Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung - Österreichergebnisse (LGR)

Nach starken Einkommensverlusten im Jahr 2009 war das Jahr 2010 in der Landwirtschaft von einer kräftigen wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung gekennzeichnet. Laut den Ergebnissen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR, Berechnungsstand: Juli 2011) erhöhte sich das Faktoreinkommen des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs 2010 im Vorjahresvergleich nominell um 14,3%. Real, d.h. preisbereinigt, betrug die Steigerung 12,6%. Je Arbeitskraft stieg das Faktoreinkommen im Durchschnitt nominell um 15,7% bzw. real um 14,0%. Der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz nahm dabei weiter ab (-1,2%).

Der ermittelte Zuwachs des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens ist vor allem auf folgende Entwicklungen zurückzuführen:

  • Der Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs stieg gegenüber 2009 um 7,4% auf rd. 6,5 Mrd. Euro. Dabei war die pflanzliche Erzeugung dem Volumen nach rückläufig, wertmäßig übertraf sie das Vorjahresergebnis jedoch um 13,1%. In der tierischen Erzeugung nahm der Produktionswert ebenfalls, jedoch deutlich schwächer zu (+2,9%). Prägend für die Entwicklung des Gesamtproduktionswerts und in der Folge des landwirtschaftlichen Einkommens waren die starken Preisanstiege in der pflanzlichen Produktion, insbesondere beim Getreide. Die Erzeugerpreise für Milch verbesserten sich nach dem Tief des Vorjahres ebenfalls deutlich.
  • Die Summe der bei der Berechnung des Faktoreinkommens berücksichtigten Förderungszahlungen („Gütersubventionen“ und „sonstige Subventionen“) veränderte sich im Vorjahresvergleich nur geringfügig (-0,1%).
  • Der Aufwand der Landwirtschaft für Vorleistungen erhöhte sich gegenüber 2009 um 3,6% und die Abschreibungen für das Anlagevermögen um 1,9%. Der Anstieg bei den Vorleistungen resultierte u.a. aus der kräftigen Verteuerung der Treibstoffe.

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2010“ (PDF, 1 MB).

Methodische Hinweise zur LGR

Die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (LGR) wird gemäß der derzeit gültigen Methodik für die Landwirtschaftliche Gesamtrechnung in der Europäischen Union (Verordnung (EG) Nr. 138/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates) erstellt.

Den dargestellten Berechnungen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2010 liegt die mit Anfang Juli 2011 verfügbare Datenbasis zugrunde. Da einzelne Daten, auf denen die LGR basiert, auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfügbar sind, handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Definitive Daten für das Berichtsjahr 2010 liegen im Juli 2012 vor. Da laufend aktuell verfügbare Daten in das Berechnungssystem eingearbeitet werden, sind jedoch auch bereits fertig gestellte Berichtsjahre gegebenenfalls Revisionen unterworfen.

Bei den gegenständlichen LGR-Ergebnissen handelt es sich erstmalig um Daten gemäß der neuen Klassifikation der Wirtschaftstätigkeiten in der Europäischen Gemeinschaft NACE Rev. 2. Rückrechnungen der LGR liegen derzeit für den Berichtszeitraum 1995-2009 vor. Dabei gilt allerdings zu berücksichtigen, dass zum Berechnungszeitpunkt für einzelne Positionen der LGR („sonstige Produktionsabgaben“, „Arbeitnehmerentgelt“, „entlohnter Arbeitseinsatz“, „BIP-Deflator“), welche auf VGR-Daten basieren, letztere noch nicht nach der neuen NACE-Klassifikation zur Verfügung standen, sodass für die gegenständliche Darstellung vorläufige Daten bzw. für den BIP-Deflator Daten nach der alten NACE herangezogen werden mussten, welche im Zuge der nächsten Überarbeitungen revidiert werden.

