Statistik zur Demografie von Unternehmen

Die Statistik zur Unternehmensdemografie umfasst Daten zu aktiven Unternehmen, zu Unternehmensneugründungen, deren Fortbestand, zu Unternehmensschließungen sowie entsprechende Beschäftigungsdaten. Unternehmensdemografische Statistiken spielen als Grundlage für politische Entscheidungen und Analysen eine wichtige Rolle. Von Interesse ist insbesondere auch die Bedeutung neu gegründeter Unternehmen als Impulsgeber für die Wirtschaft durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Abgeleitete Indikatoren wie Neugründungs-, Schließungs- und (5-jährige) Überlebensraten sind darüber hinaus Teil der EU-Strukturindikatoren, die zur Verfolgung der Fortschritte im sogenannten Lissabon-Prozess zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung herangezogen werden.

Die Lieferung unternehmensdemografischer Daten ist seit dem Jahr 2009 auf europäischer Ebene verpflichtend. Rechtgrundlage bildet der Anhang IX der EU-Verordnung über die strukturelle Unternehmensstatistik und national für die Bundesländer-Ebene die Unternehmensdemografiestatistik-Verordnung. Gemäß diesen Rechtsgrundlagen sind 2011 Daten für das Berichtsjahr 2009 bereitzustellen. Die Daten werden nach Wirtschaftsbereichen (ÖNACE 2008) und Rechtsform, nach Wirtschaftsbereichen und Beschäftigtengrößenklasse, nach Wirtschaftsbereichen und Bundesland und bei den Einzelunternehmen nach Wirtschaftsbereichen und Geschlecht dargestellt.

Zur Erstellung der unternehmensdemografischen Daten werden die jeweils zum Zeitpunkt der Berechnungen aktuell verfügbaren administrativen Daten verwendet. Zudem müssen Schätzungen zur Vervollständigung der Berechnungen vorgenommen werden. Aus Gründen der Konsistenz erfolgen die Berechnungen jeweils für die gesamte Zeitreihe und nicht bloß für das aktuelle Berichtsjahr. Das bedeutet, dass sich auch für die vergangenen Jahre leicht andere Ergebnisse zeigen als sie für diese Jahre bereits auf Basis der vorjährigen Berechnungen publiziert wurden. Die erhöhte Qualität der der Unternehmensdemografie zugrundegelegten Verwaltungsdaten hat auch Auswirkungen auf die dem Berichtsjahr 2009 vorausgehenden Jahre, weswegen Statistik Austria neue Ergebnisse für die gesamte Zeitreihe (ab 2004) publiziert. Es ergeben sich geringfügige Abweichungen zu den im Vorjahr publizierten Zahlen für die Berichtsjahre 2004 bis 2008.

Ergebnisse für 2009 im Überblick

Im Jahr 2009 wurden 28.015 neue Unternehmen mit 67.055 Beschäftigten (davon 41.588 Unselbständige) gegründet. Gemessen an der Anzahl der aktiven Unternehmen entspricht dies einer Neugründungsrate von 6,9%. Gegenüber dem Berichtsjahr 2008 stieg die Gründungsintensität an – die Neugründungsrate betrug hier 6,6%.

Generell war die Neugründungsrate 2009 im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008 - Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“) erwartungsgemäß im Durchschnitt höher (7,5%). Im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F) lag die Neugründungsrate unter dem Durchschnitt (5,8%). Auf Abschnitts-Ebene der ÖNACE 2008 waren hohe Anteile an Neugründungen in den Wirtschaftsbereichen „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (10,6%), „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (8,1%), sowie „Verkehr“ bzw. „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (je 8,0%) zu verzeichnen. Die niedrigsten Neugründungsraten lagen in den Wirtschaftsbereichen „Herstellung von Waren“ (4,1%) und „Bergbau“ (4,9%) vor.

Was den Fortbestand der Neugründungen betrifft, so sinken die Überlebensraten einer Gründungskohorte naturgemäß von einem Jahr auf das nächste: Von zehn im Jahr 2004 gegründeten Unternehmen war mindestens eines davon ein Jahr später nicht mehr am Markt tätig; rund 90% der Unternehmen überlebten. Die 2-jährige Überlebensrate (von 2004 auf 2006) betrug 80,7%, nach drei Jahren waren noch 72,5% und nach vier Jahren rund zwei Drittel (66,1%) dieser Unternehmenskohorte aktiv. Für die 5-jährige Überlebensrate ergab sich ein Prozentsatz von 60,6%. Die höchsten 5-jährigen Überlebensraten waren für die Wirtschaftsbereiche „Gesundheits- und Sozialwesen“ (75,1%), „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (72,1%) und „Sonstige Dienstleistungen“ (69,1%) zu verzeichnen.

