Lohnsteuerstatistik 2020

Bei der Lohnsteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf rund 10,6 Millionen von bezugsauszahlenden Stellen ausgestellten Lohnzetteln für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher. Die Lohnsteuer ist eine spezielle Form der Einkommensteuer und wird durch Abzug vom Arbeitslohn bzw. Pensionsbezug eingehoben. Der Lohnsteuertarif ist ein progressiver Stufentarif. Der Eingangssteuersatz wurde innerhalb des Jahres 2020 rückwirkend mit 1.1.2020 gesenkt.

Steuerpflichtige, Bezüge und Lohnsteuerbelastung

Im Berichtsjahr 2020 wurden insgesamt 7.028.904 Steuerpflichtige registriert, darunter 4.575.068 unselbständig Erwerbstätige und 2.453.836 Pensionistinnen und Pensionisten. Im Vergleich zu 2019 sank die Zahl der Lohnsteuerpflichtigen um 1,8%. Die Summe der Bruttobezüge stieg um 1,5% und erreichte ein Volumen von 215.362,7 Mio. Euro, während das gesamte Lohnsteueraufkommen um 3,0% fiel und 28.540,6 Mio. Euro ausmachte, wobei dafür hauptsächlich die Senkung des Eingangssteuersatzes von 25% auf 20% verantwortlich sein dürfte. 50,3% bzw. 3.537.344 Lohnsteuerpflichtige waren Männer und 49,7% bzw. 3.491.560 Frauen. Die Männer erzielten 60,7% der Bruttobezüge und trugen 69,5% zum Lohnsteueraufkommen bei. 22,4% aller Lohnsteuerpflichtigen hatten auf Grund geringer Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer. 5,5 Millionen Einkommensbezieher bzw. -bezieherinnen hatten im Berichtsjahr 2020 nur einen einzigen Lohnzettel (Beschäftigungs- oder Pensionsverhältnis), während für 1,5 Millionen Lohnsteuerpflichtige mehr als ein Lohnzettel ausgestellt wurde.

Soziale Stellung und Altersklassen der unselbständig Erwerbstätigen

Die zahlenmäßig größte Gruppe der unselbständig Erwerbstätigen bildeten die Angestellten mit einem Anteil von 48,6%, ein Drittel (36,6%) waren Arbeiterinnen oder Arbeiter. Die Vertragsbediensteten kamen auf einen Anteil von 8,5%, Beamtinnen bzw. Beamte auf 3,4% aller unselbständig Erwerbstätigen. 2,3% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren Lehrlinge; 0,5 Prozent hatten sonstige Aktivbezüge vorzuweisen.

24,5% der unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjährigen Bezügen hatte ein Alter von 41 bis 50 Jahren. Es folgte die Altersgruppe „31 bis 40 Jahre“ mit 24,1%. Unter den unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjährigen Bezügen befanden sich auch Personen im Alter von mehr als 60 Jahren (3,2%). Fast drei Viertel dieser 108.561 Personen waren Männer (80.338), nur ein Viertel Frauen (28.223).

Ganzjährige und nichtganzjährige Bezüge

73,2% aller unselbständig Erwerbstätigen – dies sind mehr als 3,3 Millionen Personen – hatten ganzjährige Bezüge. Sie bezogen insgesamt 91,3% der Bruttobezüge aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Demgegenüber waren 1,2 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht ganzjährig beschäftigt. Diese Gruppe setzt sich primär aus Arbeitslosen, Karenzurlaubern und Karenzurlauberinnen, Ferialpraktikanten und -praktikantinnen, die im Laufe des Berichtsjahres unselbständig erwerbstätig waren, sowie aus Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen zusammen. Von den rund 2,5 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten hatten dagegen rund 94,7% ganzjährige Pensionsbezüge.

