Pressemitteilung: 12.206-046/20

Inflation steigt im Februar 2020 auf 2,2%

Wien, 2020-03-18 – Die Inflationsrate für Februar 2020 lag bei 2,2%, wie aus Berechnungen von Statistik Austria hervorgeht (Jänner 2020: 2,0%). Als ausschlaggebend für diesen Anstieg erwiesen sich Preisschübe bei Nahrungsmitteln. Bedeutendster Preistreiber war weiterhin der Bereich Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat Februar 2020 bei 107,8. Gegenüber dem Vormonat Jänner 2020 stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,2%.

Ohne Preise für Wohnen sowie für Restaurants und Hotels hätte die Inflation 1,2% betragen

Die Preise für Wohnung, Wasser, Energie stiegen im Jahresvergleich durchschnittlich um 2,8%. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit +0,56 Prozentpunkten und waren damit stärkster Preistreiber im Jahresabstand. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich um 3,1% (Einfluss: +0,21 Prozentpunkte), Mieten stiegen um 2,9% (Einfluss: +0,16 Prozentpunkte). Haushaltsenergie kostete durchschnittlich um 2,4% mehr (Einfluss: +0,10 Prozentpunkte), was überwiegend auf höhere Strompreise zurückzuführen war (+6,5%; Einfluss: +0,13 Prozentpunkte). Die Preise für feste Brennstoffe stiegen um 2,2%, jene für Fernwärme um 0,8%. Gas verbilligte sich um 0,9%. Die Heizölpreise gingen noch deutlicher zurück (-7,6%), nachdem sie im Jänner noch um 2,7% gestiegen waren.

In Restaurants und Hotels wurden die Preise durchschnittlich um 3,4% angehoben (Einfluss: +0,43 Prozentpunkte), wozu überwiegend teurere Bewirtungsdienstleistungen beitrugen (+3,5%; Einfluss: +0,40 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 2,4% mehr.

Für Freizeit und Kultur war durchschnittlich um 2,7% mehr zu bezahlen (Einfluss: +0,29 Prozentpunkte). Freizeit- und Kulturdienstleistungen verteuerten sich um 2,6% (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte) und Pauschalreisen um 5,4% (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte).

Die Preise für Verkehr stiegen durchschnittlich um 1,8% (Einfluss: +0,22 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren höhere Preise für neue Kraftwagen (+4,0%; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte) sowie für Reparaturen privater Verkehrsmittel (+4,4%; Einfluss: +0,08 Prozentpunkte). Treibstoffe hingegen erwiesen sich als nahezu preisstabil (insgesamt +0,2%; Einfluss: 0,00 Prozentpunkte), im Jänner hatten sie noch um 2,7% mehr gekostet (Einfluss: +0,08 Prozentpunkte).

Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke musste durchschnittlich um 1,8% mehr bezahlt werden (Einfluss: +0,22 Prozentpunkte). Nahrungsmittel verteuerten sich insgesamt um 2,0% (Einfluss: +0,21 Prozentpunkte), merklich stärker als noch im Jänner (+1,2%; Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Insbesondere die Fleischpreise erhöhten sich markant (Februar: +5,6%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte / Jänner: +3,8%; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen im Februar um 1,9%, für Fisch um 6,4% sowie für Milch, Käse und Eier insgesamt um 1,3%. Obst verteuerte sich um 0,5%, Gemüse hingegen wurde um 0,9% billiger. Die Preise für Öle und Fette verringerten sich deutlicher (insgesamt -6,4%; darunter Butter -12,5%). Alkoholfreie Getränke kosteten um 1,0% mehr.

Nachrichtenübermittlung verbilligte sich durchschnittlich um 4,4% (Einfluss: -0,09 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste wurden um 3,2% günstiger (Einfluss: -0,06 Prozentpunkte) und Mobiltelefone um 12,2%.

Inflation Februar 2020 gegenüber Jänner 2020: +0,2%

Hauptpreistreiber im Monatsabstand waren höhere Preise für Freizeit und Kultur (durchschnittlich +1,4%; Einfluss: +0,16 Prozentpunkte). Als ausschlaggebend dafür zeigten sich Preisschübe bei Pauschalreisen (+6,2%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Als Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand erwiesen sich die Ausgaben für Bekleidung und Schuhe (durchschnittlich -3,7%; Einfluss: -0,16 Prozentpunkte). Fortgesetzte Winterschlussverkäufe führten bei Bekleidungsartikeln (-4,1%) und bei Schuhen (-3,1%) zu Preisrückgängen.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex liegt im Februar 2020 bei 2,2%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Februar 2020 bei 107,92. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 2,2% und war damit gleich hoch wie jene des VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik) führten in einzelnen Ausgabengruppen zu unterschiedlichen Veränderungsraten und Einflüssen, die sich jedoch insgesamt ausglichen.

