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Lohnsteuerstatistik 2009

Bei der Lohnsteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf rund 8,4 Millionen von bezugsauszahlenden Stellen ausgestellten Lohnzetteln für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher. Die Lohnsteuer ist eine spezielle Form der Einkommensteuer und wird durch Abzug vom Arbeitslohn bzw. Pensionsbezug eingehoben. Der Lohnsteuertarif, der durch die Steuerreform 2009 geändert wurde, ist ein progressiver Stufentarif.

Steuerpflichtige, Bezüge und Lohnsteuerbelastung

Im Berichtsjahr 2009 wurden insgesamt 6.246.189 Steuerpflichtige registriert, darunter 4.009.656 unselbständig Erwerbstätige und 2.236.533 Pensionistinnen und Pensionisten. Im Vergleich zu 2008 erhöhte sich die Zahl der Lohnsteuerpflichtigen um 0,2%. Die Summe der Bruttobezüge stieg um 1,7% und erreichte ein Volumen von 151.432,8 Mio. €, während das gesamte Lohnsteueraufkommen – mitbedingt durch die Steuerreform, die im Jahr 2009 wirksam wurde – um 7,1% sank und 20.802,3 Mio. € ausmachte. 50,4% bzw. 3.147.604 Lohnsteuerpflichtige waren Männer, 49,6% bzw. 3.098.585 Frauen. Die Männer erzielten 62,3% der Bruttobezüge und trugen 72% zum Lohnsteueraufkommen bei. 31,2% aller Lohnsteuerpflichtigen hatten auf Grund geringer Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer. Etwas mehr als 5 Millionen Einkommensbezieher bzw. -bezieherinnen hatten im Berichtsjahr 2009 nur einen einzigen Lohnzettel (Beschäftigungs- oder Pensionsverhältnis), während für über eine Million Lohnsteuerpflichtige mehr als ein Lohnzettel ausgestellt wurde.

Soziale Stellung und Altersklassen der unselbständig Erwerbstätigen

Die zahlenmäßig größte Gruppe der unselbständig Erwerbstätigen bildeten die Angestellten mit einem Anteil von 44,6%, knapp zwei Fünftel (37,8%) waren Arbeiterinnen oder Arbeiter. Die Vertragsbediensteten kamen auf einen Anteil von 7,9%, Beamtinnen bzw. Beamte auf 5,6% aller unselbständig Erwerbstätigen. 3,5% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren Lehrlinge; 0,5 Prozent hatten sonstige Aktivbezüge vorzuweisen.

Werden die unselbständig Erwerbstätigen nach Altersgruppen untergliedert, so weist die Gruppe der 41 bis 50-Jährigen 27,4% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus. Es folgt die Altersgruppe „31 bis 40 Jahre“ mit 23,6%. Unter den unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjährigen Bezügen befinden sich auch Personen im Alter von mehr als 60 Jahren (1,4%). Fast drei Viertel dieser 40.613 Personen sind Männer (30.317), nur ein Viertel Frauen (10.296).

Ganzjährige und nichtganzjährige Bezüge

73,4% aller unselbständig Erwerbstätigen – dies sind fast 3 Millionen Personen – hatten ganzjährige Bezüge. Sie bezogen insgesamt 90,6% der Bruttobezüge aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Demgegenüber waren über eine Million Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht ganzjährig beschäftigt. Diese Gruppe setzt sich primär aus Arbeitslosen, Karenzurlaubern und Ferialpraktikanten und -praktikantinnen, die im Laufe des Berichtsjahres unselbständig erwerbstätig waren, sowie aus Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen zusammen. Von den rund 2,2 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten hatten dagegen rund 94,9% ganzjährige Pensionsbezüge.

Bruttobezüge und ihre Verteilung

512.455 unselbständig Erwerbstätige – und damit 4% mehr als 2008 bzw. 17% mehr als 2007 - hatten Bruttobezüge von mindestens 50.000 €, wobei 76,2% davon Männer waren. Bei steigenden Bruttobezügen nimmt der Männeranteil kontinuierlich zu; Bezüge von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 200.000 € waren zu 91,9% Männern zuzuordnen. Etwa 2,2 Promille der unselbständig Erwerbstätigen befanden sich in dieser Bezugsklasse. Fast ein Viertel (23,3%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) blieb mit ihren Bruttojahreseinkommen unter 10.000 €. Dabei ist jedoch zu beachten, dass in den untersten Bruttobezugsstufen viele geringfügig und/oder Teilzeit- und nichtganzjährig Beschäftigte zu finden sind. Ein Drittel (31,7%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) bezog weniger als 15.000 € und 41,2% weniger als 20.000 €.

