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Zuwanderungssaldo 2009 mit 20.600 Personen deutlich zurückgegangen

Wien, 2010-05-19 – Im Jahr 2009 betrug der Wanderungssaldo Österreichs mit dem Ausland insgesamt +20.596 Personen. Damit verringerte sich die Zuwanderung gegenüber dem Vorjahr um fast 40% (2008: +34.436 Personen). Der Rückgang des Wanderungsgewinns ist insbesondere auf einen starken Anstieg der Wegzüge in das Ausland zurückzuführen. Für 2009 zeigt die von der Statistik Austria aus den Daten des Zentralen Melderegisters erstellte Wanderungsstatistik insgesamt 107.785 Zuzüge aus dem Ausland und 87.189 Wegzüge in das Ausland. Der Saldo bei Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft war mit -5.100 dem langjährigen Trend entsprechend auch im Jahr 2009 negativ. Der Wanderungssaldo der nicht-österreichischen Staatsangehörigen belief sich hingegen auf +25.696 Personen und betrug damit nur rund zwei Drittel des Wertes von 2008 (+39.412 Personen).

Trotz eines starken Rückgangs entfielen weiterhin rund zwei Drittel (absolut +16.256 Personen) des Wanderungsgewinns bei den nicht-österreichischen Staatsangehörigen auf Bürgerinnen und Bürger der EU. Die zahlenmäßig mit Abstand größte Gruppe waren dabei Deutsche (+7.168 Personen), gefolgt von rumänischen (+3.354) und ungarischen (+1.909) Staatsangehörigen. Ebenfalls bedeutsam waren die Wanderungsgewinne mit der Slowakei (+956 Personen) und Bulgarien (+889). Knapp die Hälfte (48%) der Zuwanderer aus der EU stammten aus den seit 2004 beigetretenen zwölf Staaten (Tabelle 1).

Die Wanderung aus Nicht-EU-Staaten war 2009 weiterhin rückläufig. Rund die Hälfte der Netto-Zuwanderung von Drittstaatsangehörigen entfiel auf europäische Staatsangehörige, insbesondere aus der Türkei (+1.754 Personen), den jugoslawischen Nachfolgestaaten ausgenommen Slowenien (+1.461) sowie der Russischen Föderation (+688). Bedeutsam war zudem der Wanderungsgewinn bei Angehörigen asiatischer Staaten (+3.582 Personen). Insgesamt zeigte sich bei den Wanderungssalden mit den Nicht-EU-Staaten eine relative Verschiebung hin zu außereuropäischen Staatsangehörigen.

37% der ausländischen Bevölkerung sind EU-Staatsangehörige

Am 1. Jänner 2010 lebten 895.144 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Österreich. Dies entspricht laut Statistik Austria 10,7% der Gesamtbevölkerung und einem Plus von rund 24.400 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Unter den nicht-österreichischen Staatsangehörigen stammten etwa 335.000 Personen (38%) aus Ländern der Europäischen Union, davon 191.000 aus den "alten" EU-Staaten (EU-Mitglieder vor 2004) und knapp 99.000 aus den zehn im Jahr 2004 beigetretenen Ländern. Dazu kommen etwas mehr als 46.000 Personen mit bulgarischer und rumänischer Staatsangehörigkeit. Mit rund 552.000 Personen war die Mehrzahl (62%) der in Österreich lebenden ausländischen Bevölkerung Drittstaatsangehörige. Gut die Hälfte von Ihnen (53% bzw. 292.026 Personen) stammte aus den jugoslawischen Nachfolgestaaten, weitere 112.150 Einwohner (20%) waren türkische Staatsangehörige.

Am 1. Jänner 2010 stellten erstmals deutsche Staatsangehörige mit 138.225 Personen die größte Ausländergruppe in Österreich, knapp gefolgt von Personen aus Serbien, Montenegro und dem Kosovo mit 134.159 Personen.

