Nach dem erheblichen Rückgang der Wirtschaftsleistung
der Forstwirtschaft im Jahr 2009 war im Jahr 2010 eine deutliche Erholung
feststellbar. Bedingt durch gestiegene Holzpreise sowie eine rege Nachfrage
nahm die Holznutzung im österreichischen Wald gegenüber dem von der
Wirtschaftskrise geprägten Jahr 2009 um 6,6% zu. Mit 17,8 Mio. Erntefestmetern
ohne Rinde lag der Holzeinschlag auch geringfügig
Der Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs insgesamt,
welcher neben der Erzeugung forstwirtschaftlicher Güter (Industrienadelholz,
Industrielaubholz, Brennholz, sonstige Erzeugnisse) auch den Nicht-Holz-Bereich
(forstwirtschaftliche Dienstleistungen und nicht trennbare Nebentätigkeiten)
umfasst, betrug rd. 1,5 Mrd. Euro
Höher als 2009 fielen auch die Produktionskosten aus. So stiegen die Aufwendungen der Forstwirtschaft für Vorleistungen im Vorjahresvergleich um 6,4% auf rd. 0,5 Mrd. Euro und die Abschreibungen für das Anlagevermögen um 7,4% auf rd. 0,2 Mrd. Euro.
Bedingt durch den deutlichen Anstieg des Produktionswerts waren auch bei Wertschöpfung und Einkommen des forstlichen Wirtschaftsbereichs im Vorjahresvergleich kräftige Steigerungsraten zu verzeichnen. Die Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen (diese errechnet sich aus dem Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs abzüglich der Vorleistungen) stieg gegenüber 2009 um 23,0%. Bei der Nettowertschöpfung zu Herstellungspreisen, d.h. nach Abzug der Abschreibungen, betrug der Zuwachs 27,3% und beim Faktoreinkommen 28,3%. Die im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich hohen Werte der Jahre 2007 und 2008 wurden jedoch nicht erreicht.
Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung für Österreich 2010“ (PDF, 840 KB).
Die Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung (FGR) ist
ein Satellitenkonto zum System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen,
das auf den Wirtschaftsbereich Forstwirtschaft abstellt. Ihre Hauptaufgabe
besteht in der Analyse des Produktionsprozesses in der Forstwirtschaft
und des darin erzielten Primäreinkommens. Die FGR wurde in Österreich
im Jahr 2001 entsprechend den Vorgaben des Eurostat-Handbuchs zur Land-
und Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung LGR/FGR 97 (Rev.
Den dargestellten Berechnungen der Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung für 2010 liegt die mit Anfang Juli 2011 verfügbare Datenbasis zugrunde. Da zu diesem Zeitpunkt einzelne Daten, auf denen die FGR basiert, noch nicht verfügbar sind, handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Definitive Daten für das Berichtsjahr 2010 werden im Juli 2012 veröffentlicht. Da laufend aktuell verfügbare Daten in das Berechnungssystem eingearbeitet werden, sind jedoch auch bereits fertig gestellte Berichtsjahre gegebenenfalls Revisionen unterworfen.
Bei den gegenständlichen FGR-Ergebnissen handelt
es sich erstmalig um Daten gemäß der neuen Klassifikation der Wirtschaftstätigkeiten
in der Europäischen Gemeinschaft NACE Rev. 2. Rückrechnungen liegen
derzeit für den Berichtszeitraum 1995
2010 stammten vom heimischen Produktionswert des forstwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs in der Höhe von rd. 1,5 Mrd. Euro etwa 28% aus der Steiermark und rd. 19% aus Niederösterreich. Es folgten Oberösterreich mit einem Anteil von rd. 16% und Kärnten mit einem Beitrag von rd. 15%. Die restlichen 22% des Gesamtproduktionswerts der österreichischen Forstwirtschaft entfielen auf Tirol (9%), Salzburg (7%), das Burgenland (4%) und Vorarlberg (2%).
Gegenüber dem Vorjahr konnten alle Bundesländer
Zuwächse beim forstlichen Gesamtproduktionswert verzeichnen, wobei
die Zuwachsraten allerdings stark streuten. Die höchsten Anstiege wurden
für Tirol
Da die Aufwendungen für Vorleistungen geringere Steigerungsraten
als die Produktionswerte aufwiesen bzw. in Salzburg, Oberösterreich
und im Burgenland im Jahresvergleich sogar rückläufig waren, nahm
- abgesehen von Wien
Ausführlichere Informationen entnehmen Sie bitte dem Schnellbericht „Forstwirtschaftliche Gesamtrechnung nach Bundesländern 2010“ (PDF, 1 MB).
In Ergänzung zur Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung (FGR) für Österreich stellt die Regionale FGR Indikatoren über die wirtschaftliche Lage in der Forstwirtschaft auf Ebene der Bundesländer bereit. Sie zeigt Disparitäten zwischen den Bundesländern auf und liefert Informationen über den Beitrag der einzelnen Bundesländer zum Gesamtproduktionswert bzw. zur Wertschöpfung in der heimischen Forstwirtschaft.
Die Ergebnisse der Regionalen FGR für ein bestimmtes
Berichtsjahr werden jeweils im Oktober des Folgejahres veröffentlicht.
Bei den gegenständlichen Daten für 2010 handelt es sich um vorläufige
Ergebnisse, welche mit dem Stand der nationalen FGR vom Juli 2011 konsistent
sind. Die Berechnungen erfolgten erstmals gemäß der neuen Klassifikation
der Wirtschaftstätigkeiten in der Europäischen Gemeinschaft NACE Rev. 2,
wobei auch Rückrechnungen für die Berichtsjahre 1995
Die Ergebnisse der FGR fließen auch in die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) ein. Infolge einiger konzeptioneller Unterschiede zwischen FGR und VGR müssen allerdings Überleitungstabellen erstellt werden. Hervorzuheben ist dabei, dass im Rahmen der VGR - im Unterschied zur FGR - eine Bewertung des Holzzuwachses erfolgt. Demzufolge bestehen teilweise beträchtliche systematische Unterschiede in den jeweiligen Ergebnisgrößen.
Bis zum Jahr 2005 wurden die Ergebnisse der FGR (Österreichdaten) im Rahmen eines Gentlemen’s Agreement an das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) übermittelt. Seit 2008 werden die Daten in Form der Tabelle 3c der Umweltgesamtrechnung für Wälder (IEEAF = Integrated Economic and Environmental Accounting for Forestry) an Eurostat geliefert. Diese weist eine sehr ähnliche Struktur wie die FGR auf. Hinsichtlich der Bewertung des Holzzuwachses sind für die Tabelle 3c jedoch die Vorgaben der VGR maßgeblich.
Vorläufig werden nur unentgeltlich verfügbare Daten angeboten, weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Datenbank!