Pressemitteilung: 12.048-114/19

Todesursachen 2018: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs weiterhin am häufigsten; insgesamt sinkende Sterblichkeit

Wien, 2019-06-26 – Im Jahr 2018 starben in Österreich laut Statistik Austria insgesamt 83.975 Personen, 51% davon Frauen und 49% Männer. Bedingt durch die stetig steigende Lebenserwartung versterben sowohl Männer als auch Frauen häufiger an Krankheiten, die im Alter vermehrt vorkommen. Die beiden häufigsten Todesursachen im Jahr 2018 waren Erkrankungen des Kreislaufsystems (38,9%) und Krebs (24,5%), auf sie entfielen zwei Drittel der Sterbefälle. Weitere bedeutsame Todesursachen waren Krankheiten der Atmungsorgane (6,6%), Verletzungen und Vergiftungen (5,3%) sowie Krankheiten der Verdauungsorgane (3,3%).

Sterblichkeit bei Männern höher als bei Frauen

Unter den im Jahr 2018 in Österreich verstorbenen Personen waren 40.851 Männer und 43.124 Frauen. Obwohl in absoluten Zahlen weniger Männer als Frauen verstarben, war bei Berücksichtigung der wachsenden Zahl älterer Menschen die Sterblichkeit (altersstandardisierte Sterberate) bei Männern höher als bei Frauen (Männer: 1.180,7 Sterbefälle je 100.000 der Bevölkerung gleichen Geschlechts, Frauen: 795,3). Die höhere Sterbefallzahl von Frauen ist eine Folge des höheren Frauenanteils in der älteren Bevölkerung.

Rückgang der Sterblichkeit in den letzten zehn Jahren

Von 2008 bis 2018 verringerte sich die um Alterseffekte bereinigte Gesamtsterblichkeit für beide Geschlechter zusammen um 10,1%. Dies ist vor allem auf einen Rückgang der Sterblichkeit an Erkrankungen des Kreislaufsystems (-21,7%) zurückzuführen. Auch die altersstandardisierte Krebssterblichkeit verringerte sich in den vergangenen zehn Jahren um 13,0% – bei einem gleichzeitigen Anstieg der absoluten Zahl der Krebssterbefälle um 4,0%.

Häufigste altersspezifische Todesursachen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen in hohem Alter, Krebs in mittlerem Alter, Krebs und Suizide in jüngerem Alter

Mehr als die Hälfte der Todesfälle im Jahr 2018 (46.563 Verstorbene bzw. 55,4%) ereignete sich nach erreichtem 80. Lebensjahr. In dieser Altersgruppe lag jedem zweiten Todesfall eine Krankheit des Kreislaufsystems zugrunde. Rund jede bzw. jeder Siebente in dieser Altersgruppe (14,8%) verstarb an Krebs. Mit großem Abstand waren auch Krankheiten der Atmungsorgane, psychische Krankheiten und Ernährungs- bzw. Stoffwechselkrankheiten von Bedeutung. Aufgrund von Stürzen verstarben rund 1% der über 80-Jährigen (siehe Tabelle 1).

Zwischen dem 40. und dem 80. Lebensjahr ereigneten sich rund 43% aller Todesfälle. In dieser Altersgruppe waren Krebserkrankungen die häufigste Todesursache: Vier von zehn Sterbefällen wurden durch ein Karzinom verursacht. Ein Viertel der Sterbefälle im mittleren Erwachsenenalter war 2018 durch Herz-Kreislauf-Krankheiten bedingt, 7% durch Krankheiten der Atmungsorgane.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen zwischen zehn und 40 Jahren (zusammen 1,5% aller Sterbefälle) waren Krebs, Suizide und Unfälle die häufigsten Todesursachen. Bei den wenigen Todesfällen von Kindern im Alter von ein bis unter zehn Jahren (74 Todesfälle im Jahr 2018 bzw. 0,1%) waren neben Krebs angeborene Fehlbildungen die verbreitetste Todesursache.

