Ab sofort können die internationalen Werte für den HVPI auf der Internetseite von Eurostat abgerufen werden.
Insgesamt stehen mit der Veröffentlichung des VPI 2005 elf Indexreihen zur Verfügung, welche auf dem nationalen Konzept basieren. Die Beobachtung und Messung der Preisentwicklung wird in Österreich seit dem 18. Jahrhundert durchgeführt. Die erste Ermittlung eines Gewichtungsschemas wurde im Jahr 1912 im Rahmen einer Verbrauchserhebung bei Wiener Arbeitnehmerhaushalten durchgeführt.
Der Kleinhandelspreisindex 1938 (KHPI) wurde tatsächlich erst ab dem Jahr 1948 berechnet und bis zum Februar 1959 weitergeführt. Der Gewichtung lagen die Verbrauchsausgaben einer vierköpfigen Wiener Arbeiterfamilie zugrunde. Der Warenkorb war in neun Hauptgruppen unterteilt.
Vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung wurden in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg retrospektiv zwei Indizes berechnet, der Lebenshaltungskostenindex 1938 (LHKI 38; April 1938 = 100) und der Lebenshaltungskostenindex 45 (LHKI 45; April 1945 = 100).
Seit 1958 wurden vom Österreichischen Statistischen Zentralamt zwei neue Indizes berechnet. Der Verbraucherpreisindex II (1958 = 100) hatte analog zu seinen Vorgängern die Verbrauchsstruktur eines vierköpfigen Arbeitnehmerhaushaltes als Grundlage; dieser Index galt seinerzeit als maßgeblich. – Der Verbraucherpreisindex I repräsentierte demgegenüber alle Haushalte. Erstmals wurden die Waren und Dienstleistungen in zehn Hauptgruppen arrangiert, die im Wesentlichen bis heute verwendet wurden. Beide Indizes basierten auf der Konsumerhebung 1954/55 (erstmals in ganz Österreich durchgeführt). Im Resultat waren diese Indizes einander sehr ähnlich, so dass die Doppelgleisigkeit 1966 aufgehoben wurde.
Der Verbraucherpreisindex 66 (1966 = 100) wurde auf Basis der Konsumerhebung 1964 erstellt und erfasste wesentlich mehr Waren als seine Vorgänger, erstmals wurde durchgehend mit Ausgabenanteilen gewichtet. Zuvor waren teilweise auch Mengengewichte verwendet worden.
Der Verbraucherpreisindex 76 (1976 = 100) verwendete erstmals die Messziffernmethode, die auch im VPI 86, im VPI 96 und im VPI 2000 beibehalten wurde. Die Gewichtung basierte auf der etwa zwei Jahre zuvor durchgeführten Konsumerhebung.
Die wichtigste Änderung im VPI 2005 war die Ablösung der Messziffernmethode durch den geometrischen Mittelwert. Damit wurde einem internationalen Standard Rechnung getragen. Die Konsumerhebung 2004/2005 lieferte die Daten für die Gewichtung dieser neuen Indexreihe.
Traditionell werden bereits bestehende VPI–Reihen verkettet weitergeführt, um weiter zurückreichende Zeitreihen besser zu veranschaulichen und um Wertsicherungsberechnungen, die auf alten Verbraucherpreisindizes basieren, zu ermöglichen. Detailliert bedeutet dies, dass die vertrauten VPI-Reihen analog mit dem VPI 2005 und den jeweiligen Verkettungskoeffizienten fortgerechnet werden. Da im Überlappungszeitraum 2005 sowohl der neue als auch der alte VPI monatlich erhoben wurde und der VPI 2005 im Jahresdurchschnitt 2005 auf 100 gesetzt wurde, sind die jeweiligen Verkettungsfaktoren leicht zu errechnen: der Jahresdurchschnitt für das Jahr 2005 der alten Indexreihe wird durch 100 dividiert.
Aufgrund der geänderten Warenkörbe, welche im Zuge von Revisionen an das aktuelle Konsumverhalten angepasst wurden, und von geänderten Methoden, wie etwa die Einführung des geometrischen Mittelwerts im VPI 2005, verändert sich der Verlauf der Messzahlen gegenüber den vorhergehenden Indexreihen. Dadurch unterscheiden sich die Veränderungsraten der verketteten Indizes merklich von den originalen Werten im Folgejahr einer Revision. Dies bedeutet für das Jahr 2006, dass sich die offiziellen Inflationsraten, welche auf Basis der Reihe VPI 2005 berechnet werden, von jenen unterscheiden, die mit den verketteten Reihen berechnet werden. Betrachtet man jedoch den Jahresdurchschnitt ergeben sich (bis auf Rundungsdifferenzen) identische Veränderungsraten unabhängig von der Wahl der Indexreihe.