Krebs im Überblick

Im Jahr 2017 wurden in Österreich bei 41.389 Menschen Krebsneuerkrankungen dokumentiert, 22.442 bei Männern und 18.947 bei Frauen. Bei 10.933 Männern und 9.215 Frauen führte eine Krebserkrankung im Jahr 2017 zum Tod. Damit sind Krebserkrankungen für etwa ein Viertel der jährlichen Todesfälle verantwortlich. Tendenziell gehen aber sowohl das Risiko einer Neuerkrankung als auch das Sterblichkeitsrisiko zurück. Zum Jahresende 2017 lebten in Österreich 357.781 Personen mit der Diagnose Krebs.

Im Jahr 2017 gab es etwas weniger Inzidenzfälle als 2016 (41.691 Neuerkrankungen) und um 4,4% mehr als vor zehn Jahren (39.635 Neuerkrankungen). Bei beiden Geschlechtern gab es geringfügige Änderungen der Zahl an Neuerkrankungen von 2016 auf 2017 (Männer: +0,9%, Frauen: -2,6%); im Vergleich mit 2007 kam es bei den Männern zu einem Anstieg um 6,2% und bei den Frauen um 2,4%.

In den zehn Jahren bis 2017 ging bei den Männern die um den Altersstruktureffekt bereinigte Neuerkrankungsrate der bösartigen Tumore um 13,4% auf 575,8 Fälle pro 100.000 Männer zurück; für die Altersstandardisierung wurde die Europäische Standardbevölkerung 2013 verwendet. Ebenso sank die Krebssterberate im gleichen Zeitraum um 12,9%. Auch bei den Frauen lag die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate 2017 unter den Werten von 2007, allerdings nur um 8,6% (397,5 pro 100.000 Frauen); die Krebssterberate sank in diesem Zeitraum um 9,7%.

Das Risiko, bis zum 75. Lebensjahr an Krebs zu erkranken, war unter Zugrundelegung der altersspezifischen Erkrankungsverhältnisse von 2017 bei den Männern 1,4-mal so hoch wie bei den Frauen. Das Risiko für Männer, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, erreichte 2000 mit 39,7% seinen höchsten Wert und ging in den darauf folgenden Jahren bis zum aktuellen Diagnosejahr 2017 auf 32,5% zurück. Das Risiko für Frauen, bis zu ihrem 75. Lebensjahr an einem bösartigen Tumor zu erkranken, blieb im selben Zeitraum mit etwa 25% gleich; 2017 war es 23,4%.

Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist seit 1994 Prostatakrebs, im Jahr 2017 mit 5.697 Fällen (bzw. 147,4 pro 100.000 Männer). Nach einem Rückgang gab es in den vergangenen Jahren wieder einen Anstieg an neu diagnostizierten Prostatakrebsfällen. Lungenkrebs, vom Prostatakrebs an die zweite Stelle der häufigsten Krebsleiden verdrängt, zeigt einen nach Geschlechtern stark unterschiedlichen Verlauf: Während das Erkrankungsrisiko der Männer seit Jahren stark sank (die Zahl der Neudiagnosen blieb etwa gleich), stieg das der Frauen stetig an. Bei den Frauen ist Brustkrebs seit jeher die häufigste Krebslokalisation, mit 5.417 Fällen im Jahr 2017 (bzw. 113,3 pro 100.000 Frauen). Die altersstandardisierten Raten der Neuerkrankungen an Brustkrebs und an Eierstockkrebs gingen in den letzten zehn Jahren zurück. Die bösartigen Neubildungen des Magens sanken ebenfalls kontinuierlich, und zwar sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Auch die Anzahl der bösartigen Neubildungen des Dickdarmes verringerte sich im Zeitverlauf bei beiden Geschlechtern. Bei anderen Krebsarten blieb die Zahl der Neuerkrankungen weitgehend unverändert.