Bruttobezüge pro Kopf bei ganzjährig Vollzeitbeschäftigten

Insgesamt waren im Berichtsjahr 55% aller unselbständig Erwerbstätigen ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge in dieser Gruppe variieren deutlich nach sozialer Stellung und Region: Die höchsten durchschnittlichen Bruttoeinkommen erzielten die 2007 erstmals eigens ausgewiesen Personen mit (schwerpunktmäßig) sonstigen Aktivbezügen (das sind Bezüge von hauptamtlichen Politikern und Politikerinnen, Bezüge für Gemeinderatstätigkeit o. ä., Bezüge nach dem Heeresgebührengesetz, rückgezahlte Sozialversicherungsbeiträge). Bei dieser mit 2.686 Personen sehr kleinen Gruppe beliefen sich die durchschnittlichen Bruttobezüge bei Männern auf 61.750 €, bei Frauen auf 60.498 €. Die männlichen Angestellten erreichten 57.427 €; weibliche Angestellte kamen auf 35.669 €. Beamte bezogen durchschnittlich 54.317 € und Beamtinnen 50.994 €, während männliche Vertragsbedienstete auf 42.170 € und weibliche Vertragsbedienstete auf 36.822 € kamen. Arbeiter verdienten durchschnittlich 30.440 € brutto, Arbeiterinnen 21.045 €. Der Pro-Kopf-Bruttobezug von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Männern lag 2009 bei 43.990 €, bei Frauen erreichte er 33.379 €. Damit bezogen ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen durchschnittlich 75,9% der Bezüge der Männer. In der Tendenz haben sich die Bezüge der Geschlechter angenähert, wenngleich diese Annäherung in kleinen – wenn auch größer werdenden – Schritten erfolgte: 2005 bezogen bei den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten Frauen 73,3% der Durchschnittsbezüge der Männer, 2006 waren es 73,5%, 2007 dann 73,9%, im Berichtsjahr 2008  74,5% und 2009 schließlich 75,9%.

Bei einer Betrachtung nach Bundesländern lagen lediglich die Bundesländer Wien (44.156 €) und Niederösterreich (41.528 €) über dem Durchschnitt für ganz Österreich (40.295 €), während Tirol (37.584 €) hier den niedrigsten Wert erreichte. Die höchsten Durchschnittsbezüge wurden im 1. Wiener Gemeindebezirk registriert (77.810 €, Männer: 95.019 €, Frauen: 56.624 €); außerhalb der Bundeshauptstadt im Bezirk Mödling (53.962€, Männer: 62.169€, Frauen: 41.339 €). Schlusslicht bei den Männern war der Bezirk Feldbach mit 35.837 €, bei den Frauen Landeck mit 26.561 €.

Beschäftigungsausmaß

Der durchschnittliche Jahresbruttobezug der unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjähriger Beschäftigungsdauer variiert deutlich nach dem Beschäftigungsausmaß: bei Vollzeitbeschäftigung betrug er österreichweit (also ohne Personen mit Wohnsitz im Ausland oder unbekannt) 40.295 € (Männer: 44.119 €, Frauen: 33.415 €), bei Teilzeitbeschäftigung jedoch lediglich 16.609 € (Männer: 17.282 €, Frauen: 16.477 €). Teilzeitbeschäftigung kommt vorwiegend bei Frauen vor: rund 43,6% der Arbeitnehmerinnen sind teilzeitbeschäftigt. Frauen machen 77% der Gesamtheit aller Teilzeitbeschäftigten aus. Betrug bei den Männern die Relation zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung 1:7,6, so lag sie für die Frauen bei 1:1,2.