Bei Säuglingen (231 Todesfälle im Jahr 2018 bzw. 0,3%) waren Geburtskomplikationen und angeborene Fehlbildungen die häufigsten Ursachen für den frühen Tod.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Todesursachenstatistik finden Sie auf unserer Webseite.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Die Todesursachenstatistik beinhaltet Informationen zu den Todesursachen aller verstorbenen Personen. Dies entspricht einer medizinisch dokumentierten Vollerhebung von jährlich mehr als 80.000 Fällen. Die Todesursachenstatistik gibt nachträglich Aufschluss über das Auftreten und den Verlauf von Krankheiten in der Bevölkerung. Das gewonnene Datenmaterial bildet die Grundlage für medizinische Forschung sowie Gesundheitssystemforschung.  
Die Gesamtzahl der Sterbefälle in einem Jahr hängt von der Sterblichkeit sowie der Größe und Altersstruktur der Bevölkerung ab. Die Sterblichkeit wird üblicherweise mittels altersstandardisierter Sterberaten beschrieben. Die standardisierte Sterberate gibt an, wie viele Sterbefälle aufgrund der jeweils herrschenden Sterblichkeitsverhältnisse auf 100.000 Lebende entfallen wären, wenn der Altersaufbau der Bevölkerung in der betreffenden Berichtsperiode dem einer Standardbevölkerung entsprochen hätte. Der vergleichsstörende Einfluss des jeweiligen Altersaufbaues ist dadurch ausgeschaltet, d. h. diese Maßzahl berücksichtigt sowohl die insgesamt wachsende Bevölkerung als auch ihre kontinuierliche Alterung und macht damit die unterschiedlichen Sterbebedingungen über die Zeit vergleichbar. Als Standardbevölkerung dient die von Eurostat publizierte Standardbevölkerung 2013. Diese Standardbevölkerung ist eine "künstliche Bevölkerung" mit einer geschätzten Altersstruktur für die europäische Bevölkerung, die als einheitliche Basis zur Berechnung vergleichbarer altersstandardisierter Sterberaten verwendet wird.

 

Die häufigsten Todesursachen in Österreich nach Alter im Jahr 2018
GeschlechtAlter zum Todeszeitpunkt in Jahren
01–910–3940-7980 und älterInsgesamt
 absolut
Insgesamt
231741.29035.81746.56383.975
Männer1324287321.96617.83840.851
Frauen993241713.85128.72543.124
 
Todesursachen (ICD-Codes)in % der jeweiligen Altersgruppe
Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems I00-I992,21,47,426,249,838,9
Bösartige Neubildungen C00-C970,927,015,937,514,824,5
Krankheiten der Atmungsorgane J00-J991,38,11,86,86,66,6
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten E00-E900,94,12,45,04,64,7
Psychische Krankheiten F01-F99--4,82,55,24,0
Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane G00-H952,28,13,63,34,54,0
Krankheiten der Verdauungsorgane
K00-K92
--2,94,82,23,3
Selbstmord und Selbstbeschädigung X60-X84, Y87.0--18,12,20,41,4
Unfälle durch Sturz W00-W19-2,72,60,91,11,0
Transportmittelunfälle V01-V99, Y85-5,48,80,70,10,5
Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien Q00-Q9932,523,03,40,30,00,3
Perinatale Affektionen P00-P9652,4----0,1
Andere (alle übrigen ICD-Kodes)7,820,328,39,910,610,5
Insgesamt100,0100,0100,0100,0100,0100,0
Q: STATISTIK AUSTRIA, Todesursachenstatistik. – Die in Klammer stehenden Codes beziehen sich auf die internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (10. Revision Version 2013), dargestellt sind ausgewählte ICD-Gruppen. – Inklusive im Ausland verstorbene Personen mit Wohnsitz in Österreich.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Barbara LEITNER, Tel.: +43 (1) 71128-7262 bzw. barbara.leitner@statistik.gv.at und  
Mag. Jeannette KLIMONT, Tel.: +43 (1) 71128-8277 bzw. jeannette.klimont@statistik.gv.at

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