Landwirtschaftliche Gesamtrechnung - Bundesländerergebnisse (Regionale LGR)

Vom Gesamtproduktionswert der österreichischen Landwirtschaft stammen rd. drei Viertel aus den drei Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark. 2010 trug Niederösterreich 32%, Oberösterreich 23% und die Steiermark 20% zum heimischen Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs bei. Das Burgenland und Kärnten steuerten jeweils 6%, Tirol 5% und Salzburg 4% bei. Die Anteile Vorarlbergs und Wiens beliefen sich auf jeweils rd. 2%.

Die regionalen Schwerpunkte in der landwirtschaftlichen Produktion spiegeln sich in der unterschiedlichen Zusammensetzung des landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswerts in den einzelnen Bundesländern wider. So entfällt im Burgenland, in Niederösterreich und in Wien mehr als die Hälfte des Produktionswerts auf die pflanzliche Erzeugung, wobei der Schwerpunkt Pflanzenbau in Wien und im Burgenland besonders ausgeprägt ist. In den anderen Bundesländern dominiert die tierische Erzeugung. Auch die Bedeutung der nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten ist regional sehr unterschiedlich mit den höchsten Anteilen in Tirol, Vorarlberg, Salzburg und Kärnten.

Infolge der unterschiedlichen Produktionsschwerpunkte sowie lokaler Besonderheiten und Einflüsse (wie Witterungsverläufe), aber auch bedingt durch verschiedene Ausgangssituationen, die ihrerseits durch die Entwicklung in den vorangegangenen Jahren geprägt sind, entwickelt sich der landwirtschaftliche Gesamtproduktionswert in den einzelnen Bundesländern im Allgemeinen unterschiedlich. Nachdem 2009 in allen Bundesländern Rückgänge beim landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswert zu verzeichnen gewesen waren, nahm dieser 2010 in sieben Bundesländern wieder zu. Die höchsten Zuwachsraten wurden lt. den vorläufigen Ergebnissen der Regionalen LGR in Niederösterreich (+11,6%), in der Steiermark (+9,3%) sowie im Burgenland (+9,0%) erzielt. Einen Rückgang beim landwirtschaftlichen Gesamtproduktionswert wiesen hingegen Vorarlberg (-2,0%) und Kärnten (-1,7%) auf.

Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen stieg im Vorjahresvergleich in allen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg (-8,1%) und Salzburg (-5,5%). Positive Spitzenreiter waren Niederösterreich (+19,5%) und die Steiermark (+17,4%).

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Landwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2010“ (PDF, 2 MB).

Methodische Hinweise zur Regionalen LGR

In Ergänzung zur Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für Österreich, welche die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft auf nationaler Ebene abbildet, stellt die Regionale LGR Indikatoren über die ökonomische Lage in der Landwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt Disparitäten zwischen den Bundesländern auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung der heimischen Landwirtschaft.

Die Ergebnisse der Regionalen LGR für ein bestimmtes Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht. Bei den gegenständlichen Daten für 2010 handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen LGR vom Juli 2011 konsistent sind. Die Berechnungen erfolgten erstmals gemäß der neuen Klassifikation der Wirtschaftstätigkeiten in der Europäischen Gemeinschaft NACE Rev. 2, wobei auch Rückrechnungen für die Berichtsjahre 1995-2009 vorgenommen wurden.

Da die regionalen Daten im Unterschied zur nationalen LGR nicht mehrmals jährlich aktualisiert werden, kann es gegebenenfalls zu Abweichungen gegenüber den aktuellen LGR-Ergebnissen auf Bundesebene kommen.

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Regionale LGR: Produktionswert, Vorleistungen und Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft nach Bundesländern im Jahr 2010HTMLPDFXLSX


LGR: Entwicklung des Produktionswerts, der Bruttowertschöpfung und des Faktoreinkommens 2000 bis 2010

LGR: Zusammensetzung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2010

Regionale LGR: Anteile der Bundesländer am Produktionswert des Wirtschaftsbereichs Landwirtschaft zu Herstellungspreisen im Jahr 2010


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