Pressemitteilung: 11.942-008/19

Inflation sinkt im Dezember 2018 auf 1,9%

Wien, 2019-01-17 – Die Inflationsrate für Dezember 2018 lag nach Berechnungen von Statistik Austria bei 1,9% und damit deutlich unter dem Novemberwert von 2,2%. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren ein deutlich schwächerer Preisauftrieb bei Treibstoffen und ein weiterer Preisrutsch bei Flugtickets. Als stärkste Preistreiber zeigten sich die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie sowie für Restaurants und Hotels.

Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) lag für den Monat Dezember 2018 bei 106,3. Gegenüber dem Vormonat November stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,1%.

Treibstoffe und Heizöl nur noch für etwa ein Achtel der Inflation verantwortlich

Im Jahresabstand stiegen die Ausgaben für Wohnung, Wasser, Energie durchschnittlich um 2,3%. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit +0,48 Prozentpunkten und waren damit bedeutendster Preistreiber im Jahresabstand. Die Mieten stiegen durchschnittlich um 3,4% (Einfluss: +0,18 Prozentpunkte). Die Preisentwicklung der Haushaltsenergie (durchschnittlich +3,9%; Einfluss: +0,17 Prozentpunkte) wurde im Dezember wesentlich weniger stark durch höhere Heizölpreise beeinflusst (+9,5%; Einfluss: +0,04 Prozentpunkte) als im November (+25,7%; Einfluss: +0,11 Prozentpunkte). Strom kostete im Dezember um 3,9% mehr (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Die Ausgaben für feste Brennstoffe erhöhten sich um 8,3% und jene für Fernwärme um 2,3%. Gas verbilligte sich hingegen um 3,0%. Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich um 1,7% (Einfluss: +0,11 Prozentpunkte).

Restaurants und Hotels wurden durchschnittlich um 2,8% teurer (Einfluss: +0,34 Prozentpunkte). Dazu trugen beinahe ausschließlich Bewirtungsdienstleistungen bei, deren Preise um insgesamt 2,9% stiegen (Einfluss: +0,32 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 1,8% mehr.

Die Ausgaben für Verkehr erhöhten sich durchschnittlich um 2,2% (Einfluss: +0,27 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren die Treibstoffe, die sich im Dezember insgesamt um 6,9% (Einfluss: +0,21 Prozentpunkte) verteuerten, deutlich weniger als noch im November (+13,4%; Einfluss: +0,39 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten im Dezember um 3,1% mehr (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte). Die Preise für Flugtickets fielen hingegen um 20,8% (Einfluss: -0,11 Prozentpunkte), stärker als im November (-9,5%; Einfluss -0,03 Prozentpunkte).

Für verschiedene Waren und Dienstleistungen musste um durchschnittlich 2,0% mehr bezahlt werden (Einfluss: +0,18 Prozentpunkte). Die Ausgaben für Versicherungen stiegen durchschnittlich um 1,7% (Einfluss: +0,07 Prozentpunkte), jene für Körperpflege um 2,4% (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich nur leicht (durchschnittlich +0,8%; Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Die dafür hauptverantwortlichen Nahrungsmittel kosteten insgesamt um 1,0% mehr (Einfluss: +0,09 Prozentpunkte). Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen um 1,9%, jene für Gemüse um 2,6% und jene für Fleisch um 0,7%. Milch, Käse und Eier sowie Öle und Fette kosteten jeweils um 0,5% mehr. Obst hingegen verbilligte sich um 2,6%. Alkoholfreie Getränke waren mit -0,2% fast preisstabil.

Für Nachrichtenübermittlung gingen die Kosten durchschnittlich um 1,8% zurück (Einfluss: -0,04 Prozentpunkte). Telefon- und Telefaxdienste verbilligten sich um 1,4% und Mobiltelefone um 6,8%.

Inflation Dezember 2018 gegenüber November 2018: +0,1%

Hauptpreistreiber im Monatsabstand war der Bereich Restaurants und Hotels (durchschnittlich +1,3%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Zu diesem saisonalen Preisschub trugen vor allem die um 9,5% verteuerten Beherbergungsdienstleistungen bei.

