Pressemitteilung: 12.045-111/19

Urlaubseuro 2019: weiterhin merkliche Kaufkraftvorteile im Osten und Süden Europas; Türkei momentan günstigste Destination

Wien, 2019-06-24 – Aktuelle Berechnungen von Statistik Austria über Preisniveaus und die damit verbundene Kaufkraft der Österreicherinnen und Österreicher im Ausland ergeben für Mai 2019 weiterhin merkliche Kaufkraftvorteile im Osten Europas und in den klassischen mediterranen Urlaubsdestinationen. Für 100 in Österreich verdiente Euro erhält man in Kroatien für einen vergleichbaren tourismusrelevanten Warenkorb Waren und Dienstleistungen im Wert von durchschnittlich 159 Euro, in Portugal 133 Euro, in Griechenland 131 Euro, in Spanien 126 Euro und in Italien, dem beliebtesten Reiseziel der Österreicherinnen und Österreicher, 110 Euro. Die mit Abstand teuersten Reiseziele sind weiterhin die Schweiz (73 Euro), Dänemark (78 Euro) und Schweden (88 Euro).

Massive Abwertung der türkischen Lira – Kaufkraftvorteile für Reisende

In ausgewählten osteuropäischen Ländern erhält man wie in den Vorjahren für einen Wert von 100 Euro rund um die Hälfte mehr an vergleichbaren Produkten und Dienstleistungen als in Österreich. Bulgarien rangiert mit 213 Euro als preisgünstigste Destination vor Rumänien (191 Euro), Ungarn (169 Euro), Tschechien (166 Euro), Polen (159 Euro) und der Slowakei (142 Euro).

Die Veränderungen zum Vorjahr sind in der Mehrheit sehr gering ausgefallen; als Ausnahme ist hier die Türkei hervorzuheben. Diese verzeichnete mit einer Inflationsrate von rund 19% im Jahresabstand einen starken Anstieg der Konsumentenpreise, während die türkische Lira gleichzeitig massiv an Wert verlor (rund 29%). Zusammen ergibt dies einen Gegenwert von derzeit 231 Euro (+10,5%). Damit ist die Türkei die günstigste Destination im 28 Länder umfassenden Vergleichsset. Das beliebte Urlaubsland Kroatien bringt für Reisende im Landesdurchschnitt einen Euro-Gegenwert von 159 Euro, in Slowenien beträgt der Kaufkraftvorteil immerhin noch rund ein Viertel (124 Euro).

Überseedestinationen wieder etwas teurer

Der Euro hat gegenüber anderen Währungen im Jahresabstand etwas nachgegeben – dies bewirkt ein höheres Preisniveau in ausgewählten Überseedestinationen. Für USA-Reisende bietet sich mit einem Gegenwert von 93 Euro (Mai 2018: 99 Euro) ein Kaufkraftverlust basierend auf dem über 5-prozentigen Kursverlust des Euro gegenüber dem US-Dollar. Ähnlich stark waren die Kursunterschiede gegenüber den Landeswährungen in Japan (+5%; Euro-Gegenwert nunmehr 97 Euro, im Vorjahr noch 102 Euro) und vor allem in Mexiko (+7%, Euro-Gegenwert nunmehr 170 Euro gegenüber 188 Euro im Vorjahr). Einzig der australische Dollar verlor leicht (rund 3%) gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung; Australien rangiert nunmehr bei einem Gegenwert von 89 Euro (zuvor 86 Euro).

Wenig Veränderung in der Eurozone

Aufgrund der gemeinsamen Währung und allgemein niedrigen Inflationsraten (zwischen 0,2% in Zypern und 2,7% in der Slowakei; Österreich +1,7% im Jahresabstand) sind innerhalb der Eurozone nur geringfügige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr festzustellen – dies gilt vor allem für die klassischen Mittelmeerdestinationen wie Griechenland, Spanien und Italien. Irland mit 91 Euro bzw. die Niederlande, Belgien und Frankreich mit 95 bis 97 Euro stellen weiterhin die teuersten Destinationen dar, Deutschland liegt mit 100 Euro gleichauf mit Österreich.

