Tourismus-Satellitenkonto - Wertschöpfung

Ein Tourismus-Satellitenkonto für Österreich

Im Jahr 2015 beliefen sich die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus auf 18, 90 Mrd. Euro, was einem Anteil an der Gesamtwertschöpfung (BIP) von 5,6% entsprach.

Im Jahr 2015 entfielen - von den Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen sowie Verwandten- und Bekanntenbesuche in der Größenordnung von 38,45 Mrd. Euro - 46,9% auf ausländische Besucherinnen und Besucher, 52,8% auf inländische Reisende; die Ausgaben in Wochenendhäusern bzw. Zweitwohnungen machten 0,3% aus. Das Jahr 2016 dürfte bei den touristischen Gesamtausgaben in Österreich einen Anstieg um 4,1% auf 40,03 Mrd. Euro mit sich gebracht haben, wobei die Ausgaben der ausländischen Besucher gegenüber 2015 um 4,0% zulegten, jene der Gäste aus dem Inland um 4,2%.

Die Ermittlung der direkten Wertschöpfungseffekte der Tourismusindustrie laut TSA ergab für das Jahr 2015 ein Volumen in der Größenordnung von 18,90 Mrd. Euro (ohne Dienst- und Geschäftsreisen), was einem Anteil von 5,6% am BIP entspricht.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus bzw. dessen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung ist eine wichtige Kennziffer für die Wirtschaftspolitik. Zur Ermittlung dieser zentralen Kennziffer sind die TSA-Ergebnisse mit Berücksichtigung aller durch den Tourismus ausgelösten direkten und indirekten Effekte, aber unter Ausschluss der Dienst- bzw. Geschäftsreisen, darzustellen. Bei der Anwendung aktueller Input-Output-Multiplikatoren auf die korrigierten TSA-Ergebnisse zur Schätzung der indirekten Effekte ergaben sich für das Jahr 2015 direkte und indirekte Wertschöpfungseffekte von 29,70 Mrd. Euro. Damit belief sich der direkte und indirekte Beitrag des Tourismus zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung (BIP) auf 8,7%. 2016 dürfte diese Kenngröße mit 8,8% leicht darüber liegen.

Im Hinblick auf die Ermittlung der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft muss der nicht-touristische Freizeitkonsum der Inländerinnen und Inländer am Wohnort noch zusätzlich berücksichtigt werden; laut aktuellen Berechnungen belief sich dieser im Jahr 2015 auf 30,22 Mrd. Euro. Nach Anwendung der Input-Output-Multiplikatoren ergaben sich dadurch direkte und indirekte Wertschöpfungseffekte von 24,73 Mrd. Euro. Der Beitrag des Freizeitkonsums zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung betrug damit 7,3%. Im Jahr 2016 dürfte der BIP-Beitrag des Freizeitkonsums der Inländer weitgehend unverändert bleiben.

Bei einer Gesamtbetrachtung der inlandswirksamen Aufwendungen für den nicht-touristischen Freizeitkonsum am Wohnort und den touristischen Konsum wird die beachtliche Dimension der gesamten Tourismus- und Freizeitwirtschaft deutlich:

  • Die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte beliefen sich 2015 auf 54,44 Mrd. Euro (+3,0% gegenüber dem Vorjahr).
  • Somit liegt der Beitrag der gesamten Tourismus- und Freizeitwirtschaft zum BIP 2015 bei 16,0%.
  • 2016 dürfte das Gewicht des Sektors an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung rd. 16,1% betragen.

Regionale Tourismus-Satellitenkonten

In Anbetracht der regionalen bzw. lokalen Bedeutung des Tourismus werden für Wien, Oberösterreich und Niederösterreich im Auftrag der jeweiligen Landestourismusorganisation regionale Tourismus-Satellitenkonten (RTSA) erstellt.

RTSA Wien 2008

Laut dem von Statistik Austria und Österreichischem Institut für Wirtschaftsforschung entwickelten regionalen Tourismus-Satellitenkonto für Wien erreichten die Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen, Verwandten- und Bekanntenbesuche sowie Aufenthalte in Wochenendhäusern und Zweitwohnungen im Jahr 2008 3,67 Mrd. Euro (+1,9%). Davon entfielen 44,9% auf ausländische und 54,6% auf inländische Besucher sowie 0,4% auf die Aufwendungen der Inländer im Zuge des Aufenthaltes am Zweitwohnsitz. Die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus beliefen sich auf 1,24 Mrd. Euro (+3,8%), das entsprach rein rechnerisch einem Anteil am Wiener Bruttoregionalprodukt von 1,6%.

Ergebnisse Tourismus-Satellitenkonten Wien (PDF, 1,11 MB)

RTSA Oberösterreich 2015

Gemäß den RTSA-Ergebnissen für Oberösterreich erreichten die Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen, Verwandten- bzw. Bekanntenbesuche und Aufenthalte in Wochenendhäusern und Zweitwohnungen im Berichtsjahr 2015 ein Volumen von rund 3,49 Mrd. Euro. Die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus in Oberösterreich 2015 (ohne Freizeitwirtschaft, inkl. Dienst- und Geschäftsreisen) beliefen sich auf 1,86 Mrd. Euro. Das sind um 2,3% mehr als im Vergleich zu 2014 und entspricht einem Anteil am oberösterreichischen Bruttoregionalprodukt von 3,2%.

Ergebnisse Tourismus-Satellitenkonten Oberösterreich

RTSA Niederösterreich 2011

Laut dem von Statistik Austria und Österreichischem Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) entwickelten regionalen Tourismus-Satellitenkonto für Niederösterreich erreichten die Gesamtausgaben für Urlaubs- und Geschäftsreisen, Verwandten- und Bekanntenbesuche sowie Aufenthalte am Zweitwohnsitz im Jahr 2011 ein Volumen von 2,82 Mrd. Euro (+5,3% gegenüber dem letztverfügbaren Berichtsjahr 2009). Davon entfielen 69,2% auf inländische Besucherinnen und Besucher, 29,5% auf ausländische Reisende und 1,3% auf die Ausgaben im Zuge von Aufenthalten am Zweitwohnsitz. Die direkten Wertschöpfungseffekte des Tourismus in Niederösterreich 2011 (ohne Freizeitwirtschaft, inkl. Dienst- und Geschäftsreisen) beliefen sich auf 1,30 Mrd. Euro, das einem Anteil am niederösterreichischen Bruttoregionalprodukt von 2,7%. Entspricht.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus und der Freizeitwirtschaft in Österreich 2000 bis 2016
Die volkswirtschaftliche Bedeutung der direkten Effekte des Tourismus in Österreich 2000 bis 2016
Ausgaben aus- und inländischer Besucherinnen und Besucher in Österreich 2000 bis 2016
Touristischer Konsum nach Produkten in Österreich 2000 bis 2015

Ausgaben aus- und inländischer Besucherinnen und Besucher in Österreich 2000 bis 2016
Tourismusausgaben nach Produktgruppen 2015


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