Als Hauptpreisdämpfer im Monatsvergleich erwiesen sich die Kosten für Verkehr (durchschnittlich -1,0%; Einfluss: -0,14 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren billigere Treibstoffe (insgesamt -5,6%; Einfluss: -0,18 Prozentpunkte).

Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex liegt im Dezember 2018 bei 1,7%

Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2015) lag im Dezember 2018 bei 106,74. Die harmonisierte Inflationsrate betrug 1,7%. Sie ist um 0,6 Prozentpunkte niedriger als die harmonisierte November-Inflationsrate (+2,3%) und erstmals seit November 2015 niedriger als jene des VPI (um 0,2 Prozentpunkte). Verantwortlich für den starken Rückgang sind insbesondere die Preisentwicklungen von Treibstoffen und Flugtickets, die im Zusammenhang mit dem HVPI-Gewichtungsschema einen stärkeren Einfluss haben (siehe Informationen zur Methodik). Preisrückgänge für Flugtickets und ein deutlich schwächerer Preisauftrieb bei Treibstoffen (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) verminderten bzw. dämpften den HVPI gegenüber dem VPI. Höhere Kosten für die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen sowie für Versicherungsdienstleistungen (jeweils geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI) senkten den HVPI gegenüber dem VPI zusätzlich. Preisanstiege für Restaurants und Hotels (höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten hingegen den HVPI gegenüber dem VPI.

Täglicher Einkauf fast preisstabil, Preissteigerung für wöchentlichen Einkauf höher als Gesamtinflation

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbs, der überwiegend Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, erhöhte sich im Jahresvergleich um 0,1% (November +0,2%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbs, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand um 2,8% (November +4,5%).

Weitere Informationen zum VPI und HVPI, HVPI-KS sowie zum aktuellen Warenkorb und zur Gewichtung, zur Revision und zu den verketteten Indexreihen finden Sie auf unserer Webseite.

Den Wertsicherungsrechner mit und ohne Schwellenwert finden Sie unter: Wertsicherungsrechner.

