Pressemitteilung: 11.546-106/17

Durchschnittsmiete steigt auf über 7,4 Euro, bei privaten Neuvermietungen auf 9,9 Euro monatlich pro Quadratmeter

Wien, 2017-05-30 – Die durchschnittliche Höhe der Mieten inklusive Betriebskosten lag laut Statistik Austria im Jahr 2016 österreichweit bei 7,4 Euro monatlich pro Quadratmeter. Zwischen 2012 und 2016 stiegen die Mieten um durchschnittlich 14,3%; noch höher fiel der Anstieg der Nettomiete mit 16,8% aus. Für in den letzten beiden Jahren neu vermietete, private Hauptmietwohnungen zahlen die Haushalte im österreichweiten Durchschnitt 9,9 Euro pro Quadratmeter im Monat. Im Gesamtdurchschnitt (inkl. Eigentum) wenden die Privathaushalte in Österreich 16% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen auf; 26% der Wohnkosten entfallen auf Ausgaben für Energie.

Mieten stiegen im privaten Mietsegment überdurchschnittlich

Die Mieten für Hauptmietwohnungen stiegen in den vergangenen fünf Jahren in den einzelnen Mietsegmenten unterschiedlich stark. Lag die Kostensteigerung zwischen 2012 und 2016 insgesamt bei 14,3%, stiegen die Wohnungsmieten inklusive Betriebskosten im privaten Mietsektor um 15,7% (siehe Tabelle 1). Deutlich geringer waren die Steigerungen bei Genossenschafts- und Gemeindewohnungen mit 11,6% im selben Vergleichszeitraum.

Wohndauer bedeutend für Miethöhe

Die Höhe der bezahlten Wohnungsmieten hängt nicht nur vom Mietsegment ab, sie weist auch deutliche Unterschiede nach der Wohndauer auf. Bei Neuverträgen (bis unter zwei Jahren bisheriger Mietdauer) wird im Durchschnitt 8,9 Euro pro Quadratmeter bezahlt. Haushalte, die langfristige Mietverträge mit mehr als 30-jähriger Vertragsdauer haben, wenden im Durchschnitt 5,0 Euro inklusive Betriebskosten auf (siehe Tabelle 2). Die Unterschiede zwischen Neu- und Altverträgen bestehen in allen Teilsegmenten des Mietwohnungsmarktes, jedoch zeigen die Mietpreise für private Mietwohnungen deutlich größere Unterschiede nach der bisherigen Wohndauer als jene für Genossenschafts- und Gemeindewohnungen. Im privaten Mietsektor liegen die Mietkosten inkl. Betriebskosten bei Neuvermietungen österreichweit bei 9,9 Euro pro Quadratmeter.

Gesamte Wohnkosten bei Mietwohnungen doppelt so hoch wie bei Eigentum

Insgesamt geben österreichische Privathaushalte monatlich 457 Euro (Median) und damit etwa 16% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen aus. Der Wohnkostenanteil ist für Haushalte in Mietwohnungen mehr als doppelt so hoch (25%) wie für Haushalte in Haus- oder Wohnungseigentum (11%). Armutsgefährdete Haushalte müssen weit mehr als ein Drittel (38%) ihres Einkommens für Wohnen aufwenden, Haushalte mit hohem Einkommen nur rund 8%.

Energiekosten machen 26% der gesamten Wohnkosten aus

Die Kosten für Energie im Haushalt (Strom, Warmwasser, Heizung etc.) betragen für österreichische Privathaushalte im Durchschnitt monatlich 121 Euro (Median). Das sind rund 26% der gesamten Wohnkosten bzw. etwa 4% des Haushaltseinkommens. Armutsgefährdete Haushalte geben 100 Euro monatlich für Energie aus (Median); mit rund 8% ist der Anteil am Haushaltseinkommen etwa doppelt so hoch. Die Energiekosten von Haushalten mit hohem Einkommen betragen im Median 145 Euro; der Anteil am Haushaltseinkommen ist jedoch mit etwa 2% nur halb so groß wie der Gesamtdurchschnitt.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Wohnsituation sowie zu den Wohnkosten finden Sie auf unserer Webseite, in der Publikation "Wohnen 2016" sowie im Tabellenband "Wohnen 2016" (PDF, ca. 3 MB).

