Pressemitteilung: 11.195-006/16

Sommerurlaub 2006–2015: Österreich, Italien und Kroatien bleiben Top-Reisedestinationen; Kurzreisen im Trend

Wien, 2016-01-14 – Die Anzahl der Sommerurlaubsreisen der Österreicherinnen und Österreicher stieg in den letzten zehn Jahren um fast ein Fünftel, wie eine Analyse von Statistik Austria zeigt. So unternahm die österreichische Bevölkerung ab 15 Jahren im Sommer 2015 (Juli bis September) 6,80 Mio. Urlaubsreisen, im Sommer 2006 waren es noch 5,81 Mio. (+17,1%). 55,8% machten im Sommer 2015 mindestens eine Urlaubsreise, im Sommer 2006 lag die Reiseteilnahme bei 54,4%. Auch Reisen im Sommer folgen dem allgemeinen Trend, häufiger aber dafür kürzer zu verreisen: In den vergangenen zehn Jahren stieg die Anzahl der Kurzurlaubsreisen (mit einer bis drei Nächtigungen) jährlich durchschnittlich um 4,0% (2015: 2,85 Mio.), während die Haupturlaubsreisen (mit vier oder mehr Nächtigungen) im selben Zeitraum um nur 0,4% zunahmen (2015: 3,96 Mio.; siehe Tabelle).

Fast die Hälfte der Reisen in Österreich, Italien unter den Auslandsdestinationen am beliebtesten

Wenngleich im Sommer mehr Urlaubsreisen im Ausland als im Inland durchgeführt werden, liegt das eigene Land als beliebtestes Sommer-Reiseziel im Trend (+23,7% bei Inlandsurlaubsreisen zwischen 2006 und 2015). Im Sommer 2015 wurden 46,7% der Urlaubsreisen in Österreich (3,18 Mio.) verbracht, was gegenüber 2006 einer Zunahme von 2,5 Prozentpunkten entspricht. Vor allem Kurzurlaubsreisen in Österreich legten in den letzten zehn Jahren stark zu (+48,6%), während sich die Anzahl der Haupturlaubsreisen rückläufig entwickelte (-3,0%).

Urlaubsreisen ins Ausland stiegen zwischen Sommer 2006 und 2015 um 11,9% auf 3,63 Mio., wobei auch hier die Kurzurlaubsreisen (+29,5%) deutlich vor den Haupturlaubsreisen (+7,3%) lagen. Wie bereits in den vergangenen Jahren waren auch im Sommer 2015 Italien, Kroatien und Deutschland die beliebtesten Sommerreiseziele der Österreicherinnen und Österreicher (Anteil an den Auslandsreisen 2015: Italien 23,1%; Kroatien 17,0%; Deutschland 13,8%). Darüber hinaus waren im Sommer 2015 Reiseziele in Griechenland (6,5%), Spanien (5,1%) und die Türkei (4,2%) beliebt. Die Anteile dieser Destinationen entwickelten sich jedoch zwischen Sommer 2006 und 2015 unterschiedlich: Während das beliebteste ausländische Reiseziel Italien anteilsmäßig unverändert blieb, gewannen Kroatien (+3,6 Prozentpunkte) und Deutschland (+4,6 Prozentpunkte) in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung. Für Griechenland wurden Anteilsrückgänge festgestellt (-1,9 Prozentpunkte).

In die Ferne (Urlaubsreisen außerhalb Europas und der Türkei) wurde im Sommer 2015 weniger als noch im Sommer 2006 verreist; der Anteil der Fernreisen lag 2015 bei rund 5,2%, im Sommer 2006 noch bei 5,7%.

Hauptmotiv "Strand- und Badeaufenthalte" verliert an Bedeutung

Die wichtigsten Reisemotive der österreichischen Bevölkerung im Sommer 2015 waren Strand- und Badeaufenthalte (19,8% der Urlaubsreisen insgesamt) und Erholungsurlaube (19,6%), wobei Badeurlaube im Vergleich zum Sommer 2006 an Bedeutung verloren haben (-3,4 Prozentpunkte). An dritter Stelle standen im Sommer 2015 Aktivurlaube (18,9%), deren Anteil im Vergleich zu Sommer 2006 zulegen konnte (+2,2 Prozentpunkte). Bei 16,7% der Urlaubsreisen im Sommer spielen Kultur- und Besichtigungsaufenthalte bzw. Städtereisen eine bedeutende Rolle, gefolgt von Reisen zu Verwandten und Bekannten (16,0%).

Bei zwei Drittel der Urlaubsreisen wird die Sommerdestination per Pkw erreicht

Bei 66,0% der Sommerurlaubsreisen 2015 wurde mit dem Pkw in die Destination angereist, wobei sich dieser Anteil seit 2006 (67,0%) zugunsten von Bahn- bzw. Busreisen (2006: 12,9%; 2015: 15,2%) verringerte. Auch die Flugreisen verloren an Anteilen (2006: 18,2%, 2015: 16,6%). Betrachtet man nur die Auslandsreisen, so waren im Sommer 2015 knapp die Hälfte Pkw-Reisen (52,3%), während es im Jahr 2006 noch 54,0% waren. Bei 31,2% der Auslandsurlaubsreisen im Sommer 2015 wurde mit dem Flugzeug gereist, im Sommer 2006 lag der Anteil bei 32,4%.

