Outward-FATS – Auslandstöchter von in Österreich ansässigen Unternehmen

Ergebnisse für 2009

Neben ihren inländischen Tätigkeiten erwirtschafteten österreichische Unternehmen im Jahr 2009 durch ihre ausländischen Töchter Umsätze im Wert von 238 Mrd. Euro, was knapp 40% des gesamten heimischen Umsatzes aller marktwirtschaftlich orientierten inländischen Unternehmen entsprach. Die 5.184 österreichischen Auslandstöchter beschäftigten dabei rund 938.000 Menschen außerhalb Österreichs (Beschäftigungsverhältnisse im Jahresdurchschnitt).

Geographisch waren diese Auslandstöchter hauptsächlich in den EU-Ländern zu finden (rund 2/3), wobei hier neben Deutschland (14% der Einheiten, 11% der Auslandsbeschäftigten) vor allem die „neuen EU-Mitgliedsländer“ eine wesentliche Rolle spielen:

  • Rumänien, Ungarn und die Tschechische Republik, in denen jeweils knapp über 10% der Auslandsbeschäftigten tätig waren (entspricht jeweils gut 90.000 Jobs),
  • Slowakei und Polen mit 5% bzw. rund 4% der Auslandsbeschäftigten (oder jeweils mehr als 40.000 Beschäftigungsverhältnissen).

Außerhalb der EU sind österreichische Unternehmen mit ihren Mehrheitsbeteiligungen ebenfalls vor allem im Osten und Südosten Europas engagiert, und zwar in der Russischen Föderation mit über 6% aller Auslandsbeschäftigten, der Ukraine mit knapp unter 6% und Kroatien mit etwas weniger als 4%.

Insgesamt fanden sich 2009 Auslandstöchter österreichischer Unternehmen in 99 Staaten der Welt.

In den überseeischen Gebieten erreichen nur die Auslandstöchter in den USA mit etwas mehr als 3% der Auslandsbeschäftigten (3,6% der Unternehmen) eine nennenswerte Größenordnung. Auslandstöchter in China (rund 2% der Einheiten) hatten 2009 bereits mehr Personen beschäftigt (16.000) als die Auslandsunternehmenseinheiten in der Türkei (knapp 13.000) oder der Schweiz (12.000). Letztere nahm jedoch aufgrund der dort angesiedelten internationalen Handelstöchter (v.a. für den Rohstoffbereich) nach Umsatzerlösen gesehen 2009 den 1. Platz, noch vor Deutschland, ein.

Die für manche EU-Länder bedeutsame Kategorie der sogenannten Offshore-Finanzzentren oder auch „Steueroasen“ fällt in der österreichischen Outward-FATS-Statistik kaum ins Gewicht. In diesen Ländern angesiedelte Auslandstöchter umfassen weniger als 3% der Einheiten und nur 0,4% der insgesamt erfassten Auslandsbeschäftigten. Den für österreichische Firmen wichtigsten Offshore-Platz, sowohl nach Anzahl der Auslandstöchter als auch nach Beschäftigten und Umsätzen gesehen, bildete dabei Singapur.

Nach Wirtschaftsbranchen betrachtet sind österreichische Unternehmen, gemessen an der Beschäftigung, über ihre ausländischen Mehrheitsbeteiligungen vor allem in den Finanzdienstleistungen (16%), im Einzelhandel (11%), im Großhandel (8%), im Bauwesen und bei den Versicherungen (je rund 5% der Auslandsbeschäftigten) aktiv. Der umfassende Bereich der Herstellung von Waren (früher: Sachgütererzeugung) bringt es bei einem Anteil von 32% der Einheiten auf insgesamt 38% der Beschäftigten aller österreichischen Tochterunternehmen im Ausland.

Betrachtet man die Auslandsaktivitäten nach der Branche der inländischen Mutterunternehmen (also z.B. die Frage, welche Wirtschaftsbereiche sich durch besonders zahlreiche Unternehmensbeteiligungen oder –gründungen im Ausland auszeichnen) ist zu beachten, dass 40% der Mutterunternehmen entweder als Beteiligungsgesellschaft in ÖNACE 64.20 (Abschnitt K) oder als Konzernzentrale in ÖNACE 70.10 (Abschnitt M) klassifiziert sind. Davon abgesehen kann festgestellt werden, dass 2009 v.a. Unternehmen der Branchen Groß- und Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Maschinenbau, Herstellung von DV-Geräten und elektrischen Ausrüstungen, sowie des Grundstücks- und Wohnungswesen im Ausland tätig waren.

Bei den Auslandsaktivitäten inländischer Unternehmenseinheiten kann eine zusätzliche Unterscheidung danach getroffen werden, ob diese Unternehmenseinheiten „echt“ österreichische Unternehmen sind oder selbst wiederum unter ausländischer Kontrolle stehen. Schränkt man das Beobachtungsspektrum auf Erstere ein, so reduzieren sich die insgesamt 5.200 Auslandstöchter auf 3.600 (also rund 70%), bei den Beschäftigten ergibt sich eine entsprechende Verringerung um mehr als 380.000 auf 560.000 (= 60%). Bei der Branchenstruktur (nach Beschäftigtenzahlen) geht damit vor allem eine Verschiebung vom Handel (fällt von einem Anteil von 20% auf 12%) hin zu Bau und Finanz- und Versicherungsleistungen einher – ihre Anteile steigen von 5 auf 8, bzw. von 22 auf 25%.

