Pressemitteilung: 12.040-106/19

Knapp 30% der 2018 Geborenen kamen per Kaiserschnitt zur Welt; Frühgeborenenrate sank auf 7%

Wien, 2019-06-13 – Im Jahr 2018 wurden in Österreich 84.804 Kinder lebend geboren. Dabei wog laut Statistik Austria ein neugeborenes Mädchen durchschnittlich 3.255 Gramm und war 50,3 cm lang. Buben waren mit 3.379 Gramm etwas schwerer und mit 50,9 cm auch größer. Knapp 30% der 2018 Geborenen kamen durch einen Kaiserschnitt zur Welt; bei 14,1% war ein Notkaiserschnitt erforderlich, bei weiteren 15,3% war der Kaiserschnitt geplant. Die Frühgeborenenrate (Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche) lag 2018 bei 7,3% der Neugeborenen.

Nur 1,6% der Babys außerhalb eines Krankenhauses geboren

98,4% der Babys wurden in einem Krankenhaus geboren, bei 247 Geborenen entschied sich die Mutter für eine Geburt in einem Entbindungsheim oder einer Hebammenpraxis. In nur 1,6% dieser Fälle blieb die Mutter weniger als 24 Stunden im Spital bzw. Entbindungsheim ("ambulante Geburt"). 987 Babys kamen zu Hause zur Welt. 31 Babys hatten es besonders eilig – sie wurden auf dem Weg ins Spital geboren.

Trend zu immer späterer Mutterschaft

Das durchschnittliche Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt lag 2018 bei 31,0 Jahren, das sind um 4,4 Jahre mehr als vor 30 Jahren (1988: 26,6 Jahre). Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Durchschnittsalter der Frauen, die zum ersten Mal Mutter wurden, von 24,6 Jahren auf aktuell 29,7 Jahre.

Der Anteil der Mütter, die bei der Geburt ihres Kindes unter 20 Jahre alt waren, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verringert (1988: 6,9%; 2018: 1,4%), jener der Frauen, die mit 35 Jahren oder später Mütter wurden, hat sich hingegen mehr als verdreifacht (1988: 6,4%; 2018: 23,1%). 1988 waren zwei Drittel (69,8%) der Mütter zwischen 20 und 29 Jahre alt, 2018 nur noch 41,4%. Im Gegenzug waren 2018 34,2% der Mütter zwischen 30 und 34 Jahre alt, wogegen der Anteil dieser Altersgruppe vor 30 Jahren noch bei 16,9% lag.

Mit zunehmendem Gebäralter steigt Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittentbindung

Fast zwei Drittel der Neugeborenen wurden 2018 spontan entbunden (63,6%), bei etwa 7% wurde eine Saugglocke eingesetzt. Nur ganz selten kamen die Neugeborenen mit Hilfe einer Geburtszange zur Welt (0,5 Promille). Die Kaiserschnittrate hat sich in den vergangenen Jahren bei knapp unter 30% eingependelt. 2018 war das Gebäralter von Frauen mit Kaiserschnitt durchschnittlich etwas höher als jenes der natürlich gebärenden Frauen (31,9 gegenüber 30,7 Jahren). Bei Schwangeren, die 35 Jahre oder älter waren, wurde 1,6 Mal häufiger ein Kaiserschnitt vorgenommen als bei Frauen unter 25 Jahren (Kaiserschnittrate 36,9% gegenüber 23,5%).

Ein wesentlicher Indikator für die medizinische Notwendigkeit einer Kaiserschnittentbindung ist die Lage des Kindes im Mutterleib. So erfolgte bei regelwidriger Schädellage, wenn etwa der Kopf des Kindes gestreckt ist oder es mit dem Rücken nach hinten liegt, in beinahe der Hälfte der Fälle (46,5%), bei Querlage bzw. Beckenendlage sogar in mehr als 90% der Fälle (93,6% bzw. 97,9%) ein Kaiserschnitt. Aber auch bei regelrechter Schädellage kam rund ein Viertel der Babys durch einen Kaiserschnitt zur Welt.

Weniger Frühgeborene, weniger untergewichtige Babys

92,4% der Lebendgeburten erfolgten termingerecht, d. h. zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche. 7,3% waren zu früh und 0,3% waren übertragen. Damit sank die Frühgeborenenrate gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte. Den bisherigen Höchststand an Frühgeborenen gab es im Jahr 2008 mit 8,9%.

Der Anteil Neugeborener mit geringem Geburtsgewicht ist ebenfalls gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. 6,2% der Babys wogen 2018 weniger als 2.500 Gramm (2017: 6,4%). Ein hohes Geburtsgewicht von 4.500 Gramm und mehr wiesen 1,2% der neugeborenen Buben und 0,5% der Mädchen auf.

Bei Mehrlingsgeborenen kommen Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht wesentlich häufiger vor. 59,0% der 2.556 als Zwilling oder Drilling Geborenen kamen vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt; bei 57,7% lag das Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm.

Detaillierte Ergebnisse finden Sie auf unserer Webseite sowie im Jahrbuch der Gesundheitsstatistik.

