Öffentlicher Schuldenstand

Für die budgetäre Notifikation an die Europäische Kommission Ende September 2019 (Mitteilung von öffentlichem Defizit/Überschuss und öffentlichem Schuldenstand in Zusammenhang mit den Maastrichter Konvergenzkriterien) berechnete Statistik Austria die Daten für das Jahr 2018 gemäß den Kategorien des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010). Der öffentliche Schuldenstand belief sich Ende 2018 somit auf 285,3 Mrd. Euro bzw. 74,0% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit liegt die Staatsverschuldung um 4,6 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert, die Schuldenquote (=Verhältnis der Staatsschulden zum BIP) verringerte sich gleichzeitig um 4,3 Prozentpunkte. Ohne die Sondereffekte des Bankenpakets würde die Schuldenquote ebenfalls sinken: Der Schuldenstand wäre von 74,4% des BIP im Jahr 2017 auf 71,8% des BIP im Jahr 2018 gesunken. Der starke Rückgang der Schuldenquote ist auch einem höheren BIP im Jahr 2018 zuzurechnen. Die Verringerung in absoluten Zahlen stammt fast ausschließlichen aus den Sondereffekten des Bankenpaketes, da diese Einheiten im Jahr 2018 ihre Maastricht Verbindlichkeiten deutlich reduziert haben. Ebenfalls konnte in den Zahlen 2018 eine geringe Reduktion des Schuldenstandes, sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen, auf Landesebene beobachtet werden. Von der Art der Verschuldung entfielen am Ende des Jahres 2018 1,7 Mrd. Euro auf Einlagen, 239,3 Mrd. Euro auf Anleihen und 44,3 Mrd. Euro auf Kredite.

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand 

Die Staatsverschuldung betrug zum Stichtag 30. September 2019 nach Berechnungen von Statistik Austria 281,4 Mrd. Euro oder 71,1% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Damit lag sie um 7,2 Mrd. Euro unter dem Wert am Ende des Vorjahresquartals (Q3/2018); die Schuldenquote (öffentliche Schulden im Verhältnis zum BIP) fiel in diesem Zeitraum um 4,5 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Ende des Vorquartals (Q2/2019) fiel der öffentliche Schuldenstand um 274 Mio. Euro, die Quote reduzierte sich um 0,6 Prozentpunkte des BIP. Diese Reduktion in absoluten Zahlen kann vor allem dem Bundessektor zugeschrieben werden, der seine Verbindlichkeiten um etwa 635 Mio. Euro verringern konnte.

Da bei der Berechnung des öffentlichen Schuldenstandes die Forderungen gegenüber anderen staatlichen Stellen abgezogen werden ("intergovernmentale Forderungen" bzw. "konsolidierte Darstellung"), sind bei der Interpretation der Veränderung des Schuldenstandes sowohl die Entwicklung der Verbindlichkeiten als auch der intergovernmentalen Forderungen zu berücksichtigen. Das gilt für den Staat insgesamt als auch für die Beiträge der einzelnen Teilsektoren zum öffentlichen Schuldenstand. Im Bundessektor wurden im 3.Quartal 2019 einerseits die Verbindlichkeiten aus dem Bankenpaket weiter reduziert, anderseits kam es bei der Kerneinheit Bund (Bund ohne außerbudgetäre Einheiten)  insgesamt zu einem Rückgang an Verpflichtungen, was sich vor allem auf einen stärkeren Anstieg der Forderungen des Bundes und somit einem höheren Konsolidierungsbeitrag zurückführen lässt.

Darüber hinaus gab es einen leichten Anstieg an Verbindlichkeiten im Landessektor und im Gemeindesektor. In diesen beiden Teilsektoren konnten vermehrt Gläubigerwechsel von Finanzinstituten zur Kerneinheit Bund beobachtet werden. Wie im vorherigen Absatz angemerkt, führte dies auch zu einem Anstieg der intergovernmentalen Forderungen des Bundes.

Ohne die Sondereffekte des Bankenpakets würde die Schuldenquote ab Ende des zweiten Quartals 2019 erstmals seit Ende des vierten Quartals 2008 wieder unter 70% des BIP liegen.

Öffentlicher Schuldenstand
Öffentlicher Schuldenstand nach Teilsektoren des Staates und Bundesländern
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand mit Sondereffekten des Bankenpakets
Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand, 1. Quartal 2000 - 3. Quartal 2019

Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand vom 1.Quartal 2000 bis 3.Quartal 2019


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