Erhebung über Erwachsenenbildung 2016/2017 (Adult Education Survey; AES)

Warum führt die Statistik Austria eine Erhebung über Erwachsenenbildung (Adult Education Survey) durch?

Zentrales Anliegen der Erhebung über Erwachsenenbildung (AES) ist die systematische Erfassung von allen Formen organisierter Aus- und Weiterbildung sowie nicht-organisierter Lernaktivitäten. Diese Erhebung ist eine international vergleichende Studie und ermöglicht faktengestützte Diskussionen zu den Themen lebensbegleitendes Lernen und Wissensgesellschaft sowie darauf bezogene politische Aktionsprogramme.

Welche rechtliche Basis hat die Erhebung über Erwachsenenbildung?

Die Republik Österreich ist verpflichtet, Informationen über die Beteiligung an Bildung und lebensbegleitenden Lernen der österreichischen Bevölkerung im Haupterwerbsalter zu erheben und zu veröffentlichen.

Die Erhebung 2016/2017 ist durch die Verordnung des europäischen Parlaments und des Rates (EG) Nr. 452/2008 (Rahmenverordnung PDF, 82KB) sowie durch die Kommissions-verordnung (EU) Nr. 1175/2014 (Durchführungsverordnung PDF, 521KB) für die Erstellung und die Entwicklung von Statistiken über Bildung und lebensbegleitenden Lernen von Erwachsenen geregelt.

Wer führt die Befragung durch?

Die Befragung wird von Erhebungspersonen der Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung durchgeführt und steht auch optional als Online-Fragebogen zur Verfügung.

Wer wird im Rahmen der Erhebung über Erwachsenenbildung in Österreich befragt?

Die Erhebung über Erwachsenenbildung richtet sich an die in Österreich lebende Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren. Insgesamt werden rund 5.100 zufällig ausgewählte Personen dieser Altersgruppe an der Erhebung teilnehmen. Dazu wird die entsprechende Anzahl an Adressen zufällig aus dem Zentralen Melderegister gezogen; die Auswahl ist eine rein zufällige.

Wie läuft die Befragung ab?

Die Befragung wird von September 2016 bis März 2017 durchgeführt.

Als ersten Schritt erhalten alle Personen der Stichprobe postalisch ein entsprechendes Schreiben. Die Kontaktdaten der Erhebungspersonen sind bereits enthalten, sodass Zielpersonen aktiv ihren Terminwunsch avisieren können, andernfalls geschieht die Kontaktaufnahme durch die Erhebungsperson.

Die Befragungsdauer liegt bei rund 30 Minuten. Als Alternative zur persönlichen Befragung kann der Fragebogen auch als Online-Fragebogen ausgefüllt werden. Die Zugangsdaten sind durch die Erhebungspersonen anzufordern.

Wie werden Ihre Daten geschützt?

Die im Rahmen der Erhebung gesammelten Daten werden gemäß Bundesstatistikgesetz (PDF, 190KB) und Datenschutzgesetz verarbeitet, d.h. eine Anonymisierung wird vor der Datenverarbeitung durchgeführt. Statistische Aussagen nehmen auf Gruppen (z.B. Alter, Geschlecht) Bezug, eine Rückführbarkeit von Informationen auf eine einzelne Person ist nicht  möglich. Zum Datenschutz gehört natürlich auch, dass Angaben mit persönlichen Informationen nicht weitergegeben werden dürfen – weder an staatliche Behörden noch an Unternehmen.

Ist die Befragung gesetzlich verpflichtend?

Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, an der Befragung teilzunehmen. Die Teilnahme an dieser Befragung ist somit freiwillig. Für die Qualität der Daten und letztlich der statistischen Aussagen zum Thema Erwachsenenbildung, die über Österreich getroffen werden, ist eine hohe Beteiligung allerdings von großer Wichtigkeit.

Worum geht es bei der Befragung?

