Sozialhilfe
2008 waren insgesamt rd. 225.000 Personen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf Leistungen
der Sozialhilfe angewiesen. Davon wurden fast 161.000 Personen in Privathaushalten
von der Sozialhilfe unterstützt, weitere 64.000 Sozialhilfebezieherinnen
und -beziehern lebten in Altenwohn- und Pflegeheimen. Gegenüber 1998 hat die
Zahl der Unterstützten um ca. 92.300 Personen (+70%) zugenommen - ein
Anstieg, der fast ausschließlich auf die Entwicklung im Bereich der
„offenen“ Sozialhilfe (Privathaushalte) zurückzuführen ist (+86.800
bzw. +117%).
Nach Bundesländern betrachtet, konzentriert sich die Zunahme der
Sozialhilfeinanspruchnahme vor allem auf Wien; hier stieg die Zahl der
in der offenen Sozialhilfe unterstützten Personen von 39.600 (1998)
auf 93.500 (2008). In der Bundeshauptstadt muss in verstärktem Ausmaß
Personen, deren Einkommen unterhalb der Höhe des Sozialhilferichtsatzes
liegt, eine ergänzende Geldaushilfe gewährt werden. Die Zunahme atypischer
bzw. prekärer Beschäftigungsverhältnisse (Teilzeit, geringfügige
Beschäftigung, Leiharbeit etc.) und die damit einhergehenden geringen
Verdienstmöglichkeiten bzw. die im Fall der Arbeitslosigkeit daraus
resultierenden niedrigen (vorrangigen) Sozialleistungen (Arbeitslosengeld,
Notstandshilfe) werden seitens der Wiener Sozialverwaltung als Gründe
für den starken Anstieg bei den Sozialhilfe-Richtsatzergänzungen angeführt.
Hinsichtlich des Geschlechtes ist in allen Bundesländern, für die entsprechende
Daten vorliegen, und nach fast allen Unterstütztenkategorien eine höhere Betroffenheit der Frauen
zu erkennen. Österreichweit lag der Anteil der weiblichen Sozialhilfeempfänger
in Privathaushalten 2008 bei 53%. 59% der Leistungsbeziehenden in der
offenen Sozialhilfe waren alleinunterstützte Personen oder lebten als
Hauptunterstützte in Familien bzw. Lebensgemeinschaften. 41% wurden
als Angehörige oder diesen gleichgestellte Personen in Mehrpersonenhaushalten
unterstützt (Mitunterstützte ohne und mit Anspruch auf Familienbeihilfe),
der Anteil der von der Sozialhilfe unterstützten Kinder (Mitunterstützte
mit Anspruch auf Familienbeihilfe) betrug 30%.
Die Ausgaben der Bundesländer für die Sozialhilfe lagen 2008
bei insgesamt 2,71 Mrd. EUR (+93% gegenüber 1998). Dem standen Einnahmen in
der Höhe von 932 Mio. EUR gegenüber, die sich im Wesentlichen aus
den Kostenbeiträgen und -ersätzen der Leistungsbeziehenden und ihrer
unterhaltspflichtigen Angehörigen zusammensetzen. Daraus ergibt sich
ein Nettoaufwand von rd. 1,78 Mrd. EUR, zu dem die Gemeinden in unterschiedlichem
Ausmaß in den einzelnen Bundesländern Finanzierungsbeiträge leisteten.
Die Mittel der Sozialhilfe werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt:
Der Großteil der Sozialhilfegelder fließt traditionell in die (Mit-)Finanzierung
der Unterbringung von hilfsbedürftigen Menschen in Altenwohn- und Pflegeheimen.
Die Ausgaben für diesen Bereich erreichten im Jahr 2008 1,51 Mrd. €,
das sind 56% der Sozialhilfeausgaben insgesamt (brutto). Für mobile
soziale Dienste wurden 423 Mio. EUR (16%), für Richtsatzleistungen,
Geldaushilfen und Mietbeihilfen insgesamt 363 Mio. EUR (13%), für Krankenhilfeleistungen
138 Mio. EUR (5%) ausgegeben; der Rest waren Ausgaben für Flüchtlingshilfe
und für sonstige Leistungen.
| Ergebnisse im Überblick: Sozialhilfebezieher und Sozialhilfebezieherinnen |  |  |  |
| Sozialhilfeausgaben und -einnahmen 1998-2008 |  |  |  |
| Sozialhilfebezieherinnen und -bezieher in Privathaushalten 2008 |  |  |  |
| Sozialhilfe 2008 |  |  |  |