Pressemitteilung: 12.154-220/19

Inflation bleibt im November 2019 bei 1,1%

Wien, 2019-12-18 – Die Inflationsrate für November 2019 lag bei 1,1%, wie aus Berechnungen von Statistik Austria hervorgeht (Oktober 2019: ebenfalls 1,1%). Wichtigster Preistreiber waren nach wie vor die Preise für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels. Erneut dämpften Preisrückgänge in den Bereichen Verkehr und Nachrichtenübermittlung die Inflationsrate.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat November 2019 bei 107,4. Gegenüber dem Vormonat Oktober stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,2%.

Preissteigerungen für Wohnen und Restaurants verantworteten etwa zwei Drittel der Inflation

Die Preisanstiege für Wohnung, Wasser, Energie (+2,1%) beeinflussten die Inflationsrate mit +0,38 Prozentpunkten und erwiesen sich damit als stärkster Preistreiber im Jahresvergleich. Die Instandhaltung von Wohnungen kostete durchschnittlich um 3,1% mehr (Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Mieten stiegen insgesamt um 2,4% (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte). Die Preise für Haushaltsenergie hingegen gingen durchschnittlich um 0,6% zurück (Einfluss: -0,03 Prozentpunkte), wozu überwiegend niedrigere Heizölpreise beitrugen (-13,4%; Einfluss: -0,07 Prozentpunkte). Auch Gas wurde günstiger (-1,1%), während es steigende Preise für Strom (+1,6%), feste Brennstoffe (+1,9%) und Fernwärme (+1,7%) gab.

In Restaurants und Hotels erhöhten sich die Preise durchschnittlich um 3,0% (Einfluss: +0,34 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren vor allem Teuerungen bei Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +3,0%; Einfluss: +0,30 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich ebenfalls um 3,0%.

Verschiedene Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich um 1,9% mehr (Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Dafür waren größtenteils höhere Zahlungen für Versicherungen verantwortlich (insgesamt +1,4%; Einfluss: +0,06 Prozentpunkte). Schmuck kostete um 10,2% mehr.

Für Freizeit und Kultur zahlte man durchschnittlich um 1,2% mehr (Einfluss: +0,13 Prozentpunkte). Dazu trugen überwiegend Freizeit- und Kulturdienstleistungen bei, die sich um 2,9% verteuerten (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Pauschalreisen hingegen kosteten um 0,7% weniger (Einfluss: -0,02 Prozentpunkte).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke wurden durchschnittlich um moderate 0,5% teurer (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte), wozu die Preisentwicklung der Nahrungsmittel (+0,6%; Einfluss: +0,06 Prozentpunkte) den Ausschlag gab. Die Preise für Fleisch stiegen um 1,7%, jene für Brot und Getreideerzeugnisse um 1,8%. Gemüse verteuerte sich um 0,5%. Milch, Käse und Eier insgesamt erwiesen sich mit ±0,0% als preisstabil. Obst hingegen verbilligte sich um 3,1%. Die Preise für Öle und Fette gingen ebenfalls zurück (insgesamt -5,5%, darunter Butter -10,3%). Alkoholfreie Getränke verbilligten sich um 0,8% (Kaffee -3,5%).

Die Kosten für Verkehr sanken durchschnittlich um 0,9% (Einfluss: -0,10 Prozentpunkte). Treibstoffe verbilligten sich insgesamt um 7,7% (Einfluss: -0,23 Prozentpunkte), etwas mehr als im Oktober (-7,4%; Einfluss: -0,24 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel hingegen kosteten um 4,5% mehr (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte) und Flugtickets verteuerten sich um 2,6%.

Nachrichtenübermittlung kostete durchschnittlich um 3,6% weniger (Einfluss: -0,07 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste verbilligten sich um 3,1% (Einfluss: -0,05 Prozentpunkte) und Mobiltelefone um 7,2%.

Inflation November 2019 gegenüber Oktober 2019: +0,2%

Hauptpreistreiber im Monatsabstand waren die Ausgaben für Freizeit und Kultur (durchschnittlich +1,2%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Dazu trugen vor allem saisonbedingt teurere Pauschalreisen bei (insgesamt +4,3%). Hauptpreisdämpfer im Monatsvergleich waren niedrigere Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (durchschnittlich -0,3%; Einfluss: -0,04 Prozentpunkte), ausschlaggebend dafür waren insbesondere Preisrückgänge bei Gemüse (durchschnittlich -1,9%).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex liegt im November 2019 bei 1,2%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im November 2019 bei 107,92 (Oktober revidiert: 107,72) und war somit um 0,1 Prozentpunkte höher als der VPI. Die Differenz beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik). Teuerungen in Restaurants und Hotels (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI stärker als den VPI. Preisanstiege für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) verminderten hingegen den HVPI gegenüber dem VPI.