Methodische Informationen, Definitionen:  
Die Ergebnisse beruhen einerseits auf der Mikrozensus-Wohnungserhebung, andererseits auf der Erhebung EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions). Der Mikrozensus ist eine ganzjährig laufende Stichprobenerhebung in Privathaushalten. Pro Quartal werden ca. 20.000 Haushalte persönlich und telefonisch befragt. Die präsentierten Ergebnisse entsprechen dem Jahresdurchschnitt der Hauptwohnsitzwohnungen und beziehen sich auf die Privathaushalte in Österreich. EU-SILC ist eine jährlich durchgeführte Befragung von ca. 6.000 Haushalten. Diese erfolgt ebenfalls persönlich sowie telefonisch.  
Energiekosten: Jährliche Ausgaben der Privathaushalte für die Energieformen Fernwärme, Gas, Strom, Heizöl, Kohle und Holz.  
Gesamte Wohnkosten (EU-SILC): Die gesamten Kosten aller Haushalte (alle Rechtsverhältnisse) für Miete, Betriebskosten, Zinszahlungen für Kredite zur Schaffung von Wohnraum (bei Wohneigentum und Genossenschaftswohnungen), Heizung, Energie und Instandhaltung.  
Hauptmietwohnung: Es werden drei Arten von Hauptmietwohnungen unterschieden. Gemeindewohnung: Die Gemeinde ist Eigentümerin des Miethauses, in dem sich die gemietete Wohnung befindet. Genossenschaftswohnung: Vermieter/in bzw. Eigentümer/in der Wohnung ist eine Genossenschaft oder gemeinnützige Bauvereinigung. Andere bzw. private Hauptmiete: Wohnungen, die von einer Privatperson oder sonstigen juristischen Person (z. B. Bank, Versicherung) besessen und vermietet werden.  
Nettomiete, Miete ohne Betriebskosten: Die "Nettomiete" bzw. "Miete ohne Betriebskosten" beinhaltet den "reinen" Mietzins inklusive Umsatzsteuer. Sie wird im Mikrozensus errechnet aus dem Wohnungsaufwand (alle Zahlungen, die regelmäßig an die Hausverwaltung bzw. die Vermieterin/den Vermieter geleistet werden), abzüglich Betriebskosten, abzüglich eventuell enthaltener Zahlungen für Heizung/Warmwasser und Garagen-oder Autoabstellplätze. Die Nettomiete kann auch allfällige Instandhaltungs-, Erhaltungs- und Verbesserungs-beiträge sowie Reparaturrücklagen enthalten, sofern diese nicht über die Betriebskosten abgerechnet werden.   
Miete inkl. Betriebskosten: Die Miete inklusive Betriebskosten entspricht der an die Hausverwaltung bezahlten Miete mit Betriebskosten, ohne enthaltene Heizungs- bzw. Warmwasserkosten sowie ohne Kosten für Garagen- oder Autoabstellplätze. Die gesetzliche Umsatzsteuer ist im Betrag enthalten.   
Miete inkl. Betriebskosten pro m2: Miete inklusive Betriebskosten des Haushalts pro Quadratmeter Wohnnutzfläche der Wohnung.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Dr. Vlasta ZUCHA, Tel.: +43 (1) 71128-7328 bzw. vlasta.zucha@statistik.gv.at und   
Mag. Richard HEUBERGER, Tel.: +43 (1) 71128-8285 bzw. richard.heuberger@statistik.gv.at

 

Tabelle 1: Durchschnittliche monatliche Mietkosten von Hauptmietwohnungen nach Rechtsverhältnis, pro Quadratmeter Wohnnutzfläche, in Euro (2012 bis 2016)
JahrHauptmietwohnungen insgesamtRechtsverhältnis
Gemeindewohnung
GenossenschaftswohnungAndere/private Hauptmietwohnung
Miete inklusive Betriebskosten pro m2
20126,45,75,97,4
20136,75,86,07,7
20146,96,16,28,0
20157,16,26,48,3
20167,46,36,68,6
Veränderung 2012–2016+14,3%+11,6%+11,6%+15,7%
Nettomiete (Miete ohne Betriebskosten) pro m2
20124,63,54,25,5
20134,83,64,35,8
20145,03,94,46,1
20155,14,04,66,3
20165,44,14,76,5
Veränderung 2012–2016+16,8%+14,7%+12,4%+18,7%
Tabelle 2: Durchschnittliche monatliche Mietkosten von Hauptmietwohnungen nach bisheriger Mietvertragsdauer und Rechtsverhältnis, pro Quadratmeter Wohnnutzfläche, in Euro
Bisherige MietvertragsdauerHauptmietwohnungen insgesamtRechtsverhältnis
Gemeindewohnung
GenossenschaftswohnungAndere/private Hauptmietwohnung
Miete inklusive Betriebskosten pro m2
bis unter 2 Jahre8,97,37,29,9
2 bis unter 5 Jahre8,37,36,99,5
5 bis unter 10 Jahre7,47,06,88,5
10 bis unter 20 Jahre6,76,26,57,5
20 bis unter 30 Jahre5,95,56,35,7
30 Jahre und länger5,05,05,34,6
Nettomiete (Miete ohne Betriebskosten) pro m2
bis unter 2 Jahre6,85,25,47,7
2 bis unter 5 Jahre6,35,05,17,4
5 bis unter 10 Jahre5,44,64,96,5
10 bis unter 20 Jahre4,73,94,75,5
20 bis unter 30 Jahre4,03,34,43,8
30 Jahre und länger3,12,93,42,7

 

Tabelle 3: Wohn- und Energiekosten nach Einkommensgruppen (Haushalte)
Einkommensgruppen (in % des Medians)Wohnkosten in EuroWohnkostenanteil in %Energiekosten in EuroEnergiekostenanteil … in %
am Haushaltseinkommenan den Wohnkosten
Insgesamt45716121426
niedrig (<60%)43038100822
mittel (60% bis <180%)45515124427
hoch (≥180%)5238145227

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