Die Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt zeigt eine wachsende Erwerbsbeteiligung der Frauen. Innerhalb der letzten zehn Jahre kam es zu einer Erhöhung der Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen von 61,8% (2000) auf 69,3% (2010), während die Erwerbsquote der Männer im Vergleichszeitraum relativ konstant auf einem deutlich höheren Niveau (2000: 79,9%; 2010: 80,9%) blieb.
Gleichzeitig ging mit der steigenden Erwerbsbeteiligung
eine Erhöhung der Teilzeitquote einher. Unter den unselbständig Erwerbstätigten
stieg die Anzahl der teilzeitbeschäftigten Frauen im Abstand von zehn
Jahren von
Insgesamt war im Jahr 2010 bei den Frauen ein Rückgang der Vollzeitstellen zum Vorjahr zu beobachten, der durch einen weiteren Anstieg bei den Teilzeitstellen ausgeglichen wurde. Bei unselbständig beschäftigten Männern gab es keine nennenswerten Veränderungen. 85% der unselbständig Erwerbstätigen mit Teilzeitbeschäftigung waren im Jahr 2010 weiblich.
Ein Blick auf die Arbeitslosigkeit zeigt, dass im Zeitraum von 2005 bis 2008 sowohl bei Frauen als auch bei Männern im Jahresdurchschnitt ein kontinuierlicher Rückgang der Arbeitslosenquote festzustellen war. Die Arbeitslosenquote ging bei den Frauen (2005: 5,5%; 2008: 4,1%) etwas stärker zurück als bei den Männern (2005: 4,9%; 2008: 3,6%), stieg im Jahr 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise wieder an (Frauen: 4,6%; Männer: 5,0%), und ging 2010 wieder zurück (Frauen: 4,2%; Männer: 4,6%).
Betrachtet man die Struktur der Erwerbstätigkeit, zeigt sich weiterhin ein geschlechtsspezifisch
geteilter Arbeitsmarkt. Frauen und Männer waren 2010 in den einzelnen Branchen
nach wie vor unterschiedlich stark vertreten. Rund ein Viertel der unselbständig
erwerbstätigen Männer arbeitete beispielsweise in der Herstellung
von Waren, 13,8% der Männer arbeiteten im Bauwesen und 12,8% im Handel.
Unselbständig erwerbstätige Frauen waren hingegen überwiegend im
Dienstleistungssektor, mit den höchsten Anteilen im Handel (18,2%)
und im Gesundheits- und Sozialwesen (17,4%), beschäftigt. Unterschiede
lassen sich auch anhand des Frauenanteils in verschiedenen Wirtschaftsbereichen
erkennen. Den höchsten Frauenanteil in einer Branche hatte der Wirtschaftsabschnitt
Private Haushalte mit Hauspersonal (der jedoch zahlenmäßig mit gerade
einmal
Bezogen auf die berufliche Tätigkeit dominieren sowohl bei manuellen als auch bei nicht manuellen Tätigkeiten Männer die oberen Positionen der betrieblichen Hierarchie. Unter den unselbständig Erwerbstätigen waren Frauen selbst bei gleichen Bildungsabschlüssen weiterhin in Führungspositionen unterrepräsentiert. Nach dem Abschluss einer AHS übten im Jahr 2010 bedeutend mehr Frauen (45%) als Männer (29%) nur mittlere Tätigkeiten aus. Markant war die unterschiedliche Besetzung von Führungspositionen bei den Personen mit BHS-Abschluss, wo nur 5% der Frauen, aber 17% der Männer führende Tätigkeiten erreichten. Während 22% der unselbständig erwerbstätigen Männer mit Universitätsabschluss eine führende Tätigkeit ausübten, schafften es nur 7% der Frauen mit einer entsprechenden Ausbildung in die obersten beruflichen Positionen.