Sommerurlaubsreisen meist ohne Reisebüro organisiert, Drittel der Unterkünfte online gebucht

Die Organisation der Urlaubsreisen wurde im Sommer 2015 zum überwiegenden Teil privat und damit ohne die Unterstützung eines Reisebüros durchgeführt (70,9% der Urlaubsreisen insgesamt; 56,4% der Auslandsreisen). Seit Sommer 2006 ist der Anteil der selbst organisierten Sommerurlaube jedoch gesunken (78,1% der Urlaubsreisen insgesamt; 64,9% der Auslandsreisen). Dementsprechend nahmen die via Reisebüro bzw. Reiseveranstalter teilweise bzw. vollständig organisierten Urlaubsreisen zu, insgesamt von 21,9% auf 29,1%, bei Auslandsreisen von 35,1% auf 43,6%.

Für Sommer 2015 liegen zum zweiten Mal auch Daten zum Online-Buchungsverhalten vor. Von den Sommerurlaubsreisen 2015 insgesamt wurde in 14,8% der Fälle das Transportmittel online gebucht, bei Auslandsreisen lag der Anteil bei 22,9% (Sommer 2014: 14,3% bzw. 21,9%). Deutlich höher liegen die Anteile bei der Buchung von Unterkünften, wobei der Onlinebuchungsanteil bezogen auf alle Urlaubsreisen bei 37,9% lag und bei den Auslandsreisen 45,0% erreichte (2014: 38,9% bzw. 44,8%).

Weitere Informationen zu den Reisegewohnheiten der Österreicherinnen und Österreicher finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Seitens Statistik Austria werden vierteljährlich Stichprobenerhebungen durchgeführt, deren Ziel es ist, das nationale Reiseverhalten der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren abzubilden. Jedes Quartal werden im Rahmen dieser Erhebung rund 3.500 ausgewählte, im Inland wohnhafte Personen ab 15 Jahren (Nettostichprobe), verteilt über Österreich, telefonisch befragt (CATI). Die Teilnahme an der Erhebung ist freiwillig. Der Auswahlrahmen für die proportional geschichtete Stichprobe ist das Zentrale Melderegister (ZMR). Die zu erhebenden Daten betreffen Urlaubs- und Geschäftsreisen mit mindestens einer Übernachtung sowie Tagesreisen. Daten zum Reiseverhalten der österreichischen Bevölkerung sind bereits seit dem Berichtsjahr 1969 verfügbar. Die hier angeführten Daten zum Sommer betreffen die Monate Juli, August und September 2015.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Dr. Peter LAIMER, Tel.: +43 (1) 71128-7849 bzw. peter.laimer@statistik.gv.at und  
Mag. Rebecka WURIAN, Tel.: +43 (1) 71128-7646 bzw. rebecka.wurian@statistik.gv.at 

 

Tabelle: Urlaubsreisen1) in den Sommermonaten (Juli, August und September) 2006 bis 2015
 2006200720082009201020112012201320142015
Anteil der Personen mit mindestens einer Urlaubsreise an der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren (in %)
Inlandsreisen27,127,929,432,228,128,730,332,228,628,9
Auslandsreisen37,337,035,939,438,039,339,136,838,737,7
Insgesamt54,454,254,158,555,257,257,056,756,055,8
Nach Dauer der Reisen (absolut in 1.000)
Kurzurlaubsreisen (1–3 Nächtigungen)2.003,92.016,92.227,52.557,02.104,22.341,32.381,82.743,82.767,92.848,5
Haupturlaubsreisen (ab 4 Nächtigungen)3.806,13.869,03.892,14.195,44.054,74.152,74.179,94.007,53.964,73.955,8
Insgesamt5.810,05.885,86.119,66.752,46.158,96.494,06.561,86.751,36.732,66.804,3
Nach Dauer der Reisen (Anteile in %)
Kurzurlaubsreisen (1–3 Nächtigungen)34,534,336,437,934,236,136,340,641,141,9
Haupturlaubsreisen (ab 4 Nächtigungen)65,565,763,662,165,863,963,759,458,958,1
Nach In- und Auslandsreisen (absolut in 1.000)
Inland2.567,72.706,52.942,43.230,52.663,22.898,82.875,03.273,03.114,13.176,6
Ausland3.242,23.179,33.177,23.521,93.495,73.595,23.686,83.478,33.618,53.627,8
Insgesamt5.810,05.885,86.119,66.752,46.158,96.494,06.561,86.751,36.732,66.804,3
Nach In- und Auslandsreisen (Anteile in %)
Inland44,246,048,147,843,244,643,848,546,346,7
Ausland55,854,051,952,256,855,456,251,553,753,3
Nach den Top-Auslandsreisezielen (Anteile in %)
Italien23,122,022,621,122,322,723,024,322,623,1
Kroatien13,414,814,913,813,815,315,817,516,517,0
Deutschland9,210,010,910,610,711,511,713,812,913,8
Griechenland8,48,78,27,16,35,84,85,75,86,5
Spanien4,44,75,34,64,95,45,96,05,25,1
Türkei4,65,24,84,54,14,54,24,44,04,2
Fernreisen 2)5,75,76,86,37,16,35,75,44,95,2
Sonstige Reiseziele31,229,026,631,930,728,529,022,927,925,2

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