Die Zählsprengel (abgekürzt ZSP): stellen in territorialer Hinsicht die kleinsten Einheiten dar, für welche über die Zahl der Gebäude, Wohnungen, Haushalte und die Wohnbevölkerung hinausgehende Strukturdaten aus den Großzählungen standardmäßig angeboten werden. Nicht jede Gemeinde ist jedoch in Zählsprengel unterteilt. Demnach unterscheidet man Zählsprengelgemeinden und Nichtzählsprengelgemeinden. Aus praktischen Gründen kann man Nichtzählsprengelgemeinden aber auch als einen, mit der Gemeinde identischen Zählsprengel betrachten, der im Ortsverzeichnis ebenso wie der erste Zählsprengel einer Zählsprengelgemeinde mit 000 bezeichnet wird. Nur in Wien beginnen die Zählsprengel (Zählgebiete) mit 010.
Es gibt zwei Arten von Zählsprengelgemeinden und zwar die „Echten Zählsprengelgemeinden“ und die „Vereinigungsgemeinden“. Ihre Entstehungsgeschichte spiegelt auch die Motive für die Einführung statistischer Zählsprengel wider.
Echte Zählsprengelgemeinden: Sie verdanken ihre Entstehung dem Wunsch,
hinsichtlich der Wohnbevölkerung einigermaßen vergleichbar große Erhebungs-
und Auswertungseinheiten zu erhalten. Es wurden daher mit Blickrichtung
auf die jeweils kommende Volkszählung alle Gemeinden mit voraussichtlich
mehr als
In Städten:
Zentren, Wohngebiete verschiedenen Baualters und Bebauungstyps, industriell-gewerbliche Gebiete, landwirtschaftliche Randgebiete, charakteristische Mengungsgebiete bzw. Gebiete nach ihrer verkehrsmäßigen oder topographischen Lage.
In ländlichen Räumen:
Hier wurden dichter verbaute Zentralsprengel locker verbauten Umgebungssprengeln gegenübergestellt oder, wenn nur eine geschlossen verbaute Siedlung vorhanden ist, der alte Ortskern den übrigen Teilen der Siedlung. Gemeinden mit homogener Siedlungsstruktur wurden an geeigneten Linien wie Eisenbahnen, Straßen, Wegen, Flüssen oder Kastastralgemeindegrenzen unterteilt.
Vereinigungsgemeinden: Zur Erhaltung der Vergleichbarkeit von Territorialeinheiten über längere Zeiträume hinweg wurden alle 1961 oder später noch selbständig gewesenen Gemeinden, die mit anderen zu größeren Gemeinden vereinigt wurden, als Zählsprengel dieser größeren Gemeinden ausgewiesen. Sinngemäß gilt dies auch für größere Grenzänderungen. Naturgemäß konnte hier auf die Einwohnerzahl nicht Rücksicht genommen werden. Durch Vereinigung von echten Zählsprengelgemeinden mit anderen entstanden auch Mischgemeinden.
Die Zählsprengel der Zählsprengelgemeinden und die Nichtzählsprengelgemeinden bilden zusammen die Ebene der Zählsprengeleinheiten.
Die Zählsprengel Wiens werden als Zählgebiete bezeichnet.