Mit 679 Todesopfern wurde 2008 zwar wieder der bisher
niedrigste Wert seit Beginn der einheitlich geführten Verkehrsunfallstatistik
im Jahr 1961 registriert, der Rückgang um 12 Getötete oder 1,7% fiel
aber deutlich geringer als in den Jahren 2004 bis 2007 aus, in denen
ein durchschnittlicher jährlicher Rückgang von 7,7% erreicht wurde.
Die schaltjahrbereinigten Veränderungsraten gegenüber
2007 sind um jeweils zwei Zehntelprozentpunkte höher: Unfälle: -4,9%,
Verletzte: -5,3%, Getötete: -1,9%.
Alkoholunfälle
Im Berichtsjahr ereigneten sich 2.646 Alkoholunfälle
(-3,1%), bei denen 3.653 Personen verletzt (-4,3) und 53 (gegenüber 56
im Jahr davor) getötet wurden. Damit war jeder 15. Unfall mit Personenschaden
im Berichtsjahr ein Unfall mit alkoholisierten Beteiligten, das sind
6,8% aller Unfälle. Dies ist der höchste Wert der letzten 10 Jahre.
Jeder 13. Verkehrstote war nach offizieller Statistik Opfer eines Alkoholunfalles.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass Verkehrstote und Bewusstlose im
Allgemeinen nicht auf Alkoholisierung untersucht werden, sodass die
Zahl der Alkoholunfälle und jene der dabei Getöteten vermutlich noch
größer sind.
Unfälle mit schweren Lkw: mehr
als viermal so hohes Todesrisiko
Im Jahr 2008 kam es - nach einem deutlichen Rückgang
im Jahr 2007 - wieder zu einem Anstieg der Zahl der Verkehrstoten bei
Unfällen mit Lkw über 3,5 t. Mit 1.741 Unfällen mit schweren Lkw ereigneten
sich zwar um 6,0% weniger als im Jahr davor, dabei wurden aber 111 Personen
(um 21 oder 23,3% mehr) getötet.
Damit forderten 4% aller Unfälle 16% aller Verkehrstoten.
Das Risiko, bei einem Unfall mit einem schweren Lkw getötet zu werden,
ist demnach besonders hoch: 64 Todesopfer je 1.000 Unfälle gegenüber
15 Todesopfern, die im Durchschnitt auf 1.000 Unfälle ohne schwere
Lkw kommen, sind mehr als viermal so viele.
Weniger Verunglückte mit Pkw und
einspurigen Kfz
Die Analyse der Verletzten und Getöteten nach der
Art ihrer Beteiligung am Verkehr zeigt bei der größten Gruppe, dem
Pkw, einen Rückgang der Zahl der Verletzten (-6,6%) und der Getöteten
(-2,9%). Mit einspurigen Kraftfahrzeugen verunglückten ebenfalls weniger
Menschen als im Jahr davor (Verletzte -2,7%), Getötete -3,3%).
Überdurchschnittlich viele getötete
Radfahrer
Weniger Verletzte, aber mehr Todesopfer gab es im
Jahr 2008 bei den Radfahrern. 5.559 Radfahrer wurden verletzt, das ist
um 3,7% weniger als im Jahr davor. Mit 62 getöteten Radfahrern wurde
jedoch der bisher niedrigste Wert, der im Jahr 2007 mit 37 Getöteten
erreicht wurde, um zwei Drittel überstiegen.
Kinderunfälle weiter rückläufig
Im Jahr 2008 kam es zu 3.121 Straßenverkehrsunfällen,
an denen Kinder beteiligt waren, um 6,7% weniger als im Jahr davor.
3.433 Kinder bis zum 14. Lebensjahr wurden dabei verletzt (-5,1%), 12
Kinder (gegenüber 13 im Jahr 2007) kamen auf Österreichs Straßen
ums Leben.
In allen Bundesländern weniger
Unfälle und Verletzte
Die Zahl der Unfälle und jene der Verletzten liegen
in allen Bundesländern unter dem Niveau von 2007, die prozentuellen
Abnahmen sind allerdings unterschiedlich.
In Niederösterreich (174), in der Steiermark (109)
und in Wien (27) wurden die bisher niedrigsten Werte an Verkehrstoten
seit Beginn der einheitlich geführten Statistik im Jahr 1961 erreicht.
In Tirol wurde hingegen die höchste Opferzahl seit dem Jahr 2002 registriert.
Verkehrssicherheitsprogramm: Zielvorgaben
2008 weit überschritten
Ziel des österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms
ist es, die Zahl der Straßenverkehrsunfälle bis zum Jahr 2010 auf
rund 33.000 zu senken, jene der Verkehrstoten auf etwa 500. Die für
das Jahr 2008 errechneten Zielvorgaben wurden jedoch deutlich überschritten:
um rund 4.800 bei den Unfällen und um fast 100 bei den Verkehrstoten.