Um ein umfassendes Bild über die Bildungsaktivitäten von Erwachsenen und lebensbegleitendes Lernen in der österreichischen Bevölkerung zu erhalten, werden folgende Themen erfragt:

  • Formale Bildung (Schule, Lehre, Hochschulwesen etc.)
  • Nicht-formale Bildung (Kurse, Vorträge, Seminare, Privatunterricht etc.)
  • Informelles Lernen (Bewusstes Lernen von Freunden, aus Büchern etc.)
  • Informationen  und Beratungen zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Schwierigkeiten und Hindernisgründe betreffend Bildungsteilnahme
  • Sprachkenntnisse
  • Sozio-demographische Merkmale (Alter, Geschlecht, Bildung, berufliche Stellung etc.)

Um hervorzuheben, dass es sich um eine Befragung handelt und nicht um das Abtesten von Wissen, führen wir exemplarisch eine Fragen an: „Haben Sie in den letzten 12 Monaten Informationen über Aus- und Weiterbildungen für sich selbst gesucht?“

Fragebogen

Für diese Erhebung stehen zwei Methoden zur Verfügung

  • CAPI – Computer Assisted Personal Interviewing, persönliche Befragung
  • CAWI – Computer Assisted Web Interviewing, Online Befragung

Der Fragebogen ist unter folgendem Link aufrufbar:

Fragebogen 2016/17 (PDF, PDF, 515KB)

Video-Präsentation

Zum bequemen Informationsbezug steht eine Video-Präsentation (WMF, 55MB) mit Erläuterungen und Hintergrundinformationen zur Verfügung.

Wie hat sich die Befragung zur Erwachsenenbildung entwickelt?

Erstmals wurde die Erhebung 2005 bis 2007 in fast allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in der Türkei als Piloterhebung durchgeführt. Die nachfolgende Erhebung wurde 2011/2012 durchgeführt und war für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtend und wurde gemäß der Kommissionsverordnung (EU) Nr. 823/2010 (Durchführungsverordnung PDF, 1.304KB) umgesetzt.

Die aktuelle Erhebung über Erwachsenenbildung 2016/2017 wird im Zeitraum Juli 2016 bis März 2017 EU-weit durchgeführt, in Österreich von September 2016 bis März 2017.

Was passiert mit den Ergebnissen der Befragung?

Die anonymisierten und zu Statistiken zusammengefassten Ergebnisse dieser Befragung sind öffentlich zugänglich und stehen somit den inhaltlich zuständigen Ministerien, den Landesregierungen, den politischen Verantwortungsträgern und den Medien zur Verfügung. Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat) erhält für statistische Analysen einen anonymisierten Datensatz.

Auf Anfrage können unter Einhaltung der Datennutzungsbedingungen alle Interessenten für wissenschaftliche Zwecke die anonymisierten Daten anfordern. Publikationen der Erhebung über Erwachsenenbildung 2007 und 2011/2012 sind unter folgenden Links downloadbar:

Erwachsenenbildung 2007

Erwachsenenbildung 2011/2012

Einblick in die Ergebnisse der Erhebung über Erwachsenenbildung 2011/2012

  • Fast die Hälfte (45,5%) der 25- bis 64-Jährigen besuchte in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung „nicht-formale“ Weiterbildungsangebote wie Kurse, Vorträge, Seminare, Workshops, Einzelschulungen am Arbeitsplatz oder Privatunterricht.
  • Rund zwei von zehn Erwachsenen (22,6%) im Alter von 25 bis 64 Jahren suchten in den letzten zwölf Monaten vor der Erhebung nach Informationen über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Die meisten davon (92,8%) wurden bei ihrer Suche auch fündig. Die weitaus am häufigsten verwendete Informationsquelle war das Internet (60,7%).
  • Als wichtigste Bildungshindernisse wurden „keine Zeit aufgrund familiärer Verpflichtungen“ und Unvereinbarkeit der Ausbildung mit der Arbeitszeit genannt. Frauen wurden überwiegend durch familiäre Verpflichtungen und Männer durch Arbeitszeiten von einer Bildungsteilnahme abgehalten.
  • Rund vier von fünf Personen (78,2%) im Haupterwerbsalter verfügten über Fremdsprachenkenntnisse.

Kontakte

Auskünfte zur Erhebung über Erwachsenenbildung 
aes@statistik.gv.at