Pressemitteilung: 10.486-062/13

Durchschnittliche Klassengröße sank ab dem Schuljahr 2007/08 vor allem im Pflichtschulbereich

Wien, 2013-03-19 – Fünf Jahre nach Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen von Volksschulen, Hauptschulen, AHS-Unterstufe und Polytechnischen Schulen auf den Richtwert 25 sind deutliche Auswirkungen zu bemerken. Die Klassengröße ist nach Berechnungen von Statistik Austria vor allem im Pflichtschulbereich – teilweise auch zusätzlich bedingt durch den Geburtenrückgang seit den frühen 1990er Jahren – stetig gesunken: Saßen im Schuljahr 2006/07 noch 16,1% der Volksschulkinder in Klassen mit mehr als 25 Schülerinnen und Schülern, waren es 2011/12 nur noch 1,0%. Die durchschnittliche Klassenschülerzahl sank in diesem Zeitraum von 19,9 auf 18,3 Kinder. Obwohl es im Fünfjahresvergleich um etwa 19.000 weniger Kinder in Volksschulen gab, stieg die Anzahl der geführten Klassen um 462 auf 17.929 an.

In Hauptschulen ist der Anteil der Kinder in Klassen mit mehr als 25 Schülerinnen und Schülern in den letzten fünf Jahren von 35,3% auf 2,1% zurückgegangen. Die durchschnittliche Klassenschülerzahl ist im gleichen Zeitraum von 22,9 auf 19,9 gesunken. In dem 2007/08 neu eingeführten Schultyp Neue Mittelschule lag die durchschnittliche Klassenschülerzahl im Schuljahr 2011/12 bei 20,8 und der Anteil der Kinder in Klassen über dem Richtwert 25 bei 5,5% – beide Werte lagen zwar über dem aktuellen Wert der Hauptschulen, aber noch immer deutlich unter den Vergleichszahlen der Hauptschulen im Fünfjahresvergleich.

In der AHS-Unterstufe hat sich der Anteil der Kinder in Klassen über dem Richtwert 25 zwar halbiert (2006/07: 77,3%, 2011/12: 38,7%), dennoch waren im Schuljahr 2011/12 noch immer vier von zehn Schülerinnen und Schülern in Klassen mit mehr als 25 Kindern untergebracht. Im Fünfjahresvergleich ist die Klassenanzahl um 257 auf 8.568 gestiegen, obwohl die Schülerzahl in diesem Schultyp – bedingt durch den Geburtenrückgang seit den frühen 1990er-Jahren – um knapp 7.500 zurückgegangen ist. Die durchschnittliche Klassenschülerzahl betrug zuletzt 24,2 (2006/07: 27,4).

BMS- und BHS-Klassen ohne Senkung des Richtwerts

Die durchschnittlichen Klassenschülerzahlen in der Primarstufe und der Sekundarstufe I variieren von der 1. bis zur 4. Klasse nur geringfügig. In den Schultypen der Sekundarstufe II, die von der Senkung der Klassenschülerzahlen auf den Richtwert 25 nicht betroffen waren, zeigen sich hingegen große Unterschiede nach der Schulstufe. So heißt es bei berufsbildenden höheren Schulen (BHS) vor allem in den ersten Klassen enger zusammenrücken – 2011/12 saßen durchschnittlich 29,7 Schülerinnen und Schüler in einer ersten Klasse. Aufgrund der relativ hohen Verlustraten in diesem Schultyp sank die durchschnittliche Klassenschülerzahl dann auf 21,8 in den fünften Klassen ab, der Durchschnitt über alle fünf Klassen lag bei 24,8 und war damit zumindest geringfügig niedriger als fünf Jahre zuvor (25,0). Vergleichbar stark und ebenfalls wegen hoher Verlustraten im Bildungsverlauf variieren die durchschnittlichen Schülerzahlen nach der Klassenhöhe auch an berufsbildenden mittleren Schulen (BMS), sie reichen von 26,7 in den ersten Klassen bis zu 19,9 in den dritten bzw. 17,5 in den vierten Klassen.

Im internationalen Vergleich kleine Klassen im Volksschulbereich

Im internationalen Vergleich weist Österreich mit durchschnittlich rund 18 Schülerinnen und Schülern eher kleine Volksschulklassen auf; der Durchschnitt der 21 EU-Staaten, die wie Österreich OECD-Mitglied sind, beläuft sich auf 20 Schülerinnen und Schüler pro Klasse. Bei der Sekundarstufe I liegt Österreich mit 22 Schülerinnen und Schülern genau im Durchschnitt dieser EU-Staaten.

Detaillierte Ergebnisse der Schulstatistik 2011/12 finden Sie auf unserer Webseite.

 

Methodische Informationen, Definitionen: In Österreich umfasst die Primarstufe die 1. bis 4. Schulstufe an Volksschulen, Sonderschulen und sonstigen allgemein bildenden (Statut-)Schulen. Die Sekundarstufe I umfasst die 5. bis 8. Schulstufe an Hauptschulen, Neuen Mittelschulen, allgemein bildenden höheren Schulen (AHS-Unterstufe) und sonstigen allgemein bildenden (Statut-)Schulen. Die Sekundarstufe II umfasst Polytechnische Schulen, allgemein bildende höhere Schulen ab der der neunten Schulstufe (AHS-Oberstufe), sonstige allgemein bildende (Statut-)Schulen ab der 9. Schulstufe, Berufsschulen, berufsbildende mittlere Schulen (BMS), berufsbildende höhere Schulen (BHS) und Lehrer- und Erzieherbildende höhere Schulen.  
EU21: Für einige internationale Indikatoren wurde der EU21-Durchschnitt berechnet. Dies entspricht dem ungewichteten Mittel der 21 OECD-Staaten, welche gleichzeitig Teil der EU-27-Staaten sind.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Regina RADINGER, Tel. +43 (1) 71128-7457 bzw. Regina.Radinger@statistik.gv.at und  
Harald GUMPOLDSBERGER, Tel. +43 (1) 71128-7216 bzw. Harald.Gumpoldsberger@statistik.gv.at

Tabelle: Klassenschülerzahlen 2011/12 im Vergleich zu 2006/07
Ausgewählte SchultypenKlassen
insgesamt
Durchschnittl.
Schülerzahl
pro Klasse
Anteil der Kinder
in Klassen mit
> 25 Schülern in %
2011/122006/072011/122006/072011/122006/07
Volksschulen17.92917.46718,319,91,016,1
Hauptschulen8.27311.24019,922,92,135,3
Neue Mittelschulen2.733-20,8-5,5-
Polytechnische Schulen87894220,622,72,335,1
AHS-Unterstufe4.5194.26224,227,438,777,3
AHS-Oberstufe 1)3.8783.66222,322,732,838,3
Berufsbild. mittlere Schulen 2)1.9211.99022,623,846,050,5
Berufsbild. höhere Schulen 3)4.8774.81624,825,055,155,8

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088  
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA