Pressemitteilung: 12.168-008/20

Inflation im Jahr 2019 auf 1,5% gesunken

Wien, 2020-01-17 – Die durchschnittliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI 2015) betrug nach Berechnungen von Statistik Austria im Jahr 2019 1,5%. Sie lag damit unter den Werten der Jahre 2018 und 2017 (+2,0% bzw. +2,1%) und über den Werten der Jahre 2016 und 2015 (jeweils +0,9%). Im Jahresverlauf zeigten sich Teuerungsraten zwischen 1,1% und 1,8%. Beginnend mit 1,8% im Jänner ging die Inflation im Februar auf 1,5% zurück und erreichte im März wieder 1,8%. Bis Juli nahm sie auf 1,4% ab, legte im August auf 1,5% zu, sank im Oktober und November jeweils auf 1,1% und kletterte im Dezember auf 1,7%. Zum Rückgang der Jahresinflation von 2,0% im Jahr 2018 auf 1,5% 2019 trug vor allem bei, dass auf einen starken Preisanstieg bei Treibstoffen (2018) ein leichter Rückgang (2019) folgte. Den bedeutendsten Preisauftrieb wiesen 2019 Bewirtungsdienstleistungen, die Instandhaltung und Reparatur der Wohnung sowie Mieten auf.

Teuerung für Wohnung, Wasser, Energie hatte den größten Einfluss auf die Jahresinflation

Für Wohnung, Wasser, Energie musste 2019 durchschnittlich um 2,8% mehr bezahlt werden (Einfluss: +0,54 Prozentpunkte). Die Instandhaltung von Wohnungen kostete durchschnittlich um 3,1% mehr (Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Mieten stiegen insgesamt um 3,0% (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Haushaltsenergie verteuerte sich durchschnittlich um 2,6% (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte), wozu überwiegend höhere Strompreise beitrugen (+3,7%; Einfluss: +0,08 Prozentpunkte). Preissteigerungen gab es auch für feste Brennstoffe (+4,4%), Fernwärme (+1,9%) und Gas (+0,7%). Heizöl hingegen wurde günstiger (-1,3%).

Restaurant- und Hotelpreise waren zweitstärkster Preistreiber

In Restaurants und Hotels stiegen die Preise durchschnittlich um 2,9% (Einfluss: +0,35 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren Teuerungen für Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +2,9%; Einfluss: +0,31 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten ebenfalls um 2,9% mehr (Einfluss: +0,04 Prozentpunkte).

Weitere Preistreiber: verschiedene Waren und Dienstleistungen sowie Freizeit und Kultur

Die Preise für verschiedene Waren und Dienstleistungen stiegen durchschnittlich um 1,7% (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Dazu trugen vor allem Teuerungen für Versicherungen (insgesamt +1,2%; Einfluss: +0,05 Prozentpunkte) sowie für Körperpflege bei (+2,3%; Einfluss: +0,05 Prozentpunkte).

Für Freizeit und Kultur zahlte man durchschnittlich um 1,4% mehr (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren teurere Freizeit- und Kulturdienstleistungen (insgesamt +2,9%; Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Geräte für Audiovision, Fotografie und Datenverarbeitung hingegen kosteten um 3,5% weniger (Einfluss: -0,04 Prozentpunkte).

Kleiner Preistreiber: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wurden durchschnittlich um 1,1% teurer (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte), wozu nahezu allein die Preisentwicklung der Nahrungsmittel (+1,1%; Einfluss: +0,12 Prozentpunkte) den Ausschlag gab. Die Preise für Fleisch stiegen um 2,1%, für Gemüse um 3,9%, für Brot und Getreideerzeugnisse um 1,7% sowie für Fisch um 5,5%. Milch, Käse und Eier insgesamt verteuerten sich um 0,9%. Obst hingegen verbilligte sich um 5,0%. Alkoholfreie Getränke kosteten um 0,1% weniger.

Verkehr fast preisstabil

Die Preise für Verkehr stiegen durchschnittlich um 0,3% (Einfluss: +0,03 Prozentpunkte). Treibstoffe verbilligten sich insgesamt um 1,5% (Einfluss: -0,04 Prozentpunkte). Im Jahr 2018 hatten sie sich noch um 9,0% verteuert (Einfluss: +0,27 Prozentpunkte). Für Reparaturen privater Verkehrsmittel zahlte man im Jahr 2019 um 3,8% mehr (Einfluss: +0,06 Prozentpunkte).

