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Die Region Wien wächst, Kärnten schrumpft

In Vorarlberg und Tirol wird sich die Zahl der Generation 60+ bis 2050 verdoppeln

Regional sind unterschiedliche Entwicklungen zu erwartenWien, 2007-10-30 Während die Bevölkerungszahl des gesamten Bundesgebietes in den nächsten Jahrzehnten stark wächst, sind regional deutlich unterschiedliche Entwicklungen zu erwarten. Mag. Alexander Hanika vom Bereich Analyse und Prognose dazu: "Überdurchschnittlich starkes Bevölkerungswachstum ist in Wien und Niederösterreich zu erwarten. Das südlichste Bundesland Kärnten wird hingegen langfristig mit Bevölkerungsverlusten zu rechnen haben. Die künftigen Bevölkerungsentwicklungen von Burgenland, Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich entsprechen dem Bundestrend, während das Bevölkerungswachstum von der Steiermark unterdurchschnittlich stark ausfällt."
Wien wird wieder eine 
2-Millionen-Stadt werden
Wien wird gemäß der neuen Prognose künftig das stärkste Bevölkerungswachstum aller Bundesländer erfahren. Grund dafür ist die starke Zuwanderung. Mag. Hanika dazu: "Rund 40% der Immigration nach Österreich entfallen auf die Bundeshauptstadt. Es gibt zudem wieder mehr Kinder in Wien." Die Anzahl der Kinder liegt hier seit einigen Jahren im allgemeinen Bundesschnitt. Nach der vorliegenden Prognose der Statistik Austria wird die Bevölkerungszahl Wiens von 1,66 Mio. (2006) bis 2015 um 8% auf 1,78 Mio. und weiter bis 2030 auf 1,95 Mio. (+18%) ansteigen. In rund 30 Jahren wird Wien wieder — wie zuletzt am Ende der Monarchie — eine 2-Millionen-Stadt sein. Bis 2050 könnte die Bevölkerung schließlich auf rund 2,100.000 Einwohner steigen, das wäre ein Plus von 27% gegenüber dem Jahr 2006.
Wien wird langfristig zum 
demographisch jüngsten 
Bundesland Österreichs
Analog zum gesamten Bundesgebiet werden auch die Bevölkerungen in den Bundesländern stark altern. Allerdings sind im Alterungsprozess regionale Unterschiede zu beobachten. Die Anteile der über 60-Jährigen werden auch zukünftig im Osten und Süden Österreichs höher sein als im Westen des Bundesgebietes. Eine deutliche Ausnahme bildet in der Ostregion die Bundeshauptstadt Wien, wo der Anteil der älteren Menschen von dzt. 21,9% nur auf 26,6% (2030) und bis 2050 bloß auf 29,3% steigen dürfte. Das wäre zu diesem Zeitpunkt der niedrigste Anteil über 60-Jähriger aller Bundesländer.
In Vorarlberg und Tirol 
wird sich die Zahl der 
über 60-Jährigen 
bis 2050 verdoppeln.
Bezogen auf die Absolutzahlen der über 60-Jährigen sind die stärksten Zuwächse im Westen zu erwarten. In Vorarlberg (+103%) und Tirol (+99%) wird sich die Zahl der über 60-Jährigen im Laufe des Prognosezeitraumes verdoppeln. Salzburg (+88%), Oberösterreich (+87%) und Niederösterreich (+83%) liegen bis zum Jahr 2050 näher dem Bundesdurchschnitt von +79%. In Kärnten und in der Steiermark sind die Zuwächse an über 60-Jährigen mit + 61% bzw. +69% am niedrigsten.
Wien hat künftig wieder mehr Kinder und JugendlicheZahl und Anteil der unter 15-jährigen Kinder und Jugendlichen werden künftig nicht überall sinken. In Wien wird die Kinderzahl sogar deutlich ansteigen, von 241.000 (2006) auf 260.000 im Jahr 2015 (+8%) sowie 294.000 im Jahr 2030 (+22%). Niederösterreich dürfte nach anfänglichen Rückgängen 2030 etwa wieder gleich viele unter 15-jährige Kinder zählen wie heute. Alle anderen Bundesländer werden hingegen längerfristig mit rückläufigen Kinderzahlen zu rechnen haben. Beträgt der Kinderanteil derzeit noch zwischen 14,1% (Burgenland) und 18,2% (Vorarlberg), so wird er im Jahr 2030 zwischen 12,3% (Burgenland) und 15,1% (Wien) betragen, wobei neben Wien nur noch Niederösterreich und Vorarlberg über dem Bundesschnitt von 13,9% liegen werden.

hanika_bevölkerungsentw_bdlhanika_bevölkerungsentw_altersgr

 

Bevölkerungsentwicklung 2006 bis 2050 nach Bundesländern

JahrInsgesamtBevölkerungsstruktur (in %)Bevölkerungsbewegung
Alter (in Jahren)GeburtenSterbefälleWanderungssaldo
bis 1415 bis 59 60 u. m.   
Österreich       
20068,281.94815.762.321.977,91474,29527,477
20308,978.51113.954.931.380,00082,79433,692
20509,514.36313.252.634.281,62497,72134,478
Burgenland       
2006279.80314.161.724.22,1243,0181,757
2030298.80812.354.033.72,2523,0761,986
2050318.75311.751.536.82,2953,6422,063
Kärnten       
2006560.49215.361.423.34,9215,358508
2030546.73712.451.736.04,1745,7291,709
2050549.20311.849.838.34,0736,6752,288
Niederösterreich       
20061,585.50316.061.023.014,16915,1908,731
20301,769.55514.253.732.015,22617,44610,644
20501,917.53313.551.634.915,90620,67610,551
Oberösterreich       
20061,404.20316.862.221.013,527
11,906
1,802
20301,469.80913.753.832.512,778
13,627
5,394
20501,560.03013.051.735.313,093
16,739
6,502
Salzburg       
2006528.80916.563.120.45,0174,047341
2030557.13013.554.532.04,7315,0401,609
2050580.05112.852.235.04,7236,0822,029
Steiermark       
20061,202.91114.862.023.110,28611,4732,922
20301,232.91512.753.833.59,78112,2515,031
20501,281.78212.151.236.79,83714,3665,848
Tirol       
2006698.51416.863.220.06,9054,9931,148
2030758.36813.754.931.46,5796,4902,120
2050791.80212.852.035.26,4657,9662,334
Vorarlberg       
2006364.15418.263.018.83,8532,514265
2030394.07114.755.529.83,7053,279755
2050413.44113.752.733.63,6444,005936
Wien       
20061,657.55914.563.521.917,11215,79610,003
20301,951.11815.158.426.620,77415,8564,444
20502,101.76814.656.129.321,58817,5701,927

Rückfragen zu diesem Thema richten Sie bitte direkt an Mag. Alexander Hanika,  
Direktion Bevölkerung, Statistik Austria, unter Tel. (01) 71128-7279 bzw. e-mail: alexander.hanika@statistik.gv.at

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