Täglicher Einkauf im Jahresvergleich im Plus, wöchentlicher Einkauf deutlich günstiger

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, stieg im Jahresvergleich um 0,6% (Oktober ±0,0%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, sank im Jahresabstand um 0,9% (Oktober revidiert -0,7%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: Für den VPI wird seit Jänner 2016 eine neue Indexperiode mit dem Basisjahr 2015 veröffentlicht. Jede Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Jahresmesszahl des neuen Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) wird für das Basisjahr 2015 auf 100,0 normiert. Der HVPI wird seit Jänner 2016 ebenfalls auf Basis 2015 veröffentlicht. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung).  
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunkts (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren. 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). 
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen. 
ECOICOP: Die ECOICOP 5-Steller liegen auch für den HVPI-CT auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2014 vor. Weiters wurden in der Eurostat-Datenbank die ECOICOP 5-Steller für den HVPI auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2012 publiziert.

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
November 
2019/ 
November 
2018
November 
2019/ 
Oktober 
2019
Oktober 
2019/ 
Oktober 
2018
November 
2019/ 
November 
2018
November 
2019/ 
Oktober 
2019
November 
20192)
Oktober 
20193)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
Verbraucherpreisindex 2015 (gesamt)1,10,21,1--107,4107,2
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 0,60,10,0--108,7108,6
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) -0,9-0,1-0,7--108,0108,14)
Index ohne Saisonwaren 20151,20,31,1--107,6107,3
Index der Saisonwaren 2015-2,9-1,7-1,7--97,298,94)
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20155)-1,10,3-1,5--104,8104,5
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20156)1,20,21,0--107,92107,724)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20157)1,20,21,0--107,71107,514)
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke0,5-0,30,70,050-0,038105,6105,9
02 Alkoholische Getränke und Tabak0,90,10,50,0320,002110,3110,2
03 Bekleidung und Schuhe0,6-0,21,60,030-0,010111,5111,7
04 Wohnung, Wasser, Energie2,10,22,10,3840,036108,6108,44)
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,20,21,10,0810,010106,1105,9
06 Gesundheitspflege0,90,30,70,0490,017107,2106,94)
07 Verkehr-0,9-0,1-1,5-0,099-0,009104,5104,6
08 Nachrichtenübermittlung-3,60,2-4,2-0,0690,00690,290,0
09 Freizeit und Kultur1,21,21,40,1310,137106,3105,04)
10 Erziehung und Unterricht2,40,02,40,0270,000109,9109,94)
11 Restaurants und Hotels3,00,33,00,3370,039113,1112,8
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen1,90,21,70,1470,015107,5107,3
Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im November 2019 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung gegenüber November 2018Einfluss auf Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien2,40,119
Betriebskosten, Eigentumswohnung8,40,053
Ziegelstein6,80,038
Seilbahnen und Lifte8,20,035
Ehering/Ring11,10,024
Preisdämpfer  
Dieseltreibstoff-8,6-0,163
Superbenzin-6,2-0,070
Heizöl extra leicht, Großabnahme-13,4-0,068
Mobiltelefonie-4,9-0,052
Nichtärztliche Dienstleistung (Psychotherapie, Patientenanteil)-8,5-0,045
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im November 2019 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung gegenüber Oktober 2019Einfluss auf Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Flugpauschalreisen6,40,094
Seilbahnen und Lifte5,80,026
Ziegelstein3,10,019
Wohnungsmiete, alle Kategorien0,30,018
Ehering/Ring7,00,017
Preisdämpfer  
Flugticket
-9,6-0,042
Städteflug-14,7-0,023
Hotel, 4/5-Stern-6,6-0,012
Gebundene Faserdämmstoffe-2,6-0,012
Duschgel-8,7-0,010

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate, 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
November 
2019/ 
November 
2018
November 
2019/ 
Oktober 
2019
November 
2019/ 
November 
2018
November 
2019/ 
Oktober 
2019
November 
20191)
Oktober 
20192)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)1,10,2 - -107,4107,2
A,E,FGüter0,30,10,1640,042105,9105,8
A,EIndustriegüter und Energie0,20,30,0800,078105,6105,3
AIndustriegüter1,10,30,3380,089105,8105,5
A1Kurzlebige Industriegüter2,10,00,1990,001105,7105,7
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,00,10,0060,007107,7107,6
A3Dauerhafte Industriegüter1,40,80,1330,081104,1103,3
EEnergie-3,6-0,2-0,258-0,011104,4104,6
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme1,20,10,0430,005102,1102,0
E2Mineralölprodukte-8,5-0,5-0,301-0,016106,5107,0
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol0,6-0,20,084-0,036106,8107,0
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol0,60,00,058-0,007107,4107,4
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)-0,5-1,1-0,012-0,028103,5104,7
F3Fleisch- und Wurstwaren1,70,00,038-0,001107,2107,2
SDienstleistungen2,20,40,9420,163109,2108,8
S1Verkehrsdienstleistungen1,9-0,50,134-0,035106,7107,2
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,70,20,3090,022111,0110,8
S3Reisen und Unterkunft0,83,00,0130,101102,499,4
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,90,40,4380,055113,1112,7
S5Kommunikationsdienstleistungen-3,00,0-0,0490,00091,991,9
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen1,40,20,0960,020108,5108,3

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