Für einen regionalen Vergleich der Krebsneuerkrankungen eignen sich ebenfalls altersstandardisierte Raten, um den Einfluss unterschiedlicher Bevölkerungsstrukturen auszuschalten. Da das Risiko an Krebs zu erkranken für ältere Menschen deutlich höher ist, müssen die Daten vor einem regionalen Vergleich um diesen Effekt bereinigt werden. Bei den regionalen Unterschieden spielen auch regionale Screening Programme sowie die Meldefrequenz der Krankenanstalten eine Rolle. Tirol wies im Jahresdurchschnitt 2015-2017 die höchste altersstandardisierte Rate auf (565,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner), gefolgt von Kärnten (584,5) und Niederösterreich (520,1). Die geringsten altersstandardisierten Inzidenzraten wurden im Burgenland verzeichnet (397,9).

Bei der häufigsten Krebsneuerkrankung der Männer, dem Prostatakrebs, waren im Jahresdurchschnitt 2015-2017 die Bundesländer Kärnten (194,2 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) und Tirol (171,7 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) am stärksten betroffen. Die wenigsten Neuerkrankungen wurden im Burgenland und in Wien (112,4 und 110,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer) verzeichnet. Beim Brustkrebs, der häufigsten Krebsneuerkrankung der Frauen, führen Tirol, Niederösterreich und Kärnten die Statistik an (134,7, 128,0 bzw. 126,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen), in Wien und dem Burgenland wurden die wenigsten Neuerkrankungen gemeldet (104,5 bzw. 103,8 Neuerkrankungen auf 100.000 Frauen). Bei den bösartigen Neubildungen des Dickdarms und Enddarms waren in Niederösterreich und der Steiermark die meisten Fälle zu verzeichnen (57,1 bzw. 56,2 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner). Die wenigsten bösartigen Neubildungen des Dickdarms und Enddarms wurden unter Berücksichtigung der Altersstruktur der Bevölkerung im Burgenland verzeichnet (35,3 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner).

Das Tumorstadium bei der Diagnose ist ein wichtiges Kriterium für die Prognose einer Krebserkrankung und wird daher nach Möglichkeit bei allen Krebserkrankungen aufgezeichnet. Die Ergebnisse zum Tumorstadium bilden die Situation bei Diagnosestellung ab. Im Jahresdurchschnitt 2015-2017 gab es 41.445 Neuerkrankungen. Davon wurde etwa ein Drittel aller Tumore diagnostiziert, solange der Tumor noch auf das Organ beschränkt war (lokalisiertes Tumorstadium: 33,4%). Ein Fünftel der Diagnosen wurde erst gestellt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte (regionäre Lymphknotenmetastasen, regionalisiertes Tumorstadium: 21,1 %). Bei weiteren 12,6% der neu diagnostizierten Fälle wurden bereits Fern-Metastasen entdeckt (disseminiertes Tumorstadium). Systemische Erkrankungen, d.h. bösartige Neubildungen der lymphatischen und blutbildenden Organe, sind keinem dieser Prognosestadien zuordenbar und machten 7,1% aller Tumore 2015-2017 aus. 25,8% der Tumore konnten keinem Erkrankungsstadium zugeordnet werden, da entweder die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren (19,6%) bzw. bei DCO-Fällen keine Information über das Erkrankungsstadium vorlag (6,2%).

Ergebnisse im Überblick: Malignome (Neuerkrankungen pro Jahr) nach Lokalisation und Geschlecht, Österreich seit 2007
Detailergebnisse: Malignome (Neuerkrankungen pro Jahr) nach Lokalisation und Geschlecht, Österreich seit 1983
Carcinoma in situ (CIS)-Fälle (Neuerkrankungen pro Jahr) nach Lokalisation und Geschlecht, Österreich seit 2007

Die häufigsten Tumorlokalisationen nach Geschlecht (2017)
Die häufigsten Tumorlokalisationen in Absolutzahlen (2017)

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