Internationale Zuwanderung und ausländische Bevölkerung in Wien konzentriert

Rund zwei Fünftel des Wanderungssaldos des Jahres 2009 (42% bzw. +8.674 Personen) wie auch der ausländischen Bevölkerung Österreichs am 1.1.2010 (39% bzw. 351.907 Personen) konzentrierten sich in der Bundeshauptstadt. Dementsprechend war der Ausländeranteil in Wien mit 20,7% knapp doppelt so hoch wie im österreichischen Durchschnitt (10,7%).

 

Tabelle 1: Internationale Wanderungen und Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit
StaatsangehörigkeitInternationale Wanderungen 2009Bevölkerung am 1.1.2010
ZuzügeWegzügeSaldo
Insgesamt107.78587.18920.5968.375.290
Österreich15.96721.067-5.1007.480.146
Nicht-Österreich91.81866.12225.696895.144
  EU-Staaten, EWR, Schweiz53.72537.37816.347343.397
  EU14-Staaten (Beitritt vor 2004)24.94116.5038.438190.594
    Deutschland17.56610.3987.168138.225
  EU-Beitrittsstaaten 2004 (EU10)16.16112.5863.57598.506
  EU-Beitrittsstaaten 2007 (EU2)11.9587.7154.24345.889
  Schweiz/EWR (inkl. assoziierte Kleinstaaten)665574918.408
  Drittstaatsangehörige38.09328.7449.349551.747
  übrige europäische Staaten20.03915.7004.339436.258
    ehem. Jugoslawien ohne Slowenien11.4549.9931.461292.026
    Türkei4.7512.9971.754112.150
  Afrika3.4642.65680822.083
  Amerika3.3812.77660517.793
  Asien10.6307.0483.58262.543
  Ozeanien288263251.368
  unbekannt/ungeklärt/staatenlos291301-1011.702
Tabelle 2: Bevölkerungsstand und Wanderungssaldo nach Bundesländern
BundeslandBevölkerungsstand am 1. Jan. 2010Wanderungs- 
saldo 2009
insgesamtAusl. Staatsang.
absolutin %
Burgenland283.96515.4635,4%995
Kärnten559.31538.4076,9%998
Niederösterreich1.607.976108.0586,7%2.310
Oberösterreich1.411.238112.2828,0%2.612
Salzburg529.86166.48112,5%830
Steiermark1.208.37278.8166,5%2.216
Tirol706.87375.73210,7%1.615
Vorarlberg368.86847.99813,0%346
Wien1.698.822351.90720,7%8.674
Methodische Informationen, Definitionen:
Wanderungsbilanz, Wanderungssaldo: Differenz aus Zuzügen minus Wegzügen. Ein positiver Wanderungssaldo wird auch als Wanderungsgewinn bezeichnet, ein negativer Wanderungssaldo auch als Wanderungsverlust oder Abwanderungsüberschuss.
Datenquelle, Metainformationen: Die Wanderungsstatistik beruht auf den im Zentralen Melderegister (ZMR) des Bundesministeriums für Inneres (BMI) verspeicherten An- und Abmeldungen von Hauptwohnsitzen. Die Wanderungsstatistik erfasst alle Wanderungsbewegungen (Hauptwohnsitzwechsel) innerhalb Österreichs sowie zwischen dem Ausland und Österreich.
Im Einklang mit den Empfehlungen der Vereinten Nationen (1998) zur Erfassung und Klassifizierung von Migranten und Migrantinnen nach ihrer Aufenthaltsdauer berücksichtigt die Wanderungsstatistik nur Personen mit einem Aufenthalt (Hauptwohnsitzmeldung) von mindestens 90 Tagen im Bundesgebiet Österreichs.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Dr. Stephan MARIK-LEBECK, Tel. (01) 71128-7204 bzw. stephan.marik-lebeck@statistik.gv.at und Mag. Alexander WISBAUER, Tel. (01) 71128-7202 bzw. alexander.wisbauer@statistik.gv.at

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