Das System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR)

Das System der VGR ist im Prinzip ein geschlossenes Kontensystem, in dem wesentliche makroökonomische Größen als Transaktionen oder Salden ausgewiesen werden (z.B. Bruttoinlandsprodukt (BIP), Bruttonationaleinkommen, verfügbares Einkommen der Haushalte, Finanzierungssaldo des Staates, privater Konsum, Investitionen), basierend auf der Vorstellung eines Wirtschaftskreislaufs.

Das VGR-System ist durch das „System of National Accounts“ (SNA 1993) international vereinheitlicht. Eine spezifisch auf europäische Verhältnisse zugeschnittene Variante ist das „Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung“ (ESVG 1995 bzw. ESA 1995). Während das SNA den Charakter einer Empfehlung besitzt, ist das ESVG rechtlich verbindlich (EU-Verordnung).

Diese Systeme werden in regelmäßigen Abständen überarbeitet. um neuen ökonomischen Rahmenbedingungen, dem Fortschritten bei der methodologischen Forschung und den Bedürfnissen der Nutzer und Nutzerinnen Rechnung zu tragen. Das SNA 2008 wurde im Jahr 2009 veröffentlicht. An der  Überarbeitung des ESVG 95 wird gearbeitet.

Das ESVG sieht die die Darstellung der Ergebnisse einerseits nach Wirtschaftsbereichen (Branchen) andererseits nach institutionellen Sektoren vor. Die Sektorkonten beschreiben die verschiedenen Phasen des Wirtschaftskreislaufs für Kapitalgesellschaften, Staat, private Haushalte und Ausland. Für diese Sektoren werden Produktion, Einkommensentstehung, -verteilung, -umverteilung und Konsum sowie die Änderung des Vermögens dargestellt.

Im Rahmen der Regionalen Gesamtrechnungen werden für das gesamte Wirtschaftsgebiet erstellte VGR-Daten auch für die Bundesländer und für 35 NUTS 3-Regionen (Zusammenfassungen von politischen Bezirken oder Gerichtsbezirken) berechnet.

Als wichtiges Abstimmungs- und Analyseinstrument werden in der Input-Output-Statistik Aufkommens- und Verwendungstabellen (detaillierte Darstellung der Volkswirtschaft in nach Wirtschaftsbereichen und Gütergruppen gegliederten Matrizen) und symmetrische Input-Output-Tabellen (standardmäßig als Darstellung in einer Güter x Güter-Matrix) erstellt.

Transaktionen, die eine Güterdimension (Waren und Dienstleistungen) haben, werden zu laufenden und konstanten Preisen berechnet, um durch Ausschaltung der Preisänderung ihre Volumenänderung (reales Wachstum) zu messen.

Die den Wirtschaftsaktivitäten zugrunde liegende Klassifikation ist ÖNACE 2008; die Güterdarstellung erfolgt in der Gliederung nach ÖCPA 2008.

Bruttoinlandsprodukt und Hauptaggregate
 200820092010
BIP (Mio.EUR) 282.746274.818286.197
BIP pro Kopf33.92032.86034.120
Wirtschaftswachstum (real), in %1,4%-3,8%2,3%
 2. Quartal 20101)3. Quartal 20101)4. Quartal 20101)
Wirtschaftswachstum, unbereinigt, in % zum Vorjahresquartal2,6%4,2%3,4%
Wirtschaftswachstum, bereinigt, in % zum Vorquartal0,6%0,8%0,7%
Nichtfinanzielle Sektorkonten
 200820092010
Verfügbares Haushaltseinkommen pro Kopf, in Euro20.17619.87120.252
Sparquote des Haushaltssektors, netto, in %11,4%10,5%8,5%
Lohnquote66,5%70,7%69,2%
Gewinnquote des Unternehmenssektors, netto, in %28,9%23,6%25,6%
Regionale Gesamtrechnungen (Bruttoregionalprodukt pro Kopf, in Euro)
 200720082009
Burgenland21.90022.40022.200
Niederösterreich27.10028.00027.000
Wien42.80043.90042.600
Kärnten28.10028.80027.400
Steiermark29.00029.60028.500
Oberösterreich32.50033.90032.800
Salzburg38.20038.80037.500
Tirol34.60035.10034.600
Vorarlberg34.70035.90034.700
  • Stat. Datenbanken
  • Dokumentationen
  • Pressemitteilungen
  • Publikationen
  • Links
  • Allgemeine Auskünfte

Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 (1)71128-7070 
FAX: +43 (1) 715 68 28 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 8.00 - 16.00 Uhr