Pressemitteilung: 11.947-013/19

Erzeugerpreise des Produzierenden Bereichs stiegen im Dezember 2018 um 1,9%; Jahresdurchschnitt 2018 um 2,4% über 2017

Wien, 2019-01-30 – Der Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich (EPI 2015) erreichte im Dezember 2018 laut Statistik Austria 102,8 Punkte (2015=100) und stieg somit gegenüber Dezember 2017 um 1,9%. Im November 2018 und Oktober 2018 war die Jahresveränderungsrate bei +2,5% bzw. +3,4% gelegen. Gegenüber November 2018 verzeichnete der Index einen Rückgang um 0,7% (siehe Tabelle). Damit hat die Preisdynamik für Erzeugnisse des Produzierenden Bereichs gegen Ende des 4. Quartals 2018 deutlich an Schwung verloren.

Der Jahresdurchschnitt 2018 für Erzeugerpreise des Produzierenden Bereichs lag um 2,4% über dem Stand des Vorjahres. Im Jahr 2017 hatte die Jahresdurchschnittsrate +1,9% und im Jahr 2016 -1,8% betragen. Somit legten die Erzeugerpreise des Produzierenden Bereichs 2018 zum zweiten Mal in Folge im Jahresvergleich zu.

Preisanstieg für Energie (+5,3%) und Vorleistungsgüter (+2,4%) im Jahr 2018

Die Preiserhöhungen im Bereich Energie (+5,3%) und für Vorleistungsgüter (+2,4%) waren hauptverantwortlich für den Indexanstieg im Jahr 2018 (+2,4%). Bereits 2017 erhöhten sich die Energiepreise im Schnitt um 2,3% und jene für Vorleistungsgüter um 3,0%. Im Bereich Energie verzeichnete die Produktgruppe "elektrischer Strom und Dienstleistungen der Elektrizitätsversorgung" im Jahr 2018 einen Preisanstieg um 2,8% (2017: -0,6%, 2016: -4,2%). Die Preisentwicklung des Bereichs "Metallerzeugung und -bearbeitung" (+5,9%) wirkte sich im Jahr 2018 maßgeblich auf den Index für Vorleistungsgüter aus. Am stärksten stiegen hier die Preise für "Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen", die im Jahresdurchschnitt 2018 um 8,9% anzogen. Die Preise für "sonstige Erzeugnisse der ersten Bearbeitung von Eisen und Stahl" erhöhten sich um 5,1%, "Nichteisen-Metalle und Halbzeug daraus" um 2,4%. Ebenfalls starke Preissteigerungen gegenüber dem Jahr 2017 gab es für die Produktgruppen "Holz- und Zellstoff, Papier, Karton und Pappe" (+5,6%) sowie für "chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen, Kunststoffe in Primärform und synthetischer Kautschuk in Primärform" (+4,0%). Im Vergleich zu 2017 fielen bei den Vorleistungsgütern hingegen die Preise für "sonstige chemische Erzeugnisse" (-2,6%) sowie für "elektronische Bauelemente und Leiterplatten" (-1,4%).

Die Preise für Investitionsgüter lagen 2018 durchschnittlich um 1,0% über dem Vorjahresniveau (2017: +0,6%, 2016: +0,4%). Besonders die Preissteigerungen für die Produktgruppen "Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse" (+2,1%), "Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige" (+1,8%) sowie für "sonstige nicht wirtschaftszweigspezifische Maschinen" (+1,2%) ließen den Index für Investitionsgüter im Jahr 2018 anwachsen.

Die Preise für Konsumgüter wiesen im Vergleich zu 2017 einen Anstieg um 0,3% aus. In den Jahren 2017 und 2016 lag die Jahresveränderungsrate bei +1,1% bzw. +0,2%. In erster Linie waren es die Preiserhöhungen für "Getränke" (+2,0%), "Möbel" (+1,2%) sowie für "Back- und Teigwaren" (+0,9%), die den Index ansteigen ließen. Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr 2017 registrierten dagegen die Produktgruppen "pharmazeutische Spezialitäten und sonstige pharmazeutische Erzeugnisse" (-1,9%) sowie "haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse" (-0,4%).

