Pressemitteilung: 12.200-030/20

Inflation steigt im Jänner 2020 auf 2,0%

Wien, 2020-02-21 – Die Inflationsrate für Jänner 2020 lag bei 2,0%, wie aus Berechnungen von Statistik Austria hervorgeht (Dezember 2019: 1,7%). Hauptverantwortlich für diesen Anstieg war ein Preisschub bei Treibstoffen. Wichtigster Preistreiber war nach wie vor der Bereich Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von Restaurants und Hotels.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat Jänner 2020 bei 107,6. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2019 ging das durchschnittliche Preisniveau um 0,5% zurück.

Preissteigerungen für Wohnen und Restaurants verantworteten etwa die Hälfte der Inflation

Die Preisanstiege für Wohnung, Wasser, Energie (+3,0%) beeinflussten die Inflationsrate mit +0,58 Prozentpunkten und erwiesen sich damit als stärkster Preistreiber im Jahresabstand. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich durchschnittlich um 3,0% (Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Haushaltsenergie kostete durchschnittlich um 3,7% mehr (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte), wozu vor allem höhere Strompreise beitrugen (+6,5%; Einfluss: +0,13 Prozentpunkte). Auch für feste Brennstoffe (+3,0%), Heizöl (+2,7%) sowie Fernwärme (+0,8%) stiegen die Preise; Gas hingegen wurde günstiger (-0,9%). Die Mieten stiegen insgesamt um 2,7% (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte).

In Restaurants und Hotels musste durchschnittlich um 3,1% mehr bezahlt werden (Einfluss: +0,38 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren vor allem Teuerungen bei Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +3,2%; Einfluss: +0,35 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich ebenfalls um 2,0%.

Für Verkehr war durchschnittlich um 2,4% mehr zu bezahlen (Einfluss: +0,31 Prozentpunkte). Die Preise für neue Kraftwagen stiegen um 4,4% (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Treibstoffe verteuerten sich insgesamt um 2,7% (Einfluss: +0,08 Prozentpunkte), im Dezember hatten sie sich noch um 2,3% verbilligt (Einfluss: -0,07 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten um 4,2% mehr (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte), und Flugtickets wurden um 7,9% teurer.

Freizeit und Kultur verteuerten sich durchschnittlich um 1,9% (Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Dazu trugen überwiegend Freizeit- und Kulturdienstleistungen bei, für die um 2,6% mehr zu bezahlen war (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Pauschalreisen kosteten um 3,4% mehr (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte).

Verschiedene Waren und Dienstleistungen verteuerten sich durchschnittlich um 2,1% (Einfluss: +0,17 Prozentpunkte). Dafür waren vor allem höhere Preise für Versicherungen (insgesamt +1,3%) und Körperpflege (+2,2%) verantwortlich (Einfluss: jeweils +0,05 Prozentpunkte).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wurden durchschnittlich um 1,2% teurer (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte), wofür die Preisentwicklung der Nahrungsmittel (+1,2%; Einfluss: +0,13 Prozentpunkte) den Ausschlag gab: Die Preise für Fleisch stiegen um 3,8%, für Brot und Getreideerzeugnisse um 1,6% sowie für Fisch um 7,1%. Milch, Käse und Eier insgesamt verbilligten sich kaum (insgesamt -0,1%). Für Obst gingen die Preise um 0,5% zurück, für Gemüse um 1,2%. Öle und Fette verbilligten sich deutlich (insgesamt -5,9%; darunter Butter -11,9%). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich um 0,8%.

Nachrichtenübermittlung kostete durchschnittlich um 4,6% weniger (Einfluss: -0,09 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste verbilligten sich um 3,3% (Einfluss: -0,06 Prozentpunkte) und Mobiltelefone um 13,0%.

Inflation Jänner 2020 gegenüber Dezember 2019: -0,5%

Als Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand erwies sich mit durchschnittlich -11,7% der Bereich Bekleidung und Schuhe (Einfluss: -0,58 Prozentpunkte). Verursacht wurde dieser starke Preisrückgang vom saisonalen Effekt des Winterschlussverkaufs. Bekleidungsartikel kosteten deshalb gegenüber Dezember 2019 um insgesamt 14,0% weniger, Schuhe um 6,1%. Hauptpreistreiber im Monatsabstand waren Ausgaben für Wohnung, Wasser, Energie (durchschnittlich +0,8%; Einfluss: +0,16 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren höhere Strompreise (+4,6%).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex liegt im Jänner 2020 bei 2,2%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Jänner 2020 bei 107,91. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 2,2% (Dezember 2019: 1,8%) und war somit um 0,2 Prozentpunkte höher als der VPI. Der Unterschied beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik). Preisanstiege in Restaurants und Hotels sowie bei Bekleidung (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI deutlich stärker als den VPI. Teuerungen für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) hingegen verminderten den HVPI gegenüber dem VPI.