Preissteigerung für täglichen Einkauf so hoch wie die Gesamtinflation, für wöchentlichen geringer

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresabstand um 2,2% (Jänner +1,4%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 1,7% (Jänner +1,8%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: Für den VPI wird seit Jänner 2016 eine neue Indexperiode mit dem Basisjahr 2015 veröffentlicht. Jede Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Jahresmesszahl des neuen Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) wird für das Basisjahr 2015 auf 100,0 normiert. Der HVPI wird seit Jänner 2016 ebenfalls auf Basis 2015 veröffentlicht. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung).  
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunkts (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren. 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Die motorbezogene Versicherungssteuer und Glücksspiele sind nur im VPI enthalten. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). Im HVPI ist die Instandhaltung von Wohnungen geringer gewichtet als im VPI.  
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen. 
ECOICOP: Die ECOICOP 5-Steller liegen auch für den HVPI-CT auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2014 vor. Weiters wurden in der Eurostat-Datenbank die ECOICOP 5-Steller für den HVPI auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2012 publiziert.

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
Februar 
2020/ 
Februar 
2019
Februar 
2020 / 
Jänner 
2020
Jänner 
2020/ 
Jänner 
2019
Februar 
2020 / 
Februar 
2019
Februar 
2020 / 
Jänner 
2020
Februar 
20202)
Jänner 
20203)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
Verbraucherpreisindex 2015 (gesamt)2,20,22,0--107,8107,6
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 2,21,01,4--110,8109,7
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) 1,7-0,11,8--109,0109,1
Index ohne Saisonwaren 20152,20,12,2--107,9107,8
Index der Saisonwaren 2015-1,32,3-2,4--100,297,94)
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20154)1,6-0,72,2--104,9105,6
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20155)2,20,02,2--107,92107,91
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20156)2,30,02,2--107,78107,77
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke1,80,61,20,2180,075107,4106,8
02 Alkoholische Getränke und Tabak1,70,51,50,0650,015111,2110,7
03 Bekleidung und Schuhe1,5-3,72,10,077-0,16294,898,4
04 Wohnung, Wasser, Energie2,80,13,00,5610,012109,8109,7
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,60,51,10,1160,033106,4105,9
06 Gesundheitspflege1,70,41,40,0990,023108,8108,44)
07 Verkehr1,8-0,92,40,221-0,125104,5105,5
08 Nachrichtenübermittlung-4,4-0,1-4,6-0,094-0,00288,888,9
09 Freizeit und Kultur2,71,41,90,2920,156107,9106,4
10 Erziehung und Unterricht2,20,22,30,0280,002110,0109,8
11 Restaurants und Hotels3,41,03,10,4340,127116,0114,8
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen2,10,22,10,1830,013108,7108,5
Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im Februar 2020 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung gegenüber Februar 2019Einfluss auf Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien2,90,159
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Tag6,60,102
Flugpauschalreisen5,20,079
Ziegelstein7,00,044
Betriebskosten, Eigentumswohnung6,10,044
Preisdämpfer  
Nichtärztliche Dienstleistung (Psychotherapie, Patientenanteil)-7,5-0,043
Heizöl extra leicht, Großabnahme-7,6-0,042
Mobiltelefongerät-12,2-0,038
Mobiltelefonie-2,8-0,030
Dieseltreibstoff-1,3-0,030
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Februar 2020 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung gegenüber Jänner
2020
Einfluss auf Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Flugpauschalreisen7,10,117
Übernachtung im Ausland10,40,026
Buspauschalreisen im Ausland6,30,025
Zimmer mit Frühstück, 4/5-Stern5,30,025
Wohnungsmiete, alle Kategorien0,30,018
Preisdämpfer  
Dieseltreibstoff-3,0-0,061
Flugticket-12,5-0,051
Heizöl extra leicht, Großabnahme-8,0-0,042
Superbenzin-2,3-0,027
CD-ROM-Spiel für PC-27,0-0,015

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate, 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
Februar 
2020/ 
Februar 
2019
Februar 
2020/ 
Jänner 2020
Februar 
2020/ 
Februar 
2019
Februar 
2020/ 
Jänner 
2020
Februar 
20201)
Jänner 
20202)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)2,20,2--107,8107,6
A,E,FGüter1,8-0,30,948-0,139105,2105,5
A,EIndustriegüter und Energie1,9-0,70,664-0,229103,9104,6
AIndustriegüter2,0-0,30,565-0,096103,9104,2
A1Kurzlebige Industriegüter2,90,60,2980,052107,9107,3
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,6-2,20,045-0,18297,699,8
A3Dauerhafte Industriegüter2,00,30,2210,034104,5104,2
EEnergie1,4-1,80,100-0,133103,9105,8
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme3,8-0,10,144-0,003104,4104,5
E2Mineralölprodukte-0,9-3,5-0,044-0,130103,1106,8
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol1,90,60,2840,090108,4107,7
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol1,20,30,1270,028108,2107,9
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)0,81,40,0200,032106,1104,6
F3Fleisch- und Wurstwaren5,61,30,1380,030111,3109,9
SDienstleistungen2,50,61,2490,306110,7110,0
S1Verkehrsdienstleistungen2,1-0,50,151-0,036107,0107,5
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,70,20,3450,029112,0111,8
S3Reisen und Unterkunft4,15,50,1460,200110,5104,7
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)3,20,50,5420,079114,7114,1
S5Kommunikationsdienstleistungen-3,20,0-0,0570,00190,790,7
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen1,60,50,1210,033109,7109,2

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