Im Berichtszeitraum 2009 wurden insgesamt 24.436 Unternehmen mit 46.163 Beschäftigten geschlossen, was einer Schließungsrate von 6,1% entspricht. Die Schließungsrate ist im Vergleich zum Berichtsjahr 2008 etwas gesunken (6,5%). Im Dienstleistungsbereich (ÖNACE 2008- Abschnitte G-S, ohne 64.2 „Beteiligungsgesellschaften“) war die Schließungsrate höher (6,7%) als im Produzierenden Bereich (Abschnitte B-F, 4,3%). Überdurchschnittlich hohe Schließungsraten ergaben sich 2009 in den Bereichen „Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (10,8%), „Erziehung und Unterricht“ (8,5%) sowie „Information und Kommunikation“ (7,3%). Wirtschaftsbranchen mit niedrigen Schließungsraten waren: „Wasserversorgung und Abfallentsorgung“ (4,0%), „Herstellung von Waren“ (4,1%) sowie „Gesundheits- und Sozialwesen“ (4,4%).

Im Durchschnitt wurden durch neu gegründete Unternehmen 2,4 Arbeitsplätze (Beschäftigte pro Neugründung) geschaffen, während 1,9 Arbeitsplätze durch geschlossene Unternehmen verloren gingen. Die meisten Arbeitsplätze bei neuen Unternehmen entstanden im Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ (13.392), „Handel“ (11.032) und „Freiberufliche/technische Dienstleistungen“ (8.774).

Entwicklung 2004 bis 2009

Im Zeitverlauf zeigt sich, dass die Anzahl der Neugründungen von 2004 auf 2009 um 2,0% zurückging. Nach einigen Schwankungen (Höchstwert 2005: 29.608 Neugründungen) erreichte die Zahl der Neugründungen im Jahr 2009 annähernd das Niveau von 2004. Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet, konnten in diesem fünfjährigen Beobachtungszeitraum Zuwächse an Neugründungen in folgenden Branchen beobachtet werden: „Bergbau“ (+58,3%), „Grundstücks- und Wohnungswesen“ (+35,9%), „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+32,3%) sowie „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (+16,7%). Im Bereich „Energieversorgung“ (-26,9%) war der Rückgang der Neugründungen am stärksten.

Obwohl die Schließungszahlen in allen Jahren unter jenen der Neugründungen lagen, stieg die Anzahl der Unternehmensschließungen in der Berichtsperiode (2004 bis 2009) im Durchschnitt um mehr als ein Viertel (rund 26%) an, wobei die meisten Unternehmensschließungen im Wirtschaftskrisenjahr 2008 (26.309) zu verzeichnen waren. Eine Analyse nach Wirtschaftsbereichen ergibt, dass der Zuwachs bei den Schließungszahlen in diesem fünfjährigen Beobachtungszeitraum in den Branchen „Energieversorgung“ (+93,3%), „Gesundheits- und Sozialwesen“ (+87,9%) sowie „Finanz- und Versicherungsleistungen“ (+84,7%) am höchsten war.

Weiterführende Hinweise zur Methodik der Datensammlung

Informationen und Ergebnisse zur Arbeitgeberunternehmensdemografie

  • Tabelle(n)
  • Grafik(en)
  • Stat. Datenbanken
  • Pressemitteilungen
  • Links
  • Spezielle Auskünfte
Ergebnisse im Überblick: Statistik zur Unternehmensdemografie 2004 bis 2009HTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Statistik zur Unternehmensdemografie 2004 bis 2009 nach RechtsformHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Statistik zur Unternehmensdemografie 2004 bis 2009 nach BeschäftigtengrößenklasseHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Statistik zur Unternehmensdemografie 2004 bis 2009 nach BundesländernHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Statistik zur Unternehmensdemografie 2004 bis 2009 nach Geschlecht des UnternehmersHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Überlebensraten von 2004 neu gegründeten UnternehmenHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Überlebensraten von 2005 neu gegründeten UnternehmenHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Überlebensraten von 2006 neu gegründeten UnternehmenHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: Überlebensraten von 2007 neu gegründeten UnternehmenHTMLPDFXLSX


Neugründungs- und Schließungsraten 2009 nach Wirtschaftsbereichen

Neugründungs- und Schließungsraten 2009 nach Bundesländern

Beschäftigte 2009 pro neugegründetem bzw. geschlossenem Unternehmen

Neugründungen 2004 bis 2009 nach Wirtschaftsbereichen


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