Bruttobezüge und ihre Verteilung

938.312 unselbständig Erwerbstätige – und damit 2,2% mehr als 2019 - hatten Bruttobezüge von mindestens 50.000 Euro, wobei 71,4% davon Männer waren. Bei steigenden Bruttobezügen nimmt der Männeranteil kontinuierlich zu; Bezüge von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 200.000 Euro waren zu 87,2% Männern zuzuordnen. Etwa 3,8 Promille der unselbständig Erwerbstätigen befanden sich in dieser Bezugsklasse. Ein Fünftel (20,0%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) blieb mit ihren Bruttojahreseinkommen unter 10.000 Euro. Dabei ist jedoch zu beachten, dass in den untersten Bruttobezugsstufen viele geringfügig und/oder Teilzeit- und nichtganzjährig Beschäftigte zu finden sind. 26,4% aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) bezogen weniger als 15.000 Euro und 33,6% weniger als 20.000 Euro.

Bruttobezüge pro Kopf bei ganzjährig Vollzeitbeschäftigten

Insgesamt waren im Berichtsjahr 50,7% aller unselbständig Erwerbstätigen ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge in dieser Gruppe variieren deutlich nach sozialer Stellung und Region: Die höchsten durchschnittlichen Bruttoeinkommen erzielten die Personen mit (schwerpunktmäßig) sonstigen Aktivbezügen (das sind Bezüge von hauptamtlichen Politikern und Politikerinnen, Bezüge für Gemeinderatstätigkeit o. ä., Bezüge nach dem Heeresgebührengesetz, rückgezahlte Sozialversicherungsbeiträge). Bei dieser mit 5.041 Personen sehr kleinen Gruppe bezogen Männer durchschnittlich 72.719 Euro, Frauen 70.674 Euro. Es folgen die Beamten (67.629 Euro) und Beamtinnen (67.523 Euro). Die männlichen Angestellten erreichten 70.126 Euro, weibliche Angestellte 48.567 Euro, während männliche Vertragsbedienstete auf 55.418 Euro kamen und weibliche Vertragsbedienstete auf 49.300 Euro. Arbeiter verdienten durchschnittlich 37.692 Euro brutto, Arbeiterinnen 28.260 Euro. Der Pro-Kopf-Bruttobezug von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Männern lag 2020 bei 54.802 Euro, bei Frauen erreichte er 45.711 Euro.

Bei einer Betrachtung nach Bundesländern des Wohnortes der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten lagen lediglich die Bundesländer Wien (54.889 Euro) und Niederösterreich (53.711 Euro) über dem Durchschnitt für ganz Österreich (52.151 Euro), während Tirol (49.730 Euro) hier den niedrigsten Wert erreichte. Die höchsten Durchschnittsbezüge wurden im 1. Wiener Gemeindebezirk registriert (96.493 Euro, Männer: 112.295 Euro, Frauen: 77.007 Euro); außerhalb der Bundeshauptstadt im Bezirk Mödling (68.279 Euro, Männer: 75.792 Euro, Frauen: 56.036 Euro). Schlusslicht bei den Männern war der 10. Wiener Gemeindebezirk mit 46.296 Euro, bei den Frauen Landeck mit 38.335 Euro.

Beschäftigungsausmaß

Der durchschnittliche Jahresbruttobezug der unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjähriger Beschäftigungsdauer variierte deutlich nach dem Beschäftigungsausmaß: bei Vollzeitbeschäftigung betrug er österreichweit (also ohne Personen mit Wohnsitz im Ausland oder unbekannt) 52.151 Euro (Männer: 55.261 Euro, Frauen: 45.831 Euro), bei Teilzeitbeschäftigung jedoch lediglich 23.183 Euro (Männer: 23.959 Euro, Frauen: 22.988 Euro). Teilzeitbeschäftigung kommt vorwiegend bei Frauen vor: mit rund 52,4% waren mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen teilzeitbeschäftigt. Frauen machten mit 72,5% fast drei Viertel der Gesamtheit aller Teilzeitbeschäftigten aus. Betrug bei den Männern die Relation zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung 1:4,7, so gab es bei den Frauen mehr Teilzeit- als Vollzeitbeschäftigte (Verhältnis 1:0,87).

