Pressemitteilung: 11.943-009/19

Inflation sinkt im Jahr 2018 auf 2,0%

Wien, 2019-01-17 – Die durchschnittliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI 2015) lag nach Berechnungen von Statistik Austria im Jahr 2018 bei 2,0%, damit etwas unter dem Wert des Jahres 2017 (+2,1%) und deutlich über den Werten der Jahre 2016 und 2015 (jeweils +0,9%) Sie blieb jedoch weit unter der höchsten Inflationsrate der vergangenen zehn Jahre (2011: +3,3%). Im Jahresverlauf bewegte sich die Teuerungsrate in einem engen Rahmen zwischen 1,8% und 2,2%. Beginnend bei 1,8% im Jänner erreichte sie im März und Mai 1,9%, danach 2,0% im Juni, um bis August auf 2,2% zu steigen. Einem Zwischentief von 2,0% im September folgte erneut ein Anstieg auf 2,2% im Oktober und November, der in einem Rückgang auf 1,9% im Dezember mündete. Den bedeutendsten Preisauftrieb wiesen 2018 Bewirtungsdienstleistungen, Treibstoffe und Mieten auf.

Größten Einfluss auf die Jahresinflation hatten höhere Kosten für Wohnung, Wasser, Energie

Die Preise für Wohnung, Wasser, Energie stiegen 2018 durchschnittlich um 2,2% (Einfluss: +0,45 Prozentpunkte). Höhere Mieten trugen wesentlich dazu bei (insgesamt +3,7%; Einfluss: +0,19 Prozentpunkte). Haushaltsenergie verteuerte sich um 2,7% (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren die Heizölpreise, die durchschnittlich um 16,7% stiegen (Einfluss: +0,08 Prozentpunkte). Preissteigerungen gab es auch für feste Brennstoffe (+7,4%), Strom (+0,9%) und Fernwärme (+2,1%). Die Preise für Gas verringerten sich hingegen um 5,2%. Die Instandhaltung von Wohnungen kostete um 1,7% mehr (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte).

Weitere wichtige Preistreiber: Ausgaben für Verkehr sowie für Restaurants und Hotels

Die Ausgabensteigerungen für Verkehr erwiesen sich mit durchschnittlich +2,9% (Einfluss: +0,36 Prozentpunkte) als zweitwichtigster Preistreiber im Jahr 2018. Ausschlaggebend dafür waren teurere Treibstoffe (durchschnittlich +9,0%; Einfluss: +0,27 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten um 2,9% mehr (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte). Die Preise für Flugtickets fielen um 4,7% (Einfluss: -0,02 Prozentpunkte).

Ausgaben für Restaurants und Hotels stiegen durchschnittlich um 3,1% (Einfluss: +0,35 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren fast ausschließlich höhere Preise für Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +3,1%; Einfluss: +0,31 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich um 3,0% (Einfluss: +0,04 Prozentpunkte).

Verschiedene Waren und Dienstleistungen mit steigendem Inflationsbeitrag

Die Preise für verschiedene Waren und Dienstleistungen erhöhten sich durchschnittlich um 2,1% (Einfluss: +0,18 Prozentpunkte) und damit stärker als im Jahr 2017 (+1,5%). Dazu trugen vor allem Versicherungen bei (insgesamt +2,0%; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte), aber auch Ausgaben für Körperpflege (+2,1%; Einfluss: +0,05 Prozentpunkte).

Preissteigerung bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken geringer als Gesamtinflation

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 1,6% (Einfluss: +0,17 Prozentpunkte) und lagen damit um 0,4°Prozentpunkte unter der Gesamtinflation von 2,0%. Dafür waren überwiegend die Nahrungsmittel verantwortlich (insgesamt +1,6%; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Die Preise für Milch, Käse und Eier stiegen um 2,5%, jene für Brot und Getreideerzeugnisse um 1,8% und jene für Fleisch um 1,5%. Öle und Fette verteuerten sich um 6,3% (darunter Butter +11,7%). Obst und Gemüse zeigten sich mit jeweils +0,1% beinahe preisstabil. Die Preise für alkoholfreie Getränke stiegen um 1,6%.

Gegenläufige Preisbewegungen in der Gruppe Freizeit und Kultur

Bei den Ausgaben für Freizeit und Kultur (durchschnittlich +0,5%; Einfluss: +0,06 Prozentpunkte) standen Freizeit- und Kulturdienstleistungen als Preistreiber (insgesamt +2,4%; Einfluss: +0,10 Prozentpunkte) den Pauschalreisen als Preisdämpfer (insgesamt -6,2%; Einfluss: -0,13 Prozentpunkte) gegenüber.

Preisdämpfer: Nachrichtenübermittlung

Die Ausgaben für Nachrichtenübermittlung gingen durchschnittlich um 2,8% zurück (Einfluss: -0,06 Prozentpunkte). Dazu trugen vor allem Verbilligungen bei Telefon- und Telefaxdiensten (insgesamt -2,2%; Einfluss: -0,04 Prozentpunkte) sowie bei Mobiltelefonen (insgesamt -8,1%; Einfluss: -0,02°Prozentpunkte) bei.