Methodische Erläuterungen

Die Erfassung der Auslandsunternehmenseinheiten von in Österreich ansässigen Unternehmen erfolgt im Rahmen der Erhebung der Direktinvestitionsbestände durch die OeNB. Für die FATS-Statistik sind dabei nur jene Auslandsbeteiligungen relevant, die mehr als 50% Anteil am Gesellschaftskapital darstellen und somit ein Indiz für unternehmerische Kontrolle bieten. Diese Daten werden auf Basis der nationalen Auslandsunternehmenseinheitenstatistik-Verordnung und im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen Oesterreichischer Nationalbank und Bundesanstalt Statistik Österreich der Statistik Austria zur Erstellung der FATS-Statistiken zur Verfügung gestellt.

Während für den Bereich der Inward-FATS-Statistik zur Sicherung der Vollständigkeit auf ergänzende Verwaltungsdaten zurückgegriffen werden kann, basiert die Outward-FATS-Statistik ausschließlich auf Erhebungsdaten. Bei dieser Erhebung kommt eine niedrigschwellige Meldegrenze zur Anwendung; die dadurch nicht erhobenen Einheiten werden – derzeit – nicht gesondert zugeschätzt. Es ergibt sich somit eine geringe Untererfassung in der Statistik, die jedoch in erster Linie nur für die Anzahl der Einheiten von Relevanz ist.

Die EU-Verordnung, wie auch die nationale Verordnung, sieht für den Outward-FATS-Bereich die jährliche Darstellung der Merkmale

  • Anzahl der Unternehmen
  • Beschäftigte und
  • Umsatz

vor.

Diese sind nach den Dimensionen Wirtschaftsaktivität (der Auslandsunternehmenseinheiten) und Standortland (der Auslandsunternehmenseinheiten) zu untergliedern, wobei die beiden Dimensionen wie im Falle der Inward-FATS-Statistik in gegenläufiger Detailliertheit zu kombinieren sind.

Die Erstellung der Statistik erfolgt jährlich, erstes Berichtsjahr war das Jahr 2007. Die Ergebnisse werden Anfang Oktober des zweiten auf das Berichtsjahr folgenden Kalenderjahres veröffentlicht (also z.B. Anfang Oktober 2011 für das Berichtsjahr 2009).

Die Daten wurden für das Berichtsjahr 2008 erstmals nach ÖNACE 2008, der nationalen Version der europäischen NACE Rev.2, ausgewiesen (davor: ÖNACE 2003). Aus diesem Grund können derzeit auch noch keine konsistenten Zeitreihen für die Tabellen nach Wirtschaftstätigkeiten vorgelegt werden. Der Erfassungsbereich der Statistik umfasst gemäß nationaler Verordnung die ÖNACE 2008-Abschnitte B - S mit Ausnahme des Abschnittes L – Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung.

Während das EU-Konzept nur den Nachweis von Auslandsunternehmenseinheiten in Nicht-EU-Ländern vorschreibt, werden in der nationalen Version auch jene in den EU-Mitgliedsländern dargestellt. Zudem werden in Erweiterung zum EU-Konzept nicht nur Auslandstöchter von österreichischen Konzernzentralen (= Unternehmen, die von keiner ausländischen Unternehmenseinheit kontrolliert werden, siehe oben) inkludiert, sondern alle von in Österreich ansässigen Unternehmenseinheiten kontrollierten Auslandstöchter.

Aufgrund der eher geringen Gesamtpopulation sind der Ergebnisdarstellung bei Einhaltung der nationalen Geheimhaltungsregeln relativ enge Grenzen gesetzt.

    
  • Tabelle(n)
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  • Spezielle Auskünfte
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2009 nach Wirtschaftsaktivitäten (ÖNACE 2008): AbsolutwerteHTMLPDFXLSX
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2009 nach Wirtschaftsaktivitäten (ÖNACE 2008): AnteileHTMLPDFXLSX
Inländische Muttergesellschaften 2009 nach Wirtschaftsaktiviät (ÖNACE 2008)HTMLPDFXLSX
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2009: Verteilung nach SitzländernHTMLPDFXLSX
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2008 nach Wirtschaftsaktivitäten (ÖNACE 2008): AbsolutwerteHTMLPDFXLS
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2008 nach Wirtschaftsaktivitäten (ÖNACE 2008): AnteileHTMLPDFXLSX
Inländische Muttergesellschaften 2008 nach Wirtschaftsaktiviät (ÖNACE 2008)HTMLPDFXLSX
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2008: Verteilung nach SitzländernHTMLPDFXLSX
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2007 nach Wirtschaftsaktivitäten (ÖNACE 2003): AbsolutwerteHTMLPDFXLS
Auslandstochterunternehmen von in Österreich ansässigen Unternehmen 2007: Verteilung nach SitzländernHTMLPDFXLS


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