Teilzeitarbeit variierte nach der sozialen Stellung; sie war unter Arbeitern und Arbeiterinnen sehr ausgeprägt (Frauen: 58%, Männer: 20%), unter den Angestellten und Vertragsbediensteten etwas weniger häufig (Frauen: 55% bzw. 42%, Männer: 18% bzw. 9%). Bei den Beamten zeigte sich das deutlichste Gefälle zwischen den Geschlechtern: nur 1,7% der männlichen Beamten arbeiteten Teilzeit, ihre Kolleginnen wiesen hingegen eine 13-mal höhere Quote auf (22,2%). Eine hohe Teilzeitquote wiesen zudem die Personen mit sonstigen Aktivbezügen aus: Männer waren hier zu 47% in Teilzeit tätig, Frauen zu 55%. Eine Gegenüberstellung der Daten der Berichtsjahre 2019 und 2020 zeigt, dass die Beschäftigung insgesamt um 2,3% abnahm, wobei dieser Rückgang sowohl auf Teilzeitbeschäftigte (-1,5%) als auch auf – ganzjährig oder nicht ganzjährig – Vollzeitbeschäftigte entfiel (-2,8%). Die Anzahl der Frauen fiel dabei jeweils stärker als jene der Männer (Vollzeitbeschäftigung: -3,7% bzw. -2,3%; Teilzeitbeschäftigung: -1,7% bzw. -0,9%). Die Anzahl der Personen mit unbekanntem Beschäftigungsausmaß nahm im Vergleich zum Vorjahr zu (+2,3%).

Wirtschaftszweige

Etwa 54,3% der unselbständig Erwerbstätigen waren im Berichtsjahr 2020 in nur fünf ÖNACE-Abschnitten beschäftigt, nämlich in den zusammengefassten Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erziehung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) sowie in den ÖNACE-Abschnitten C (Herstellung von Waren) und G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Der ÖNACE- Abschnitt F (Bau) und der Abschnitt I (Beherbergung und Gastronomie) kamen auf 7,7% bzw. 7,3%. Die Abschnitte N (sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und H (Verkehr und Lagerei) folgten mit einem Anteil von 6,6 bzw. 5,0% an der Gesamtheit der unselbständig Erwerbstätigen. Demgegenüber kamen die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (ÖNACE-Abschnitt K) auf nur 3,2%, die Abschnitte D (Energieversorgung) sowie E (Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen) jeweils auf weniger als 1%.

Die meisten Frauen arbeiteten 2020 in den ÖNACE-Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erziehung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) mit 732.000 Arbeitnehmerinnen, sowie im ÖNACE-Abschnitt G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen), der 372.000 Arbeitnehmerinnen zählte. Die meisten Männer arbeiteten im Abschnitt C (Herstellung von Waren); hier waren beinahe 515.000 männliche Arbeitnehmer beschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer variierten stark. So wies etwa ÖNACE K (Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen) einen durchschnittlichen Bezug von 76.661 Euro aus, während in der Beherbergung und der Gastronomie (ÖNACE I) nur rund ein Drittel dieses Wertes gemessen wurde (28.325 Euro).

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Hauptergebnisse der Lohnsteuerstatistiken für die Jahre 2014 bis 2020
Haupterhebungsmerkmale der Lohnsteuerstatistik 2020
Steuerpflichtige 2020 nach Geschlecht, sozialer Stellung und Bruttobezugsstufen
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und Bruttobezüge 2020 nach Geschlecht und wirtschaftlicher Aktivität
Steuerpflichtige, Bruttobezüge und Lohnsteueraufkommen 2020 nach Bundesländern und Geschlecht



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Statistik der Lohnsteuer 2020

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