Informationen zur Methodik, Definitionen: Gesetzliche Grundlagen für die Geburtenstatistik sind das Personenstandsgesetz (BGBl. I Nr. 16/2013 idgF) sowie das Hebammengesetz (BGBl. Nr. 310/1994 idgF), welche jene Merkmale festlegen, die bei einer Geburt von der Hebamme zu melden sind. Zuletzt erfolgte mit der Einrichtung eines Zentralen Personenstandsregisters (ZPR) per 1.11.2014 eine Überarbeitung der medizinischen und sozialmedizinischen Erhebungsmerkmale auf dem Geburtenblatt.  
Lebendgeboren: Unabhängig von der Schwangerschaftsdauer gilt eine Leibesfrucht dann als lebend geboren, wenn nach dem vollständigen Austritt aus dem Mutterleib entweder die Atmung einsetzt oder irgendein anderes Lebenszeichen erkennbar ist, wie Herzschlag, Pulsation der Nabelschnur oder deutliche Bewegung willkürlicher Muskeln, gleichgültig, ob die Nabelschnur durchschnitten ist oder nicht bzw. ob die Plazenta ausgestoßen ist oder nicht. 
Entbindungsort: Neben Krankenanstalten sind u. a. Entbindungsheime oder Hebammenpraxen mögliche Entbindungsorte. Eine Hausgeburt ist eine Geburt am Wohnort der Mutter. Kommt das Baby auf dem Weg ins Spital zur Welt, wird "Am Transport" kodiert. 
Gebäralter: Alter der Mutter in vollendeten Jahren zum Zeitpunkt der Geburt. Das Durchschnittsalter der Mutter ist das arithmetische Mittel des Alters der Frauen zum Zeitpunkt der Geburt. 
Schwangerschaftsdauer wird angegeben in vollendeten Wochen plus Tagen (der nächsten angefangenen Woche). Bei einer Schwangerschaftsdauer von 22+0 bis unter 37+0 spricht man von frühgeboren, bei 37+0 bis 41+6 von einer Termingeburt, von 42+0 und mehr von einer übertragenen Geburt.  
Geburtslage: Die Lage des Kindes bei der Geburt bezeichnet das Verhältnis der Längsachse des Kindes zur Längsachse der Mutter bzw. des Uterus. Man unterscheidet dabei zwischen regelrechter Schädellage, regelwidriger Schädellage, Beckenendlage, Querlage und unbekannt/nicht bestimmbar. 
Geburtsgewicht: Lebendgeborene mit einem Geburtsgewicht von 2.500 g bis unter 4.500 g gelten als normalgewichtig; jene mit weniger als 2.500 g als untergewichtig. Ein Geburtsgewicht von weniger als 1.500 g wird als sehr niedriges Geburtsgewicht angesehen, bei Werten von 4.500 g oder mehr spricht man von sehr hohem Geburtsgewicht.

 

Lebendgeborene 2018 nach ausgewählten medizinischen Merkmalen
Merkmalabsolutin Prozent
Lebendgeborene1) insgesamt84.804100,0
Entbindungsort  
Krankenanstalt83.47398,4
Entbindungsheim/Hebammenpraxis2470,3
Wohnung der Mutter9871,2
Am Transport310,0
Sonstiger Ort660,1
Alter der Mutter bei der Geburt  
unter 20 Jahre1.1601,4
20 bis 24 Jahre9.91211,7
25 bis 29 Jahre25.17429,7
30 bis 34 Jahre28.97034,2
35 bis 39 Jahre16.02618,9
40 bis 44 Jahre3.2953,9
45 Jahre und älter2560,3
Ø Gebäralter (in Jahren)31,0.
Entbindungsart  
Spontangeburt53.95663,6
Kaiserschnitt insgesamt24.91029,4
   Kaiserschnitt primär (geplant)12.97415,3
   Kaiserschnitt sekundär (Notkaiserschnitt)11.93614,1
Saugglocke5.8746,9
Zangengeburt410,0
Manualhilfe230,0
Lage des Kindes bei der Geburt  
regelrechte Schädellage75.41588,9
regelwidrige Schädellage4.6335,5
Beckenendlage4.2165,0
Querlage4240,5
unbekannt/nicht bestimmbar1160,1
Schwangerschaftsdauer2)  
22+0 bis 36+6 (Frühgeburten)6.2107,3
37+0 bis 41+6 (Termingeburten)78.33592,4
42+0 u. mehr (übertragene Geburten)2190,3
Ø Schwangerschaftsdauer (in Wochen)39,3.
Geburtsgewicht  
unter 1.500 g (sehr niedrig)3650,4
unter 2.500 g (niedrig)5.2826,2
2.500 bis unter 4.500 (normal)78.78692,9
4.500 und mehr (Übergewicht)7360,9
Ø Geburtsgewicht (in Gramm) - insgesamt3.318.
   - Buben3.379.
   - Mädchen3.255.
Körperlänge in cm  
Ø Körperlänge (in cm) - insgesamt50,6.
   - Buben50,9.
  - Mädchen50,3.

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Jeannette KLIMONT, Tel.: +43 (1) 71128-8277 bzw. jeannette.klimont@statistik.gv.at

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