Pressemitteilung: 12.129-195/19

Inflation sinkt im Oktober 2019 auf 1,1%

Wien, 2019-11-15 – Die Inflationsrate für Oktober 2019 lag bei 1,1%, wie aus Berechnungen von Statistik Austria hervorgeht (September 2019: 1,2%). Als bedeutendster Preistreiber erwiesen sich erneut die Preise für Wohnung, Wasser und Energie, gefolgt von jenen für Restaurants und Hotels. Preisrückgänge in den Bereichen Verkehr und Nachrichtenübermittlung dämpften die Inflationsrate.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat Oktober 2019 bei 107,2. Gegenüber dem Vormonat September stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,2%.

Ohne Preise für Wohnen sowie für Restaurants und Hotels hätte die Inflation 0,3% betragen

Im Jahresabstand stiegen die Preise für Wohnung, Wasser, Energie durchschnittlich um 2,2%. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit +0,41 Prozentpunkten und waren damit stärkster Preistreiber im Jahresvergleich. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich um 3,0% (Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Mieten stiegen um 2,2% (Einfluss: +0,12 Prozentpunkte), die Preise für Wasserversorgung und sonstige Dienstleistungen für Wohnungen um 3,1% (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Haushaltsenergie hingegen verbilligte sich durchschnittlich um 0,3% (Einfluss: -0,02 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür war ein Basiseffekt (siehe Informationen zur Methodik) bei den Strompreisen. Diese hatten im Oktober 2018 deutlich zugelegt und noch im September 2019 ein Plus von 5,4% und einen Einfluss von +0,11 Prozentpunkten aufgewiesen. Im Oktober 2019 ergab sich jedoch nur noch ein Preisanstieg von 1,6% (Einfluss: +0,03 Prozentpunkte). Die Preise für feste Brennstoffe stiegen im Oktober 2019 um 2,5% und für Fernwärme um 1,6%. Gas verbilligte sich leicht (-1,1%), Heizöl stärker (-11,6%).

In Restaurants und Hotels wurden die Preise durchschnittlich um 3,0% angehoben (Einfluss: +0,36 Prozentpunkte), was überwiegend auf Teuerungen bei Bewirtungsdienstleistungen zurückzuführen ist (+3,0%; Einfluss: +0,31 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 3,4% mehr.

Die Preise für Freizeit und Kultur stiegen durchschnittlich um 1,4% (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Dazu trugen überwiegend Freizeit- und Kulturdienstleistungen bei, die sich um 2,1% verteuerten (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Pflanzen kosteten um 5,0% mehr (Einfluss: +0,03 Prozentpunkte).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 0,7% (Einfluss: +0,08 Prozentpunkte). Dafür waren beinahe ausschließlich die Nahrungsmittel verantwortlich (insgesamt +1,0%; Einfluss: +0,10 Prozentpunkte). Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen um 2,0%, jene für Fleisch um 1,6% sowie jene für Gemüse um 1,8%. Milch, Käse und Eier verteuerten sich insgesamt um 0,9%. Öle und Fette hingegen verbilligten sich um 5,8% (darunter Butter -11,6%). Die Obstpreise sanken ebenfalls (-2,4%). Alkoholfreie Getränke kosteten um 1,2% weniger (Kaffee -6,4%).

Die Preise für Verkehr gingen durchschnittlich um 1,5% zurück (Einfluss: -0,19 Prozentpunkte). Treibstoffe verbilligten sich insgesamt um 7,4% (Einfluss: -0,24 Prozentpunkte), etwas deutlicher als noch im September (-5,1%; Einfluss: -0,16 Prozentpunkte). Auch Flugtickets wiesen Preisreduktionen auf (-8,5%; Einfluss: -0,04 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten hingegen um 4,3% mehr (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte).

Für Nachrichtenübermittlung zahlte man durchschnittlich um 4,2% weniger (Einfluss: -0,08 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste verbilligten sich um 3,4% (Einfluss: -0,06 Prozentpunkte) und Mobiltelefone um 9,9%.

Inflation Oktober 2019 gegenüber September 2019: +0,2%

Hauptpreistreiber im Monatsvergleich waren höhere Preise für Bekleidung und Schuhe (durchschnittlich +2,9%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Zahlreiche Herbstartikel wurden im Handel durch neue Winterwaren ersetzt. Insgesamt verteuerten sich Bekleidungsartikel dadurch gegenüber September 2019 um 2,7% und Schuhe um 3,5%.

Als Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand erwiesen sich die Kosten für Restaurants und Hotels (durchschnittlich -0,3%; Einfluss: -0,03 Prozentpunkte), ausschlaggebend dafür waren billigere Beherbergungsdienstleistungen (durchschnittlich -2,7%).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex liegt im Oktober  2019 bei 1,0%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Oktober 2019 bei 107,73. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 1,0% und war somit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als der VPI. Die Differenz beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI (siehe Informationen zur Methodik). Höhere Preise für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) verminderten den HVPI merklich gegenüber dem VPI. Zusätzlich dämpften billigere Flugtickets (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) den HVPI gegenüber dem VPI. Höhere Kosten für Restaurants und Hotels (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten hingegen den HVPI stärker als den VPI.

