Mikrozensus ab 2004

Durch den Mikrozensus werden Grundinformationen zu den Bereichen Erwerbsstatistik und Wohnungsstatistik ständig aktuell gehalten und die wichtigsten Veränderungen der wirtschaftlichen und sozialen Lage der österreichischen Wohnbevölkerung schnell festgestellt. Der Mikrozensus liefert international vergleichbare Daten zu Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Bildung und stellt weiters eine Ergänzung zur Volkszählung dar, die seit 2011 als Registerzählung durchgeführt wird. Pro Quartal werden rund 22.500 Haushalte in Österreich befragt. Die Basis zur Stichprobenziehung bildet das Zentrale Melderegister (ZMR), aus dem per Zufallsauswahl die Haushalte ausgewählt werden. Innerhalb von zehn Jahren darf ein privater Haushalt an derselben Stichprobenadresse nur in bis zu fünf aufeinander folgenden Kalenderquartalen zur Befragung herangezogen werden.

Erhebungsmethoden

Zitat EwStVerordnung 111/2010 § 7 Absatz 5:

"Die Befragungen sind entweder durch persönliche Vorsprache von Interviewern (Face-to-Face-Interviews), im Wege telefonischer Interviews oder schriftlich durchzuführen. Die Auswahl aus diesen Erhebungsmethoden ist von der Bundesanstalt nach den Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit zu treffen."

Die Auswahl der Erhebungsmethoden obliegt demgemäß der Statistik Austria. Für den Mikrozensus stehen als Erhebungsmethoden vor allem die persönliche und die telefonische Befragung zur Verfügung.

Erhebungsstab

Zum Zweck der Mikrozensus-Befragung in den Haushalten verfügt die Statistik Austria über einen flächendeckenden Erhebungsstab von ca. 150 Personen.

Telefonstudio

Statistik Austria verfügt über ein modernes Telefonstudio mit 44 Plätzen.

Telefonstudio

Telefonstudio

Mikrozensus-Fragebogen

Der Schwerpunkt der Fragen des Mikrozensus liegt bei den Themen „Erwerbstätigkeit" und „Wohnen". Dazu kommen einige wenige soziodemographische Fragen (Geburtsdatum, Geschlecht, Schulbildung und ähnliches). Vergleichbare Erhebungen finden auch in allen anderen Ländern der Europäischen Union und in den Beitrittsländern statt (LFS - Labour Force Survey). Diese Daten dienen unter anderem dazu, für alle Länder laufend vergleichbare Statistiken über die Erwerbsbeteiligung und das Niveau der Arbeitslosigkeit erstellen zu können. Darüber hinaus werden einem Teil der Haushalte jährlich wechselnde zusätzliche Fragen (Ad-hoc-Module) zu einem Thema gestellt, das für den Arbeitsmarkt besonders relevant ist.

JahrFragebogen
2020Musterfragebogen (PDF 557KB)

Rechtsgrundlagen

Die Basis für die Durchführung der österreichischen Mikrozensus-Erhebung stellt die Erwerbs- und Wohnungsstatistikverordnung (PDF, 208KB), BGBl. II Nr. 111/2010 dar. Diese Verordnung löste unter Einbeziehung des Datenschutzrates die im November 2003 erstellte Erwerbs- und Wohnungsstatistikverordnung (PDF, 97,5KB), BGBl. II Nr. 549/2003 ab und entspricht den Bestimmungen des Datenschutzgesetzes. Alle Angaben unterliegen der absoluten Geheimhaltungspflicht. Wir möchten noch darauf hinweisen, dass es für den Mikrozensus eine Auskunftspflicht gibt, den entsprechenden Verordnungstext dazu finden Sie im § 8 der Erwerbs- und Wohnungsstatistikverordnung. Die Erwerbs- und Wohnungsstatistikverordnung beruht einerseits auf dem Bundesstatistikgesetz 2000 idgF (PDF, 233KB), andererseits auf der EU-Verordnung zur Durchführung einer Stichprobenerhebung über Arbeitskräfte (Verordnung (EG) Nr. 577/98 idgF (PDF, 59,3KB) sowie der EU-Verordnung zum Europäischen System der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG 1995; Verordnung (EG) Nr. 223/96). Im Oktober 2019 wurde die Verordnung (EU) 2019/1700 zur Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für europäische Statistiken über Personen und Haushalte auf der Grundlage von Einzeldaten aus Stichprobenerhebungen beschlossen. 

Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (PDF, 222KB): Fragen und Rechtsgrundlagen

Ad-hoc-Module zum Mikrozensus

Im Rahmen des Mikrozensus werden jährlich wechselnde Ad-hoc-Module durchgeführt. Diese zusätzlichen Fragenprogramme behandeln aktuelle erwerbs- und sozialstatistische Themen und werden in den meisten europäischen Ländern durchgeführt.

Im Jahr 2020 werden in allen vier Quartalen jeweils im Rahmen der Erstbefragungen eines Haushalts Informationen zum Thema „Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme“ erhoben. Befragt werden alle Personen ab 15 Jahren, die jemals erwerbstätig waren. Die gesetzlichen Grundlagen des Moduls 2020 stellen die EU-Verordnung Nr. 577/98 (PDF, 193KB), die EU-Verordnung Nr. 2016/1851 (PDF, 321KB) und die EU-Durchführungsverordnung 2018/1709 (PDF, 389KB) dar. Für das Modul 2020 besteht keine Auskunftspflicht.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Mikrozensus-Erhebung und zu Statistik Austria entnehmen Sie bitte dem Informationsfolder (PDF, 771 KB), und dem Datenschutzfolder (PDF, 633,68 KB).

Kontakte

Allgemeine Auskünfte für Stichprobenhaushalte:

Tel.: +43 (1) 71128-8338

Erhebungsinfrastruktur@statistik.gv.at

Kontaktmöglichkeit bei Folgeerhebungen (Telefonstudio):

Für Folgeerhebungen (nicht Ersterhebungen), die telefonisch durchzuführen sind, kontaktieren Sie bitte Tel.: +43 (1) 71128-8339

Das Telefonstudio ist zu folgenden Zeiten besetzt:

Dienstag und Donnerstag: 09.00-13.00 Uhr

Montag bis Freitag: 16.00-20.00 Uhr

Inhaltliche Auskünfte zu den Ergebnissen des Mikrozensus:

ake@statistik.gv.at