Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich

Als wichtiger Konjunkturindikator für die heimische Wirtschaft und die europäische Wirtschafts- und Währungsunion hat der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich die Aufgabe, möglichst kurzfristig (monatlich) die durchschnittliche Preisentwicklung der Tätigkeiten des jeweiligen Wirtschaftszweiges sowie die durchschnittliche Preisentwicklung der hergestellten um am Markt (Gesamt-, Inlands- und Auslandsmarkt) abgesetzten Waren zu messen. Erfasst werden alle Tätigkeiten und Produkte der ÖNACE 2008-Abschnitte B – E, also des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden, der Sachgütererzeugung, sowie der Energie- und Wasserversorgung. Nicht in den Erfassungsbereich fallen die Tätigkeiten und Erzeugnisse der Abwasser- und Abfallentsorgung, der Beseitigung von Umweltverschmutzungen sowie des Bauwesens. Dienstleistungen werden nur insoweit erfasst, als sie unmittelbar mit der Erzeugungstätigkeit verbunden sind und unter die ÖNACE-Abschnitte B – E fallen. Die Preismessung erfolgt auf der Basis von Preisinformationen für Güter, die von Erzeugungsbetrieben der o.a. Wirtschaftszweige erzeugt und abgesetzt wurden, und zwar unabhängig davon, ob in charakteristischer oder nicht-charakteristischer Produktion. Die Preisbasis ist der Ab-Werk-Preis ohne MWSt, wie er von der Betriebseinheit dem Abnehmer fakturiert wird (Transaktionspreis).

Die monatliche Berechnung des Erzeugerpreisindex basiert auf ca. 9.000 Preisinformationen, die für ca. 1.200 ausgewählte Produktgruppen bei etwa 1.580 Erzeugungsbetrieben erhoben werden.

Die EU Ratsverordnungen über die kurzfristigen Konjunkturindikatoren (EU VO 1165/98 und EU VO 1158/2005) sehen die verpflichtende Berechnung eines Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich vor. Demnach ist der Erzeugerpreisindex alle fünf Jahre auf ein neues Referenzjahr, d.h. in den auf 0 und 5 endenden Jahren, zu stellen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es den Erzeugerpreisindex für die Referenzjahre 1996=100 und 2000=100 gemäß ÖNACE 2003 und für die Referenzjahre 2005=100, 2010=100 und 2015=100 gemäß ÖNACE 2008. Ab dem Berichtsjahr 2009 wurde der Erzeugerpreisindex EU-konform auf die neue Wirtschaftsklassifikation ÖNACE 2008 umgestellt. Um den Datennutzern auch lange Zeitreihen zur Verfügung zu stellen, wurden die alten  ÖNACE 2003-Zeitreihen bis zum Berichtsjahr 2000 gemäß ÖNACE 2008 rückgerechnet. Detaillierte Indexergebnisse finden Sie im Zweig Zeitreihen und Verkettungen.

Der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich wird derzeit auf Basis: Jahresdurchschnitt 2015=100 berechnet und publiziert. Die Weiterführung des Gesamtindex, der ÖNACE/ÖCPA-Abschnitte und –Abteilungen sowie der EU-harmonisierten Verwendungskategorien (industrielle Hauptgruppen: Vorleistungsgüter, Investitionsgüter, Konsumgüter und Energie) des Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich 2015=100 auf Basis 2010 bzw. auf Basis 2005 ist mittels Verkettungsfaktoren möglich.

Da der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich die Veränderung von Preisen in einer früheren Phase des Wirtschaftsgeschehens misst als der Verbraucherpreisindex und der Großhandelspreisindex, stellt er gemeinsam mit diesen ein umfassendes System zur Abbildung der gesamtwirtschaftlichen Preisentwicklung dar.

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