Täglicher Einkauf im Jahresvergleich preisstabil, wöchentlicher Einkauf merklich günstiger

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf repräsentiert, wies im Jahresvergleich mit ±0,0% keine Veränderung auf (September -0,2%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, sank im Jahresabstand um 0,6% (September -0,2%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: Für den VPI wird seit Jänner 2016 eine neue Indexperiode mit dem Basisjahr 2015 veröffentlicht. Jede Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Jahresmesszahl des neuen Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) wird für das Basisjahr 2015 auf 100,0 normiert. Der HVPI wird seit Jänner 2016 ebenfalls auf Basis 2015 veröffentlicht. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung).  
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunkts (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren. 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). 
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen. 
ECOICOP: Die ECOICOP 5-Steller liegen auch für den HVPI-CT auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2014 vor. Weiters wurden in der Eurostat-Datenbank die ECOICOP 5-Steller für den HVPI auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2012 publiziert. Die weitere Ergänzung zurück bis 12/2005 wird mit einer der nächsten Publikationen erfolgen.

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
Oktober 
2019/ 
Oktober 
2018
Oktober 
2019/ 
September 
2019
September 
2019/ 
September 
2018
Oktober 
2019/ 
Oktober 
2018
Oktober 
2019/ 
September 
2019
Oktober 
20192)
September 
20193)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
Verbraucherpreisindex 2015 (gesamt)1,10,21,2--107,2107,0
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 0,00,4-0,2--108,6108,2
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) -0,60,1-0,2--108,2108,1
Index ohne Saisonwaren 20151,10,21,2--107,3107,1
Index der Saisonwaren 2015-1,61,1-1,6--99,097,9
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20155)-1,50,1-0,8--104,5104,4
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20156)1,00,31,2--107,73107,42
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20157)1,00,31,2--107,52107,20
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke0,70,50,80,0790,053105,9105,4
02 Alkoholische Getränke und Tabak0,50,00,60,0190,001110,2110,2
03 Bekleidung und Schuhe1,62,90,90,0800,139111,7108,6
04 Wohnung, Wasser, Energie2,20,22,80,4100,032108,5108,3
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,10,60,70,0800,041105,9105,3
06 Gesundheitspflege0,80,00,80,045-0,001107,0107,0
07 Verkehr-1,50,0-0,6-0,193-0,007104,6104,6
08 Nachrichtenübermittlung-4,2-0,4-4,3-0,084-0,00890,090,4
09 Freizeit und Kultur1,4-0,30,50,142-0,031104,9105,24)
10 Erziehung und Unterricht2,20,92,10,0260,011109,7108,74)
11 Restaurants und Hotels3,0-0,33,10,356-0,032112,8113,1
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen1,70,11,50,1410,006107,3107,2
Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im Oktober 2019 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung gegenüber Oktober 2018Einfluss auf Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien2,20,115
Betriebskosten, Eigentumswohnung9,60,062
Gipskartonplatte8,10,025
Wein, Restaurant4,10,024
Discoeintritt inkl. Getränk5,80,023
Preisdämpfer  
Dieseltreibstoff-7,8-0,152
Superbenzin-6,9-0,083
Heizöl extra leicht, Großabnahme-11,6-0,062
Mobiltelefonie-5,3-0,056
Nichtärztliche Dienstleistung (Psychotherapie, Patientenanteil)-9,2-0,050
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Oktober 2019 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung gegenüber September 2019Einfluss auf Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Schweinsschnitzel10,50,017
Gartenpflanze8,10,017
Gipskartonplatte3,70,012
Dieseltreibstoff0,50,009
Studiengebühr16,10,008
Preisdämpfer  
Flugpauschalreisen-4,2-0,065
Übernachtung im Ausland-10,7-0,029
Flugticket-2,9-0,013
Mobiltelefongerät-3,1-0,008
Superbenzin-0,7-0,007

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate, 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
Oktober 
2019/ 
Oktober 
2018
Oktober 
2019/ 
September 
2019
Oktober 
2019/ 
Oktober 
2018
Oktober 
2019/ 
September 
2019
Oktober 
20191)
September 
20192)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)1,10,2--107,2107,0
A,E,FGüter0,30,50,1830,280105,8105,3
A,EIndustriegüter und Energie0,30,70,0840,226105,4104,7
AIndustriegüter1,20,80,3340,216105,6104,8
A1Kurzlebige Industriegüter2,40,40,2390,037105,8105,4
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,71,70,0620,147107,5105,7
A3Dauerhafte Industriegüter0,40,30,0320,032103,3103,0
EEnergie-3,30,2-0,2500,010104,6104,4
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme1,30,30,0480,009102,0101,7
E2Mineralölprodukte-8,00,0-0,2980,001107,0107,0
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol0,70,40,1000,054107,0106,6
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol0,50,10,0460,014107,4107,3
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)0,50,60,0140,014104,7104,1
F3Fleisch- und Wurstwaren1,61,10,0400,026107,2106,0
SDienstleistungen2,0-0,20,918-0,076108,8109,0
S1Verkehrsdienstleistungen1,10,00,0790,000107,2107,2
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,70,10,3260,012110,8110,7
S3Reisen und Unterkunft2,4-3,30,055-0,11399,5102,9
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,70,10,4300,017112,7112,6
S5Kommunikationsdienstleistungen-3,20,1-0,0550,00091,991,8
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen1,10,10,0830,008108,2108,1

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