Preisdämpfer: Nachrichtenübermittlung

Nachrichtenübermittlung kostete durchschnittlich um 3,2% weniger (Einfluss: -0,06 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste verbilligten sich um 2,8% (Einfluss: -0,05 Prozentpunkte) und Mobiltelefone um 6,9%.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Jahr 2019: +1,5%

Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) fiel mit 1,5% niedriger aus als 2018 (+2,1%). Sie war gleich hoch wie jene des VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik) führten in einzelnen Ausgabengruppen zu unterschiedlichen Veränderungsraten und Einflüssen, die sich jedoch insgesamt ausglichen.

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Informationen zur Methodik, Definitionen:  
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet.  
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung). 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). 

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für nationalen VPI und harmonisierten VPI1)
 VPIHVPI
JahrBasisjahr 2015+/- %Basisjahr 2010+/- %Basisjahr 2015+/- %
2000   2,3 2,0
2001   2,7 2,3
2002   1,8 1,7
2003   1,3 1,3
2004   2,1 2,0
2005   2,382,302,1
2006   1,583,691,7
2007   2,285,532,2
2008   3,288,293,2
2009   0,588,640,4
2010  100,01,990,141,7
2011  103,33,393,353,6
2012  105,82,495,752,6
2013  107,92,097,772,1
2014  109,71,799,201,5
2015100,0 110,70,9100,000,8
2016100,90,9111,70,9100,971,0
2017103,02,1114,02,1103,222,2
2018105,12,0116,32,0105,412,1
2019106,71,5118,11,5106,981,5

 

Tabelle 2: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
2019/20182018/20172019/20182018/201720192018
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
VPI 2015 (gesamt)1,52,0 - -106,7105,1
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 0,32,6 - -108,5108,2
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) 0,74,2 - -108,0107,2
Index ohne Saisonwaren 20151,62,0 - -106,8105,1
Index der Saisonwaren 2015-1,5-0,4 - -99,4100,9
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20152)0,33,1 - -104,3104,0
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
20153)
1,52,1 - -106,98105,41
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen20154)1,52,1 - -106,77105,21
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015      
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke1,11,60,1170,170105,8104,7
02 Alkoholische Getränke und Tabak1,03,80,0370,147109,9108,8
03 Bekleidung und Schuhe0,80,60,0370,027103,6102,8
04 Wohnung, Wasser, Energie2,82,20,5360,451107,8104,9
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,12,30,0750,151105,4104,3
06 Gesundheitspflege1,12,20,0620,117107,1105,9
07 Verkehr0,32,90,0300,363104,3104,0
08 Nachrichtenübermittlung-3,2-2,8-0,063-0,05691,394,3
09 Freizeit und Kultur1,40,50,1460,058105,7104,2
10 Erziehung und Unterricht2,72,30,0310,028108,3105,5
11 Restaurants und Hotels2,93,10,3530,346112,8109,6
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen1,72,10,1470,181107,0105,2

 

Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Jahr 2019 gegenüber 2018
Indexposition1)Veränderung 
gegenüber 
Jahr 2018
Einfluss auf 
Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien3,00,153
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Tag2,80,047
Betriebskosten, Eigentumswohnung6,30,042
Elektrischer Strom, Grund-, Zählergebühr6,40,024
Discoeintritt inkl. Getränk5,90,024
Preissenker  
Mobiltelefonie-5,0-0,053
Nichtärztliche Dienstleistung (Psychotherapie, Patientenanteil)-6,1-0,034
Flugticket-6,2-0,028
Notebook/Tablet-7,5-0,021
Superbenzin-1,9-0,021

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate1)
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
2019/20182018/20172019/20182018/201720192018
+/- %+/-  
Prozentpunkte
Basisjahr 2010
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)1,52,0--106,7105,1
A,E,FGüter1,02,10,5301,041104,8103,8
A,EIndustriegüter und Energie1,02,10,3750,724104,0103,0
AIndustriegüter1,11,20,3040,345104,0102,9
A1Kurzlebige Industriegüter2,41,80,2430,181105,3102,8
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,10,60,0070,050103,0102,9
A3Dauerhafte Industriegüter0,61,10,0540,115103,1102,5
EEnergie1,05,20,0710,379104,1103,1
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme3,20,90,1180,036101,398,2
E2Mineralölprodukte-1,510,1-0,0480,343106,7108,3
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol1,02,10,1560,317106,8105,7
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol0,92,50,0940,270107,3106,3
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)0,50,50,0130,012104,7104,2
F3Fleisch- und Wurstwaren2,11,50,0490,036106,6104,4
SDienstleistungen2,02,00,9780,947108,7106,6
S1Verkehrsdienstleistungen1,01,60,0770,120106,5105,4
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,62,70,3280,328110,1107,3
S3Reisen und Unterkunft1,7-2,60,048-0,093105,1103,3
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,92,80,4660,443112,0108,8
S5Kommunikationsdienstleistungen-2,4-2,0-0,043-0,03492,795,0
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen1,42,60,1020,183108,1106,6

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