Gesundheit am Arbeitsplatz

Gesunde Bedingungen am Arbeitsplatz sicherzustellen ist eine bedeutende gesundheitspolitische Aufgabe. Voraussetzung dafür ist die Identifikation von arbeitsplatzbezogenen Gesundheitsrisiken und -problemen, um mit entsprechenden Maßnahmen gegenzusteuern. Dafür kommen der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie arbeitsmedizinischen Interventionen besondere Bedeutung zu, nicht zuletzt auch um Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen vorzubeugen.

Statistik Austria erhob im Ad-hoc-Modul 2013 zur Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Daten zu Arbeitsunfällen, arbeitsbezogenen Gesundheitsproblemen und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz. Analysen dazu finden sich in der Publikation "Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme 2013"; die Datensätze zum Modul sind via Email an ake@statistik.gv.at zu bestellen.

Zu den anerkannten Versicherungsfällen im Zusammenhang mit Berufstätigkeit (Arbeitsunfälle, Wegunfälle und Berufskrankheiten) führt der Dachverband der Sozialversicherungsträger eine jährlich aktualisierte Statistik. Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf den Homepages der AUVA und des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger.

Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz

Laut der Erhebung des Ad-Hoc-Moduls 2013 waren rund 3,3 Mio. Erwerbstätige am Arbeitsplatz zumindest einem körperlichen und/oder psychischen Risikofaktor ausgesetzt. Das entspricht rund 80% aller Erwerbstätigen. Sieben von zehn Erwerbstätigen gaben körperliche Risikofaktoren an, vier von zehn klagten über zumindest ein psychisches Risiko. Männer waren häufiger als Frauen von potentiell belastenden Arbeitsbedingungen betroffen. Dieser Unterschied ging zu einem großen Teil auf den höheren Anteil an Männern zurück, die unter körperlich beschwerlichen Bedingungen arbeiten.

Insgesamt erwiesen sich die Anstrengung der Augen, ergonomische Risiken und Unfallgefahr als die wichtigsten körperlichen Risikofaktoren. Als häufigster körperlicher Risikofaktor wurden Arbeiten genannt, bei denen eine starke Anstrengung der Augen nötig ist (35,0%). Des Weiteren berichtete jeweils gut ein Viertel der Erwerbstätigen, mit schweren Lasten zu hantieren, schwierige Arbeitshaltungen einnehmen zu müssen und/oder der Gefahr von Unfällen ausgesetzt zu sein. Unter dem Einfluss von Lärm, Staub und Hitze arbeitete ebenfalls mehr als ein Fünftel der Erwerbstätigen. Rund 15% der Erwerbstätigen waren bei ihrer Arbeit Kälte ausgesetzt, etwa 12% mussten mit chemischen Stoffen umgehen. Der Einfluss von Belastungsfaktoren wie Feuchtigkeit, Abgasen, starke Vibrationen, Zigarettenrauch, Rauch, Dämpfe spielte im Vergleich eine untergeordnete Rolle.

Der von allen Erwerbstätigen am häufigsten genannte Risikofaktor war Zeitdruck bzw. Überbeanspruchung, beinahe 40% fühlten sich in ihrer Erwerbstätigkeit diesem psychischen Belastungsfaktor ausgesetzt. Unter den weiteren psychischen Belastungen waren Gewalt bzw. die Androhung von Gewalt am Arbeitsplatz für knapp vier Prozent ein Problem, Belästigung oder Mobbing trat bei rund drei Prozent der Erwerbstätigen auf.

Von rund der Hälfte der Personen, die im Gesundheitswesen tätig waren, wurde zumindest ein psychischer Risikofaktor bei der Arbeit genannt, ebenso wie von im Verkehrswesen und in der Kommunikationsbranche tätigen Personen. Im öffentlichen Dienst und in der Finanzbranche gab es jeweils rund 44% von psychischen Gesundheitsrisiken Betroffene.

Arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme

Zu arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen wurden im Ad-Hoc-Modul 2013 alle jemals erwerbstätigen Personen gefragt, auch jene, bei denen die Erwerbstätigkeit schon länger zurücklag. 15,6% aller (jemals) erwerbstätigen Personen gaben zumindest ein arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem an (1.021.000 Betroffene), 4,0% davon hatten sogar mehrere arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme (260.000 Betroffene).

Personen, die zumindest ein arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem angegeben hatten, wurden gefragt, welches das schwerste Gesundheitsproblem war. Beinahe ein Drittel der befragten Personen gab an, im Jahr vor der Befragung arbeitsbedingte Rückenprobleme gehabt zu haben, etwa ein Fünftel berichteten über Probleme mit dem Nacken, den Schultern, den Armen oder Händen und rund 16% über Probleme mit den Hüften, Beinen oder Füßen. Jeweils rund vier bis sechs Prozent der jemals Erwerbstätigen berichteten, dass Stress, Depressionen oder Angstzustände, Lungen- oder Atemprobleme sowie Herzprobleme ihr schwerstes arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem war.