Weitere Informationen zu Kaufkraftparitäten und internationalen Preisniveauvergleichen finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Kaufkraftparitäten (KKP) sind in ihrer einfachsten Form Preisrelationen in Landeswährung für identische bzw. vergleichbare Güter und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern (z. B. Preis für 1 Liter stilles Mineralwasser in Österreich in Euro in Relation zum Preis für 1 Liter stilles Mineralwasser in der Schweiz in Schweizer Franken – in Slowenien in Euro, etc.; 1 kg Reis, 1 Flasche Whisky, 1 Tagesticket für den öffentlichen Verkehr, 1 Paar Herrenschuhe, 1 Nächtigung im 4-Stern-Hotel, 1 Portion Spaghetti Bolognese im Restaurant etc.). Einzel-KKP werden für sämtliche Positionen eines vergleichbaren Warenkorbes (nach ECOICOP) ermittelt und zu Ausgabengruppen hochaggregiert. Die KKP stammen aus Erhebungen im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsvergleichsprogramms ("European Comparison Programme" – ECP) unter der Ägide von EUROSTAT und der OECD, das laufend Informationen über etwa 2.400 vergleichbare Güter und Dienstleistungen pro Land liefert. Für die Berechnung des "tourismusrelevanten Preisniveaus" wurde eine spezielle Gewichtung der einzelnen Ausgabenkategorien vorgenommen, die dem österreichischen Tourismus-Satellitenkonto (Statistik Austria) entnommen wurde. Das Hauptgewicht – rund 60% – entfällt auf die Bereiche "Beherbergung" sowie "Restaurants und Gaststätten". 
 
Zur Extrapolation der Daten auf den aktuellen Stand wurden die zuletzt verfügbaren Verbraucherpreisindizes und Wechselkursinformationen der einzelnen Länder herangezogen. Die eingesetzten KKP beziehen sich auf nationale Durchschnittswerte. Für flächenmäßig größere Länder und/oder Länder mit starken Preisdifferenzen in einzelnen Regionen (Stadt/Land, Norden/Süden, touristisches Zentrum/Hinterland) kann sich das Preisniveau an einem spezifischen Urlaubsort innerhalb des Landes anders darstellen als im Landesdurchschnitt. 
Preisniveauindex (PNI) = KKP / Wechselkurs x 100 
Euro-Gegenwert (zu 100 Euro) = 10.000 / PNI

 

Touristenparitäten, Preisniveauindizes und Euro-Gegenwert, Mai 2019
LandTouristische KKP 
(AT=1)
Preisniveauindex1) 
(AT=100)
Euro-Gegenwert2) 
(AT= € 100)
Österreich1,0000100,0100
Belgien1,0490104,995
Bulgarien0,918647,0213
Dänemark9,6210128,878
Deutschland1,0023100,2100
Frankreich1,0342103,497
Griechenland0,762476,2131
Irland1,0930109,391
Italien0,910991,1110
Kroatien4,670062,9159
Niederlande1,0502105,095
Polen2,702562,9159
Portugal0,754475,4133
Rumänien2,488052,3191
Schweden12,1485113,188
Schweiz1,5572137,873
Slowakei0,702770,3142
Slowenien0,803480,3124
Spanien0,796779,7126
Tschechien15,534060,3166
Türkei2,934543,4231
Ungarn191,969259,1169
Vereinigtes Königreich0,8777100,799
Zypern0,846084,6118
Australien1,8104112,389
Japan126,3140102,797
Mexiko12,600258,9170
USA1,1982107,193

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Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Werner EISENRAUCH, Tel.: +43 (1) 71128-7283 bzw. werner.eisenrauch@statistik.gv.at

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