Nachlassender Preisdruck im Dezember 2018: +1,9% gegenüber Vorjahresmonat

Im Dezember 2018 lag die Veränderungsrate des Erzeugerpreisindex gegenüber Dezember 2017 bei +1,9%. Dieser Indexanstieg war geprägt von den Preisanstiegen im Bereich Energie (+3,4%) und für Vorleistungsgüter (+2,3%). Im November 2018 und Oktober 2018 lag die jährliche Veränderungsrate für Energie noch bei +6,3% bzw. +9,6% sowie für Vorleistungsgüter bei +2,4% bzw. +2,6%. Ein Nachlassen des Preisdrucks konnte somit in diesen Bereichen im Dezember 2018 beobachtet werden. Der Indexanstieg im Dezember 2018 für Vorleistungsgüter war vorwiegend auf die Teuerungen im Bereich "Metallerzeugung und -bearbeitung" (+4,8%) zurückzuführen. Die Preise für die Produktgruppen "Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen" stiegen um 8,9%, jene für "sonstige Erzeugnisse der ersten Bearbeitung von Eisen und Stahl" um 5,2%. Einen Anstieg von 1,1% registrierten im Dezember 2018 die Preise für Investitionsgüter. Konsumgüter kosteten durchschnittlich um 0,1% mehr als im Vergleichsmonat Dezember 2017.

Indexrückgang um 0,7% gegenüber November 2018

Gegenüber November 2018 fiel der Erzeugerpeisindex im Schnitt um 0,7%. Einen deutlichen Rückgang verzeichneten die Preise in den Bereichen der "Herstellung von chemischen Erzeugnissen" (-0,8%) sowie der "Energieversorgung" (-0,5%). Im Monatsabstand gestiegen sind hingegen die Preise im Bereich der "Herstellung von elektrischen Ausrüstungen" (+0,2%).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Messzahl des Index der Erzeugerpreise für den Produzierenden Bereich 2015 beträgt 100,0 im Jahr 2015.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Ingrid VRABEC, Tel.: +43 (1) 71128-8103 bzw. ingrid.vrabec@statistik.gv.at

 

Erzeugerpreisindex für den Produzierenden Bereich1) (Gesamtindex)
 Basisjahr 2015% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2017Jänner100,00,52,0
 Februar100,10,12,9
 März100,0-0,12,7
1. Quartal 2017 100,01,02,5
 April100,20,22,8
 Mai99,8-0,42,0
 Juni99,6-0,21,4
2. Quartal 2017 99,9-0,12,1
1. Halbjahr 2017 100,0-2,4
 Juli99,4-0,21,2
 August99,60,21,4
 September100,10,51,8
3. Quartal 2017 99,7-0,21,5
 Oktober100,40,31,7
 November101,00,62,1
 Dezember100,9-0,11,4
4. Quartal 2017 100,81,11,8
Jahresdurchschnitt 2017 insgesamt 100,1-1,9
2018Jänner101,30,41,3
 Februar101,30,01,2
 März101,30,01,3
1. Quartal 2018 101,30,51,3
 April101,60,31,4
 Mai102,20,62,4
 Juni102,60,43,0
2. Quartal 2018 102,10,82,2
1. Halbjahr 2018 101,7-1,7
 Juli102,80,23,4
 August103,10,33,5
 September103,40,33,3
3. Quartal 2018 103,11,03,4
 Oktober103,80,43,4
 November103,5-0,32,5
 Dezember*)102,8-0,71,9
4. Quartal 2018*) 103,40,32,6
Jahresdurchschnitt 2018 insgesamt*) 102,5-2,4

Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber: 
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek 
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851 
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA