Sozialhilfe

2009 waren insgesamt rd. 247.600 Personen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Davon wurden 173.800 Personen in Privathaushalten von der Sozialhilfe unterstützt, weitere 73.800 Sozialhilfebezieherinnen und -bezieher lebten in Altenwohn- und Pflegeheimen. Gegenüber 1999 hat die Zahl der Unterstützten um ca. 111.000 Personen (+81%) zugenommen - ein Anstieg, der fast ausschließlich auf die Entwicklung im Bereich der „offenen“ Sozialhilfe (Privathaushalte) zurückzuführen ist (+102.300 bzw. +143%).

Nach Bundesländern betrachtet, konzentriert sich die Zunahme der Sozialhilfeinanspruchnahme vor allem auf Wien; hier stieg die Zahl der in der offenen Sozialhilfe unterstützten Personen von rd. 35.300 (1999) auf 100.000 (2009; vorläufige Zahl). In der Bundeshauptstadt muss in verstärktem Ausmaß Personen, deren Einkommen unterhalb der Höhe des Sozialhilferichtsatzes liegt, eine ergänzende Geldaushilfe gewährt werden. Die Zunahme atypischer bzw. prekärer Beschäftigungsverhältnisse (Teilzeit, geringfügige Beschäftigung, Leiharbeit etc.) und die damit einhergehenden geringen Verdienstmöglichkeiten bzw. die im Fall der Arbeitslosigkeit daraus resultierenden niedrigen (vorrangigen) Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe) werden seitens der Wiener Sozialverwaltung als Gründe für den starken Anstieg bei den Sozialhilfe-Richtsatzergänzungen angeführt.

Die Ausgaben der Bundesländer für die Sozialhilfe lagen 2009 bei insgesamt 2,99 Mrd. Euro (+87% gegenüber 1999). Dem standen Einnahmen in der Höhe von knapp 1 Mrd. Euro gegenüber, die sich im Wesentlichen aus den Kostenbeiträgen und -ersätzen der Leistungsbeziehenden und ihrer unterhaltspflichtigen Angehörigen zusammensetzen. Daraus ergibt sich ein Nettoaufwand von rd. 1,99 Mrd. Euro, zu dem die Gemeinden in unterschiedlichem Ausmaß in den einzelnen Bundesländern Finanzierungsbeiträge leisteten.

Die Mittel der Sozialhilfe werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt: Der Großteil der Sozialhilfegelder fließt traditionell in die (Mit-)Finanzierung der Unterbringung von hilfsbedürftigen Menschen in Altenwohn- und Pflegeheimen. Die Ausgaben für diesen Bereich erreichten im Jahr 2009 1,69 Mrd. Euro, das sind 57% der Sozialhilfeausgaben insgesamt (brutto). Für mobile soziale Dienste wurden 451 Mio. Euro (15%), für Richtsatzleistungen, Geldaushilfen und Mietbeihilfen insgesamt 407 Mio. Euro (14%), für Krankenhilfeleistungen 145 Mio. Euro (5%) ausgegeben; der Rest waren Ausgaben für Flüchtlingshilfe und für sonstige Leistungen.

  • Tabelle(n)
  • Allgemeine Auskünfte
Ergebnisse im Überblick: Sozialhilfebezieher und SozialhilfebezieherinnenHTMLPDFXLSX
Sozialhilfeausgaben und -einnahmen 1999-2009HTMLPDFXLSX
Sozialhilfebezieherinnen und -bezieher in Privathaushalten 2009HTMLPDFXLSX
Sozialhilfe 2009HTMLPDFXLSX


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