Bezogen auf die Einkommenssituation von Frauen und
Männern zeigen die Bruttojahreseinkommen auf Basis der Lohnsteuer, dass unselbständig
beschäftigte Frauen im Jahr 2009 mit
Im Zeitvergleich zeigen sich keine wesentlichen Veränderungen. Betrachtet man die Entwicklung der relativen Einkommenssituation der Frauen im Vergleich zu den Männern, so blieben die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in den letzten Jahren vergleichsweise stabil. Die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern gemessen an den mittleren Bruttojahreseinkommen der unselbständig Erwerbstätigen lag sowohl 1999 als auch 2009 bei rund 40%. Der geringe Rückgang des Einkommensunterschieds 2009 im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die mittleren Einkommen der Männer weniger stark gestiegen bzw. bei Arbeitern sogar gesunken sind, während die Frauen im Mittel einen kontinuierlichen Einkommenszuwachs zu verzeichnen hatten.
Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten zählt Österreich zu den Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Lohn- und Gehaltsunterschieden. Gemäß dem von Eurostat nach harmonisierten Standards für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union publizierten Gender Pay Gap , beträgt das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle in Österreich 2009 25,4%. Dieser Indikator bezieht sich auf die Daten der Verdienststrukturerhebung und misst den relativen Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von Frauen und Männern in Unternehmen ab zehn unselbständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft.
Analysen der Lohn- und Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern zum Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf die geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz machen darüber hinaus deutlich, dass nur ein Teil auf beobachtbare Merkmale zurückgeführt werden kann. Ein Teil der Differenz beruht etwa auf der branchen- und berufsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes, wonach Frauen und Männer in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen und Berufen tätig sind. Ein weiterer Teil kann auf Unterschiede im Ausbildungsniveau sowie der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und damit auf die Ausstattung mit Humankapital zurückgeführt werden. Insgesamt kann jedoch weniger als die Hälfte der geschlechtsspezifischen Lohn- und Gehaltsunterschiede durch diese Faktoren rechnerisch erklärt werden.