Preissteigerungen für täglichen und wöchentlichen Einkauf waren niedriger als die Gesamtinflation

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresvergleich um 1,4% (Dezember +0,3%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 1,8% (Dezember +0,7%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: Für den VPI wird seit Jänner 2016 eine neue Indexperiode mit dem Basisjahr 2015 veröffentlicht. Jede Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Jahresmesszahl des neuen Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) wird für das Basisjahr 2015 auf 100,0 normiert. Der HVPI wird seit Jänner 2016 ebenfalls auf Basis 2015 veröffentlicht. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung).  
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunkts (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren. 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Die motorbezogene Versicherungssteuer und Glücksspiele sind nur im VPI enthalten. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). Im HVPI ist die Instandhaltung von Wohnungen geringer gewichtet als im VPI.  
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen. 
ECOICOP: Die ECOICOP 5-Steller liegen auch für den HVPI-CT auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2014 vor. Weiters wurden in der Eurostat-Datenbank die ECOICOP 5-Steller für den HVPI auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2012 publiziert.

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
Jänner 
2020/ 
Jänner 
2019
Jänner 
2020 / 
Dezember 
2019
Dezember 
2019/ 
Dezember 
2018
Jänner 
2020 / 
Jänner 
2019
Jänner 
2020 / 
Dezember 
2019
Jänner 
20202)
Dezember 
20193)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
Verbraucherpreisindex 2015 (gesamt)2,0-0,51,7--107,6108,1
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 1,41,10,3--109,7108,5
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) 1,80,70,7--109,1108,3
Index ohne Saisonwaren 20152,2-0,51,9--107,8108,3
Index der Saisonwaren 2015-2,30,0-1,8--98,098,0
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20154)2,20,70,3--105,6104,9
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20155)2,2-0,71,8--107,91108,69
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20156)2,2-0,71,8--107,77108,48
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke1,20,80,90,1350,077106,8106,0
02 Alkoholische Getränke und Tabak1,50,70,50,0540,027110,7109,9
03 Bekleidung und Schuhe2,1-11,70,90,097-0,57798,4111,5
04 Wohnung, Wasser, Energie3,00,82,50,5810,162109,7108,8
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,1-0,41,40,077-0,027105,9106,3
06 Gesundheitspflege1,30,91,00,0720,054108,3107,3
07 Verkehr2,40,40,80,3060,051105,5105,1
08 Nachrichtenübermittlung-4,6-1,1-4,3-0,093-0,02388,989,9
09 Freizeit und Kultur1,9-2,12,50,194-0,248106,4108,7
10 Erziehung und Unterricht2,30,02,30,0270,000109,8109,8
11 Restaurants und Hotels3,1-0,23,40,375-0,024114,8115,0
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen2,10,62,30,1730,052108,5107,8
Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im Jänner 2020 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung gegenüber Jänner 2019Einfluss auf Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien2,70,143
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Tag6,70,098
Betriebskosten, Eigentumswohnung7,20,049
Superbenzin4,80,048
Ziegelstein7,00,042
Preisdämpfer  
Nichtärztliche Dienstleistung (Psychotherapie, Patientenanteil)-7,5-0,041
Mobiltelefongerät-13,0-0,038
Mobiltelefonie-2,8-0,030
Internetgebühr-8,4-0,024
Butter-11,9-0,022
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Jänner 2020 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung gegenüber Dezember 2019Einfluss auf Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Tag4,60,067
Rezeptgebühr8,50,023
Wohnungsmiete, alle Kategorien0,30,018
Schweinsschnitzel9,40,017
Elektrischer Strom, Grund-, Zählergebühr4,70,017
Preisdämpfer  
Flugpauschalreisen-12,8-0,242
Buspauschalreisen im Ausland-12,1-0,055
Flugticket-10,2-0,046
Hotel, 4/5-Stern-17,6-0,035
Zimmer mit Frühstück, 4/5-Stern-5,7-0,029

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate, 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
Jänner 
2020/ 
Jänner 
2019
Jänner 
2020/ 
Dezember 
2019
Jänner 
2020/ 
Jänner 
2019
Jänner 
2020/ 
Dezember 
2019
Jänner 
2020)
Dezember 
20192)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)2,0-0,5--107,6108,1
A,E,FGüter1,8-0,50,896-0,236105,5106,0
A,EIndustriegüter und Energie2,0-0,90,709-0,340104,6105,5
AIndustriegüter1,7-1,50,477-0,435104,2105,8
A1Kurzlebige Industriegüter2,61,50,2520,150107,3105,7
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,8-7,00,068-0,59099,8107,3
A3Dauerhafte Industriegüter1,50,10,1580,005104,2104,1
EEnergie3,31,30,2320,095105,8104,4
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme3,92,30,1420,082104,5102,2
E2Mineralölprodukte2,70,40,0900,013106,8106,4
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol1,20,70,1870,104107,7107,0
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol0,80,50,0840,054107,9107,4
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)0,40,60,0120,014104,7104,1
F3Fleisch- und Wurstwaren3,81,50,0910,036109,9108,3
SDienstleistungen2,3-0,51,093-0,240110,0110,5
S1Verkehrsdienstleistungen2,5-0,10,172-0,008107,6107,7
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,70,40,3220,053111,8111,3
S3Reisen und Unterkunft2,7-9,50,082-0,382104,7115,7
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)3,10,50,4800,083114,1113,5
S5Kommunikationsdienstleistungen-3,2-1,3-0,055-0,02290,791,9
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen1,20,60,0910,036109,1108,5

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