Damit waren zusammenfassend Muskel- und Skelettprobleme, Stress und Depressionen die am häufigsten vorkommenden arbeitsbedingten Gesundheitsprobleme.

Aktive und ehemalige in der Land- und Forstwirtschaft Beschäftigte waren am häufigsten von arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen betroffen: gut ein Viertel der Befragten dieses Wirtschaftszweiges hatte mindestens ein arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem. Häufig wurden arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme auch von Personen aus der Baubranche sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen berichtet.

Arbeitsunfälle

Von den hochgerechnet 4,5 Mio. im Rahmen des Ad-hoc-Moduls 2013 befragten Erwerbspersonen berichteten 4,2% bzw. 186.600 Personen, im Jahr vor der Befragung mindestens einen Arbeitsunfall gehabt zu haben. Der Geschlechtsunterschied in der Unfallhäufigkeit war deutlich: Sieben von zehn Opfern eines Arbeitsunfalls waren Männer; nur drei waren Frauen. Dieser Sachverhalt findet sich auch in der Arbeitsunfallstatistik des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger bestätigt. Die häufigsten Unfallursachen waren die falsche Handhabung von Maschinen und Werkzeugen. Hoher Zeitdruck und ein unsicherer Boden/Weg wurden als weitere häufige Ursachen genannt.

Für das Jahr 2019 sind von den Sozialversicherungsträgern 107.038 anerkannte Arbeitsunfälle dokumentiert. Die Zahl der Arbeitsunfälle verringerte sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten um rund ein Fünftel (1999: 132.819 Fälle); auch die Rate je 100.000 Unfallversicherte reduzierte sich von 3.046,1 Fällen auf 2.078,5 Fälle. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging im selben Zeitraum um 49,2% zurück (1999: 248 Fälle).

Anerkannte Berufskrankheiten und Wegunfälle

Insgesamt wurden im Jahr 2019 von der AUVA 122.674 Versicherungsfälle im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit anerkannt (ohne Berücksichtigung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden), von denen 275 einen tödlichen Verlauf nahmen. Die Versicherungsfälle umfassten neben den 107.038 Arbeitsunfällen im engeren Sinne auch 14.222 Wegunfälle (darunter 32 tödliche) und 1.414 Berufskrankheiten (darunter 117 tödliche). Die Rate der anerkannten Versicherungsfälle hat sich in den letzten zwanzig Jahren von 3.396,7 Fällen auf 2.382,1 Fälle je 100.000 Unfallversicherte reduziert.

Die Zahl der Wegunfälle hat sich in den letzten zwanzig Jahren um 2,9% erhöht (von 13.827 im Jahr 1999 auf 14.222 im Jahr 2019). Die tödlichen Wegunfälle dagegen sind in diesem Zeitraum von 75 auf 32 zurückgegangen.

Berufskrankheiten machen einen relativ kleinen Teil der anerkannten Versicherungsfälle aus (1,2%); ihre Zahl schwankte in den letzten zwanzig Jahren zwischen 1.371 (2018) und 1.932 (2009). Allerdings zeigt sich eine steigende Tendenz bei den tödlichen Berufskrankheiten: Ihre Zahl hat sich seit dem Jahr 1999 auf das Neunfache erhöht. Im Jahr 2019 haben 8,3% aller anerkannten Berufskrankheiten einen tödlichen Ausgang genommen (1999: 0,9%).

Mikrozensus Ad-hoc-Modul 2013 "Arbeitsunfälle, arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz"

Ergebnisse im Überblick: Arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme, Risiken, Arbeitsunfälle 2007 und 2013
Erwerbstätige nach körperlichen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz sowie soziodemographischen und regionalen Merkmalen 2013
Erwerbstätige nach psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz sowie soziodemographischen und regionalen Merkmalen 2013
Erwerbstätige (früher bzw. derzeit) nach dem schwersten arbeitsbedingten Gesundheitsproblem sowie soziodemographischen und regionalen Merkmalen 2013
Erwerbspersonen mit Arbeitsunfällen in den letzten 12 Monaten nach soziodemographischen und regionalen Merkmalen 2013

Anerkannte Versicherungsfälle (Dachverband der Sozialversicherungsträger)

Ergebnisse im Überblick: Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung seit 1975
Versicherungsfälle in der gesetzlichen Unfallversicherung 2019 nach Versichertenkategorie und Geschlecht

Arbeitsunfälle in den letzten 12 Monaten nach Geschlecht und Alter 2013
Arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme nach Alter und Geschlecht 2013
Schwerste arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme nach Art des Gesundheitsprolems und Geschlecht 2013
Körperliche und psychische Risikofaktoren am Arbeitsplatz 2013

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Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme 2013

Erscheinungsdatum: 11/2014

 
 

33,00

 
 

(PDF, 4 MB)

 
 

Arbeitsunfälle und arbeitsbezogene Gesundheitsprobleme 2007

Erscheinungsdatum: 3/2009

 
 

0,00

 
 

(PDF, 2 MB)




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