Teilzeitarbeit variiert nach der sozialen Stellung; sie ist unter Arbeitern und Arbeiterinnen sehr ausgeprägt (Frauen: 50%, Männer: 13%), unter den Angestellten und Vertragsbediensteten etwas weniger häufig (Frauen: 46% bzw. 37%, Männer: 12% bzw. 11%). Bei den Beamten zeigt sich das deutlichste Gefälle zwischen den Geschlechtern: nur 1,3% der männlichen Beamten arbeiten Teilzeit, ihre Kolleginnen weisen hingegen eine 15-mal höhere Quote auf (19%). Eine hohe Teilzeitquote weisen zudem die Personen mit sonstigen Aktivbezügen aus: Männer sind hier zu 56 %, Frauen zu 54 % in Teilzeit tätig. Eine Gegenüberstellung der Daten der Berichtsjahre 2008 und 2009 zeigt, dass die Beschäftigung insgesamt um 0,2% abnahm, wobei dieser Rückgang ausschließlich auf Vollzeitbeschäftigte (-1,9 %) entfiel und bei den Männern (-2,0%) stärker war als bei den Frauen (-1,7 %). Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten (+2,4 %) sowie die Anzahl der Personen mit unbekanntem Beschäftigungsausmaß nahm hingegen zu.

Wirtschaftszweige

Etwa 55,6% der unselbständig Erwerbstätigen waren im Berichtsjahr 2009 in nur fünf ÖNACE-Abschnitten beschäftigt, nämlich in den zusammengefassten Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erzeihung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) sowie in den ÖNACE-Abschnitten C (Herstellung von Waren) und G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Der ÖNACE-Abschnitt F (Bau) kam auf 7,7%, der Abschnitt I (Beherbergung und Gastronomie) auf 7,5 %. Die Abschnitte N (sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und H (Verkehr und Lagerei) folgten mit einem Anteil von 5,6 bzw. 5,4 % an der Gesamtheit der unselbständig Erwerbstätigen. Demgegenüber kam die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (ÖNACE-Abschnitt K) auf nur 3,3 %, die Abschnitte D (Energieversorgung) sowie E (Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen) jeweils auf weniger als 1%.

Die meisten Frauen arbeiteten 2009 in den ÖNACE-Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erzeihung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) mit an die 597.000 Arbeitnehmerinnen, sowie im ÖNACE-Abschnitt G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen), der über 351.000 Arbeitnehmerinnen zählte. Die meisten Männer arbeiteten im Abschnitt C (Herstellung von Waren); hier waren mehr als 484.000 männliche Arbeitnehmer beschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer variierten stark. So wies etwa die ÖNACE K (Erbringung von  Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) einen durchschnittlichen Bezug von 59.014 € aus, während in der Beherbergung und der Gastronomie (ÖNACE I) nur gut ein Drittel dieses Wertes gemessen wurde (21.424 €).

Hinweis: Die Broschüre „Statistik der Lohnsteuer 2009“ kann nach ihrer Fertigstellung samt allen Tabellen gratis als pdf-Datei heruntergeladen werden! Klicken Sie hierzu auf den Link „Publikationen“ im Kästchen „Zum Thema“ auf dieser Seite rechts oben.

Tabelle(n):
Hauptergebnisse der Lohnsteuerstatistiken für die Jahre 2003 bis 2009HTMLPDFXLS
Haupterhebungsmerkmale der Lohnsteuerstatistik 2009HTMLPDFXLS
Steuerpflichtige 2009 nach Geschlecht, sozialer Stellung und BruttobezugsstufenHTMLPDFXLS
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und Bruttobezüge 2009 nach Geschlecht und wirtschaftlicher AktivitätHTMLPDFXLS
Steuerpflichtige, Bruttobezüge und Lohnsteueraufkommen 2009 nach Bundesländern und GeschlechtHTMLPDFXLS
Thematische Karte(n):
Durchschnittlicher Jahresbruttobezug 2009: Ganzjährig beschäftigte Arbeitnehmer am Wohnort nach GemeindePDFGIF
Durchschnittlicher Jahresbruttobezug 2009: Pensionisten mit ganzjährigen Bezügen am Wohnort nach GemeindePDFGIF
Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte 2009: Arbeitnehmer (männlich) im Alter von 26-50 Jahren nach GemeindenPDFGIF
Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte 2009: Arbeitnehmer (männlich) im Alter von 51-65 Jahren nach GemeindenPDFGIF
Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte 2009: Arbeitnehmerinnen im Alter von 26-50 Jahren nach GemeindenPDFGIF
Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte 2009: Arbeitnehmerinnen im Alter von 51-65 Jahren nach GemeindenPDFGIF