Das Preisradar macht Preisentwicklungen von Lebensmitteln auf verschiedenen Handelsstufen sichtbar (z.B.: Erzeuger-, Großhandels- oder Verbraucherebene). Dafür werden Produktpreise, verschiedene nationale Preisindizes – wie etwa der Verbraucherpreisindex (VPI) – sowie die Ausgabengruppen des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) ausgewählter Länder verglichen. So lassen sich Preisentwicklungen von Lebensmitteln über bestimmte Zeiträume und Länder hinweg visualisieren und analysieren. Statistik Austria erhebt die Lebensmittelpreise seit 2022 auf Basis von Scannerdaten aus dem Handel, die entsprechenden Daten sind im Preisradar ab Jänner 2023 verfügbar.
Auf Einzelprodukt-Ebene werden die Warenpreise in Form eines Preisbandes dargestellt, das zeigt, wie sich die Preisdaten verteilen (Quartile bzw. Prozentrang 25, 50 und 75). Zusätzlich werden Detaildaten von nationalen Preisindizes abgebildet, wenn eine inhaltliche Nähe zum Produkt gegeben ist. Hierbei kann es sich um Aggregate handeln, die das jeweilige Einzelprodukt beinhalten.
Im Reiter „Produktgruppen“ werden zum einen die Aggregate von nationalen Indizes gegenübergestellt, wobei ausgehend vom COICOP Aggregat die bestmöglich passenden Aggregate der anderen Klassifikationen (ÖCPA, ÖNACE) ausgewählt wurden. Im unteren Abschnitt werden Subindizes des HVPI zwischen EU-Ländern verglichen.
Das Preisradar verwendet folgende Indizes als Datenquelle:
- Verbraucherpreisindex (VPI) (Basisjahr 2020, Werte können einen Monat rückwirkend revidiert werden)
- Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) (Basisjahr 2015, Werte können rückwirkend revidiert werden)
- Großhandelspreisindex (GHPI) (Basisjahr 2020, Werte können einen Monat rückwirkend revidiert werden)
- Erzeugerpreisindex Produzierender Bereich (EPI PB) (Basisjahr 2021, Werte können einen Monat rückwirkend revidiert werden)
- Importpreisindex (IMPI) (Basisjahr 2021, quartalsweise Erhebung, Werte können ein Quartal rückwirkend revidiert werden)
- Agrarpreisindex (API) (Basisjahr 2020, quartalsweise Erhebung, Werte werden im August des folgenden Kalenderjahres endgültig gestellt)
Achtung: Methodische Änderung
Aufgrund der Umstellung der COICOP-Klassifikation von ECOICOP Version 1 auf ECOICOP Version 2 werden sich im Februar 2026 die Aggregate verändern sowie auch die H/VPI Subindizes.
Scannerdaten /Elektronische Kassendaten
Die Indizes für Lebensmittel werden seit dem Jahr 2022 auf Basis von Scannerdaten berechnet. Dabei handelt es sich um Umsatz- und Absatzdaten, die wöchentlich von den größten Handelsketten an Statistik Austria geliefert werden. In diesen Daten sind alle gängigen Rabattaktionen enthalten, die an den Registrierkassen automatisch abgezogen werden, zum Beispiel „1+1 Gratis“, Prozent-Rabatte oder Rabattmarken.
Auf Basis der Scannerdaten werden sowohl Preisindizes als auch Durchschnittspreise berechnet. Die Veränderung der Durchschnittspreise zwischen zwei Zeitpunkten und die Entwicklung des für die entsprechenden Artikel berechneten Verbraucherpreisindex (VPI) sind nicht zwangsläufig identisch. Die Gründe hierfür liegen in der Datenbasis, Methodik und Gewichtung. Das Produktsortiment, das in die Berechnung des Durchschnittspreises einbezogen werden kann, unterscheidet sich von dem, was für die Indexberechnung verwendet wird. Fehlende Packungsgrößeninformationen in den Scannerdaten beeinträchtigen die Indexberechnung nicht, führen jedoch zum Ausschluss der betroffenen Produkte aus der Durchschnittspreisberechnung.
Bei der Indexberechnung werden nur Produkte berücksichtigt, die in mindestens zwei Monaten des vorherigen Zeitraums Umsätze erzielt haben. Für die Durchschnittspreisberechnung gibt es kein solches Kriterium. Multilaterale Indizes, die Scannerdaten verwenden, berücksichtigen Umsatz- und Regionalgewichte, während Durchschnittspreise nach verkauften Mengen (Absatz) gewichtet werden.