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Jahr 2018: +2,1%

Die Inflationsrate des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) fiel mit 2,1% etwas niedriger aus als 2017 (+2,2%). Der Unterschied zum VPI von +0,1 Prozentpunkten beruht auf Gewichtungsunterschieden zwischen VPI und HVPI. Höhere Preise in der Ausgabengruppe Restaurants und Hotels (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) ließen den HVPI gegenüber dem VPI um 0,11 Prozentpunkte steigen. Billigere Pauschalreisen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) dämpften den HVPI weit weniger stark als den VPI und erhöhten damit den HVPI um 0,05 Prozentpunkte. Preisanstiege für Treibstoffe sowie für Reparaturen privater Verkehrsmittel (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) ließen den HVPI gegenüber dem VPI um 0,03 Prozentpunkte bzw. um 0,02 Prozentpunkte ansteigen. Teuerungen für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen (geringere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) verminderten hingegen den HVPI gegenüber dem VPI um 0,07 Prozentpunkte. Die unterschiedlichen Gewichtsanteile des HVPI gegenüber dem VPI resultieren daraus, dass Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen nur im HVPI enthalten sind. Ausgaben für Versicherungsdienstleistungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI; im HVPI nur mit den Nettobeträgen, also Prämien minus Schadenszahlungen gewichtet) dämpften den HVPI um 0,05 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: : Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet.  
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung). 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). 

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Michaela MAIER, Tel. +43 (1) 71128-7187 bzw. michaela.maier@statistik.gv.at  

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für nationalen VPI und harmonisierten VPI1)
 VPIHVPI
JahrBasisjahr 2015+/- %Basisjahr 2010+/- %Basisjahr 2015+/- %
2000   2,3 2,0
2001   2,7 2,3
2002   1,8 1,7
2003   1,3 1,3
2004   2,1 2,0
2005   2,382,302,1
2006   1,583,691,7
2007   2,285,532,2
2008   3,288,293,2
2009   0,588,640,4
2010  100,01,990,141,7
2011  103,33,393,353,6
2012  105,82,495,752,6
2013  107,92,097,772,1
2014  109,71,799,201,5
2015100,0 110,70,9100,000,8
2016100,90,9111,70,9100,971,0
2017103,02,1114,02,1103,222,2
2018105,12,0116,32,0105,412,1

 

Tabelle 2: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
2018/20172017/20162018/20172017/201620182017
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
VPI 2015 (gesamt)2,02,1 - -105,1103,0
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 2,63,9 - -108,2105,5
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) 4,23,5 - -107,2102,9
Index ohne Saisonwaren 20152,02,1 - -105,1103,0
Index der Saisonwaren 2015-0,40,4 - -100,9101,3
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20152)3,12,9 - -104,0100,9
Harmonisierter Verbraucherpreisindex
20153)
2,12,2 - -105,41103,22
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen20154)2,12,2 - -105,22103,04
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015      
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke1,62,40,1700,281104,7103,1
02 Alkoholische Getränke und Tabak3,83,30,1470,131108,8104,8
03 Bekleidung und Schuhe0,61,50,0270,115102,8102,2
04 Wohnung, Wasser, Energie2,21,80,4510,337104,9102,6
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 2,30,60,1510,050104,3102,0
06 Gesundheitspflege2,21,40,1170,079105,9103,6
07 Verkehr2,93,00,3630,386104,0101,1
08 Nachrichtenübermittlung-2,8-1,3-0,056-0,02994,397,0
09 Freizeit und Kultur0,52,40,0580,276104,2103,7
10 Erziehung und Unterricht2,31,90,0280,023105,5103,1
11 Restaurants und Hotels3,12,90,3460,315109,6106,3
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen2,11,50,1810,135105,2103,0

 

Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Jahr 2018 gegenüber 2017
Indexposition1)Veränderung 
gegenüber 
Jahr 2017
Einfluss auf 
Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien3,70,190
Dieseltreibstoff10,30,186
Zigaretten6,10,129
Superbenzin7,10,080
Heizöl extra leicht, Großabnahme16,70,077
Preissenker  
Flugpauschalreisen-4,9-0,077
Städteflug-24,2-0,058
Mobiltelefonie-4,5-0,048
Gas, Arbeitspreis-5,8-0,035
Mobiltelefongerät-8,1-0,023

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate1)
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
2018/20172017/20162018/20172017/201620182017
+/- %+/-  
Prozentpunkte
Basisjahr 2010
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)2,02,1--105,1103,0
A,E,FGüter2,11,91,0410,965103,8101,7
A,EIndustriegüter und Energie2,11,50,7240,563103,0100,9
AIndustriegüter1,21,40,3450,362102,9101,7
A1Kurzlebige Industriegüter1,81,20,1810,135102,8101,0
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,61,40,0500,118102,9102,3
A3Dauerhafte Industriegüter1,11,10,1150,109102,5101,4
EEnergie5,22,50,3790,201103,198,0
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme0,9-2,80,036-0,11598,297,3
E2Mineralölprodukte10,17,90,3430,316108,398,4
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol2,12,60,3170,402105,7103,5
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol2,53,00,2700,310106,3103,7
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)0,52,20,0120,054104,2103,7
F3Fleisch- und Wurstwaren1,51,60,0360,038104,4102,9
SDienstleistungen2,02,30,9471,082106,6104,5
S1Verkehrsdienstleistungen1,62,30,1200,159105,4103,7
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,72,50,3280,309107,3104,5
S3Reisen und Unterkunft-2,62,8-0,0930,095103,3106,1
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,82,80,4430,423108,8105,8
S5Kommunikationsdienstleistungen-2,0-2,2-0,034-0,03395,096,9
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen2,61,70,1830,129106,6103,9

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