Erzeugerpreisindex für Sachgüter

Als wichtiger Konjunkturindikator für die heimische Wirtschaft hat der Erzeugerpreisindex für Sachgüter die Aufgabe, möglichst kurzfristig (monatlich) die Preisentwicklung aller von einem Wirtschaftszweig hergestellten und am Markt (Gesamt-, Inlands- und Auslandsmarkt) abgesetzten Waren zu messen. Erfasst werden alle Tätigkeiten der ÖNACE 2008-Abschnitte B – E, also des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden, der Sachgütererzeugung, sowie der Energie- und Wasserversorgung. Die Preismessung erfolgt auf der Basis von Preisinformationen für Güter, die von Erzeugungsbetrieben der o.a. Wirtschaftszweige erzeugt und abgesetzt wurden, und zwar unabhängig davon, ob in charakteristischer oder nicht-charakteristischer Produktion. Die Preisbasis ist der Ab-Werk-Preis ohne MWSt, wie er von der Betriebseinheit dem Abnehmer fakturiert wird (Transaktionspreis).

Die monatliche Berechnung des Erzeugerpreisindex basiert auf ca. 8.000 Preisinformationen, die für ca. 1.000 ausgewählte Produktgruppen bei etwa 1.500 Erzeugungsbetrieben erhoben werden.

Die EU Ratsverordnung über die kurzfristigen Konjunkturindikatoren (EU VO 1165/98) sieht die verpflichtende Berechnung eines Erzeugerpreisindex für den Industriebereich vor. Aus diesem Grunde wird in Österreich seit dem Berichtsmonat Juli 2001 monatlich ein Erzeugerpreisindex berechnet und veröffentlicht. Dieser Erzeugerpreisindex beruhte von 2000 bis 2004 auf der Grundlage von Durchschnittswerten der abgesetzten Produktion sowie einzelnen Echtpreisinformationen aus dem Unternehmensbereich (sog. Hybridindex) und diente bis zum Umstieg auf einen Echtpreisindex als Näherungswert. Seit dem Berichtsmonat Jänner 2005 wird nunmehr auch in Österreich monatlich ein auf der Basis von Echtpreisinformationen berechneter Erzeugerpreisindex für Sachgüter erstellt.

Im Jahr 2009 erfolgte EU-konform der Umstieg auf die Wirtschaftszweigklassifikation ÖNACE 2008. Die Systematik der Wirtschaftszweige ÖNACE 2003 wurde durch die Systematik ÖNACE 2008 ersetzt. Seit dem Berichtsmonat Jänner 2009 werden die Indexergebnisse ausschließlich gemäß ÖNACE 2008 publiziert, eine Veröffentlichung nach ÖNACE 2003 wurde eingestellt. Um den Datennutzern auch lange Zeitreihen zur Verfügung zu stellen, wurden die alten  ÖNACE 2003-Zeitreihen bis zum Berichtsjahr 2000 gemäß ÖNACE 2008 rückgerechnet. Detaillierte Indexergebnisse finden Sie im Zweig Zeitreihen und Verkettungen.

Der Erzeugerpreisindex für Sachgüter wird derzeit auf Basis: Jahresdurchschnitt 2010=100 berechnet und publiziert. Die Weiterführung des Gesamtindex, der ÖNACE/ÖCPA-Abschnitte und –Abteilungen sowie der EU-harmonisierten Verwendungskategorien (industrielle Hauptgruppen: Vorleistungsgüter, Investitionsgüter, Konsumgüter und Energie) des Erzeugerpreisindex für Sachgüter 2010=100 auf Basis 2005 ist mittels Verkettungsfaktoren möglich.

Da der Erzeugerpreisindex für Sachgüter die Veränderung von Preisen in einer früheren Phase des Wirtschaftsgeschehens misst als der Verbraucherpreisindex und der Großhandelspreisindex, stellt er gemeinsam mit diesen ein umfassendes System zur Abbildung der gesamtwirtschaftlichen Preisentwicklung dar.

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