden unselbstständig
Beschäftigten über 15 Jahre ohne Lehrlinge herangezogen. Der Brutto-Median-Stundenlohn
liegt für den Dreijahresdurchschnitt 2012 bis 2014 bei 13,28 Euro.
Die Niedriglohngrenze gemäß ILO-Definition
entspricht 66,7% des Brutto-Median-Stundenlohns, das sind für 2012
bis 2014 8,85 Euro. Unter Hochlohnsektor
werden Stundenlöhne über der doppelten Niedriglohngrenze, also 133,3%
des Medians (2012–2014: 17,71 Euro), definiert.
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion
Bevölkerung, Statistik Austria:
Dr. Stephan MARIK-LEBECK, Tel.:
Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.:
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA