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Informationen zur Methodik, Definitionen: Für den VPI wird seit Jänner 2016 eine neue Indexperiode mit dem Basisjahr 2015 veröffentlicht. Jede Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h. die durchschnittliche Jahresmesszahl des neuen Verbraucherpreisindex 2015 (VPI 2015) wird für das Basisjahr 2015 auf 100,0 normiert. Der HVPI wird seit Jänner 2016 ebenfalls auf Basis 2015 veröffentlicht. 
Als Inflationsrate wird die durchschnittliche Preisentwicklung im Zwölfmonatsabstand bezeichnet. 
Einfluss = Veränderungsrate x Gewicht der betreffenden Position (vereinfachte Darstellung). 
Der Basiseffekt ist ein statistisches Phänomen und betrifft den Einfluss des vergleichbaren Bezugszeitpunkts (Basis) auf die aktuelle Preisentwicklung. Der Basiseffekt spielt insbesondere bei der Interpretation der Veränderungsraten zum Vorjahr eine Rolle. Die Höhe der Teuerungsrate eines bestimmten Monats hängt nicht nur von der aktuellen Preisentwicklung ab, sondern auch vom Preisniveau des Vorjahres. Gab es in der vergleichbaren Vorjahresperiode einen (vorübergehenden) starken Preisanstieg, so wird die aktuelle Teuerungsrate tendenziell niedriger, gegebenenfalls auch rückläufig ausfallen. Selbst bei unveränderter Preisentwicklung im aktuellen Monat gegenüber dem Vormonat kann die zugehörige Teuerungsrate aufgrund des statistischen Basiseffektes variieren. 
Unterschiede VPI/HVPI: 1) Gewichtungsunterschiede aufgrund der EU-Verordnung Nr. 1114/2010: Seit Jänner 2012 müssen für den HVPI aus Vergleichsgründen die Daten der Konsumrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Gewichtung verwendet werden. Dadurch erhielten beispielsweise im HVPI Bekleidung und Schuhe ein deutlich höheres Gewicht als im VPI, Pauschalreisen hingegen ein deutlich niedrigeres. 2) Gewichtungsunterschiede aufgrund unterschiedlicher Konzepte: Eigentümergenutztes Wohnen und die motorbezogene Versicherungssteuer sind nur im VPI enthalten. Im HVPI sind Ausgaben für Eigentumswohnungen/Häuser nicht enthalten, die Instandhaltung von Wohnungen ist im HVPI deshalb geringer gewichtet als im VPI. Die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen sind nur im HVPI enthalten. Deshalb sind Treibstoffe, Flugtickets, Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen im HVPI höher gewichtet als im VPI. Bei Versicherungsdienstleistungen werden sowohl im HVPI als auch im VPI die von den Haushalten gezahlten Brutto-Prämien für die monatliche Preismessung herangezogen. In der VPI-Gewichtung sind Versicherungsdienstleistungen mit dem Brutto-Anteil berücksichtigt, im HVPI-Gewichtungsschema abzüglich der Schadenszahlungen der Versicherungen an die privaten Haushalte (Netto-Konzept). 
Saisonale Produkte: Aufgrund der EU-Verordnung Nr. 330/2009 wird für Saisonprodukte wie Obst, Gemüse, Fisch, Bekleidung und Schuhe die Preisentwicklung in den außersaisonalen Zeiträumen mithilfe der durchschnittlichen Preisentwicklung aller Produkte bzw. der restlichen Saisonprodukte derselben Produktgruppe geschätzt. Die Anwendung dieser Methoden ist für den HVPI verpflichtend, für den VPI wird aus Konsistenzgründen analog vorgegangen. 
ECOICOP: Die ECOICOP 5-Steller liegen auch für den HVPI-CT auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2014 vor. Weiters wurden in der Eurostat-Datenbank die ECOICOP 5-Steller für den HVPI auf Basis 2015=100 rückwirkend ab 12/2012 publiziert. Die weitere Ergänzung zurück bis 12/2005 wird mit einer der nächsten Publikationen erfolgen.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Michaela MAIER, Tel. +43 (1) 71128-7187 bzw. michaela.maier@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Indexstände und Veränderungsraten für Gesamtindizes und COICOP-Hauptgruppen1)
Index/AggregatVeränderungEinflussIndex
Dezember 
2018 / 
Dezember 
2017
Dezember 
2018 / 
November 
2018
November 
2018 / 
November 
2017
Dezember 
2018 / 
Dezember 
2017
Dezember 
2018 / 
November 
2018
Dezember 
20182)
November 
20183)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
Verbraucherpreisindex 2015 (gesamt)1,90,12,2--106,3106,2
Mikrowarenkorb (täglicher Einkauf; Basis 2015) 0,10,10,2--108,2108,1
Miniwarenkorb (wöchentlicher Einkauf; Basis 2015) 2,8-1,34,5--107,6109,0
Index ohne Saisonwaren 20151,80,02,3--106,3106,3
Index der Saisonwaren 2015-0,9-0,30,0--99,8100,1
Index für den privaten Pkw-Verkehr 20154)2,8-1,34,2--104,6106,0
Harmonisierter Verbraucherpreisindex 20155)1,70,12,3--106,74106,64
Harmonisierter Verbraucherpreisindex zu konstanten Steuersätzen 20156)1,70,12,3--106,56106,46
COICOP-Hauptgruppen (VPI) 2015
01 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke0,80,00,90,089-0,004105,1105,1
02 Alkoholische Getränke und Tabak3,60,13,70,1380,003109,4109,3
03 Bekleidung und Schuhe0,8-0,3-0,30,045-0,012110,5110,8
04 Wohnung, Wasser, Energie2,3-0,32,80,481-0,052106,1106,4
05 Hausrat und laufende Instandhaltung des Hauses 1,50,01,90,1070,003104,8104,8
06 Gesundheitspflege1,70,01,90,094-0,003106,2106,2
07 Verkehr2,2-1,04,00,268-0,137104,3105,4
08 Nachrichtenübermittlung-1,80,3-2,4-0,0370,00593,993,6
09 Freizeit und Kultur1,31,01,80,1500,116106,1105,0
10 Erziehung und Unterricht3,20,03,30,0390,000107,3107,3
11 Restaurants und Hotels2,81,32,90,3420,143111,2109,8
12 Verschiedene Waren und Dienstleistungen2,0-0,12,10,183-0,013105,4105,5
Tabelle 2: Wichtigste Preisänderungen im Dezember 2018 gegenüber dem Vorjahr
Indexposition1)Veränderung gegenüber Dezember 2017Einfluss auf Vorjahresveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Wohnungsmiete, alle Kategorien3,40,181
Dieseltreibstoff8,90,166
Zigaretten5,50,118
Elektrischer Strom, Arbeitspreis/Tag5,30,088
Buspauschalreisen im Ausland13,40,047
Preisdämpfer  
Flugticket-20,8-0,108
Mobiltelefonie-2,9-0,031
Notebook/Tablet-9,6-0,029
Isolierglaskippfenster-4,6-0,028
Rasenmäher-7,9-0,025
Tabelle 3: Wichtigste Preisänderungen im Dezember 2018 gegenüber dem Vormonat
Indexposition1)Veränderung gegenüber November 2018Einfluss auf Vormonatsveränderung
+/- %+/- Prozentpunkte
Preistreiber  
Flugpauschalreisen7,60,112
Zimmer mit Frühstück, 4/5-Stern9,00,038
Übernachtung im Ausland15,60,037
Buspauschalreisen im Ausland6,60,024
Hotel, 4/5-Stern12,60,021
Preisdämpfer  
Dieseltreibstoff-5,5-0,111
Superbenzin-5,9-0,072
Heizöl extra leicht, Großabnahme-12,2-0,067
DVD-Film-19,4-0,013
Flachfernseher-4,0-0,013

 

Tabelle 4: Sonderaggregate des Verbraucherpreisindex 2015 nach COICOP
Sonderaggregate, 
Güter und Dienstleistungen
VeränderungEinflussIndex
Dezember 
2018/ 
Dezember 
2017
Dezember 
2018/ 
November 
2018
Dezember 
2018/ 
Dezember 
2017
Dezember 
2018/ 
November 
2018
Dezember 
20181)
November 
20182)
+/- %+/- ProzentpunkteBasisjahr 2015
A,E,F,SGESAMTINDEX (VPI)1,90,1 - -106,3106,2
A,E,FGüter1,7-0,50,891-0,268105,1105,6
A,EIndustriegüter und Energie1,8-0,80,667-0,267104,6105,4
AIndustriegüter1,0-0,10,288-0,015104,5104,6
A1Kurzlebige Industriegüter1,6-0,10,167-0,007103,4103,5
A2Halbdauerhafte Industriegüter0,3-0,50,031-0,037107,2107,7
A3Dauerhafte Industriegüter0,90,30,0900,029103,0102,7
EEnergie5,1-3,20,379-0,252104,8108,3
E1Elektrizität, Gas, feste Brennstoffe, Fernwärme3,20,00,125-0,002100,9100,9
E2Mineralölprodukte7,3-6,50,254-0,250108,8116,4
F
Lebensmittel, Tabak, Alkohol1,50,00,224-0,001106,2106,2
F1Verarbeitete Lebensmittel und Alkohol1,80,10,1940,008106,9106,8
F2Saisonwaren (Obst, Gemüse, Fisch)0,6-0,10,012-0,005103,9104,0
F3Fleisch- und Wurstwaren0,7-0,20,017-0,004105,2105,4
SDienstleistungen2,00,71,0090,317107,6106,9
S1Verkehrsdienstleistungen0,40,20,0260,018104,9104,7
S2Dienstleistungen zur Wohnung2,40,20,3010,017108,3108,1
S3Reisen und Unterkunft1,57,80,0580,257109,5101,6
S4Restaurants und Dienstleistungen (Freizeit)2,90,10,4800,024110,0109,9
S5Kommunikationsdienstleistungen-1,00,0-0,0190,00094,794,7
S6Dienstleistungen zu Gesundheit, Erziehung, Sozialschutz sowie sonstige Dienstleistungen2,20,00,1620,001107,0107,0

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